72 Jahre alt wird der Pianist, Keyboarder und Komponist Chick Corea am 12. Juni. Seit er 1968 mit Bassist Miroslav Vitoous und Schlagzeuger Roy Haynes unter dem Titel “Now He Sings, Now He Sobs” eines der einflussreichsten Trio-Alben des Jazz einspielte, begeisterte er die Musikwelt mit immer neuen, wechselweise akustischen und elektrischen Ensembles.
Das Duoformat ist fraglos die intimste Begegnung unter Musikern, in keiner anderen Besetzung kommt man sich näher, in keiner muss man sich auf seinen Partner mehr verlassen können. Nico Gori und Fred Hersch führen die Kleinstform jetzt zu neuen Höhen. Auf ihrem gemeinsamen Album “Da Vinci” spielen der italienische Klarinettist und der US-amerikanische Pianist einen zeitgenössischen Kammerjazz allererster Güte. Wie die beiden hier in Eigenkompositionen und herrlichen Bearbeitungen der Musical-Nummern “Old Devil Moon” und “Tea For Two” das Spielerische und Spontane des Jazz mit der aus der Klassik bekannten Präzision und handwerklichen Versiertheit paaren, das sucht seinesgleichen. Wirklich erstaunlich ist, dass das komplette Album an nur einem Nachmittag (!) im Studio des Toningenieurs Stefano Amerio in Udine aufgenommen wurde. Was einmal mehr beweist, dass wahre Könner nicht viel Zeit brauchen, um Großes und Bleibendes hervorzubringen.
Von der zweiten Hälfte der 1960er bis zur Mitte der 1970er Jahre herrschte im Grenzbereich zwischen Jazz und Rock eine ansteckende Aufbruchsstimmung. Man experimentierte mit neuen Stilverbindungen, erkundete neugierig so noch nicht gehörte Ausdrucksformen. Doch viele der Ausflüge in unerforschtes Terrain wurden damals nicht zu Ende geführt, so manche kühne Versuchsanordnung musste mangels finanzieller Mittel vorzeitig abgebrochen werden. Und wenn dann Pioniere wie Soft Machine, Caravan, Gong, Frank Zappa (zur Zeit von “Hot Rats”), Colosseum und Sun Ra doch einmal das Geld für anständige Studioproduktionen zusammenbekamen, blieben die Resultate zumeist in Insiderzirkeln hängen, weil sie nicht kommerziell genug waren, um die Unterstützung potenter Vertriebsfirmen zu erfahren. Der Markt duldet eben nur bis zu einem gewissen Grad das Austoben in Freiräumen …
Einspielung: Olaf Polziehn trio feat. Jesse Davis, am 10. februar 2012 aufgenommen. Jesse Davis, as | Olaf Polziehn, p | Ingmar Heller, b | Mario Gonzi, dr
Aus zwei großformatigen Kompositionen ergibt sich eines von Terje Rypdals kühnsten Alben. Das Titelstück, ein 45minütiges Epos, wurde vom Hilliard Ensemble kommissioniert und im Brucknerhaus in Linz mit dem Vokalensemble und dem Bruckner Orchester unter Dennis Russell Davies aufgenommen.
Der Grammy-nommierte Dave Koz reinterpretiert gemeinsam mit Mindi Abair, Richard Elliot und Gerald Albright kraftvolle Bläser-Songs, welche von Tower Of Power, Chicago, EW & F, James Brown, Sly & The Family Stone und anderen bekannt gemacht wurden.
Eine frühere Inkarnation von Steve Swallows Quintett pries die Londoner Times einst als „nahezu perfekte Demonstration von Small Group Jazz – robust und doch von exquisiter Gelassenheit.“ Diese Beschreibung trifft auch auf das neueste Quintett des Bassisten und dessen Album „Into The Woodwork“ zu.
Berlin, 11. Juni 2013 | Der zum zweiten Mal verliehene Sonderpreis der Union Deutscher Jazzmusiker für eine herausragende Eigenkomposition geht in diesem Jahr an Bertram Burkert vom Trio Kaktusfeld aus Thüringen. Der 18-jährige Gitarrist aus Apolda hatte sein Trio mit Mitmusikern aus der Landesjugendbigband Thüringen formiert. Der Preis wurde im Rahmen der Bundesbegegnung Jugend jazzt am Sonntag den 10. Juni 2013 im hessischen Schlitz verliehen.
Es ist noch nicht ewig her, als die Fronten zwischen Klassik, Pop und Jazz noch recht verhärtet waren. Speziell im europäischen Bürgertum gab es selten ein Zurück, wenn ein Weg einmal vorgezeichnet schien. Und so schwebte auch die 14-jährige Dänin Caecilie Norby – ihre Mutter war Opernsängerin, ihr Vater Komponist - ganz in der Welt der Klassik - bis auf einer Schulparty ihre klar strukturierte Welt aus den Fugen geriet.
Laia Genc ist die zur Zeit beste Jazzpianistin in Deutschland - zumindest denken das einige wichtige Kritiker im Ausland, z. B. in New York, wo die in Köln ansässige Musikerin mit ihrem eigenen Programm bereits auftrat. Mit ihrem eingespielten Trio LIAISON TONIQUE will sie 2013 und 2014 nun auch ganz Deutschland überzeugen
Es wäre interessant, nach diesem ersten Absatz nicht weiterzulesen, das Booklet zur Seite zu legen, das Musikabspielgerät der Wahl in Betrieb zu nehmen und ein kleines Experiment zu starten: Hören Sie jeden Track nur 10 Sekunden. Wie viele Originale meinen Sie zu erkennen? Es handelt sich bei diesem Album nämlich um eine Sammlung ausschließlich von Coverversionen .
Das ZOHO Musik-Debüt von Julio Botti führt eine frische neue Stimme in die Nuevo Tango-Bewegung, dessen Weg vor Jahrzehnten durch Astor Piazzolla und Pablo Ziegler gebahnt wurde, letzterer der langjährige Pianist von Piazzolla und ein herausragender Komponist und eigenständiger Produzent. Für diese hier präsentierte Release-Party für den jungen argentinischen Saxofonisten hat Ziegler einige seiner stärksten Kompositionen für das brillante Sopran-Horn Botti’s arrangiert, einem Instrument, das normalerweise nicht mit der Tango-Musik zu finden ist.
Berlin, 30. Mai 2013 | Die Bewerbungsfrist für den vom Deutschen Bundestag mit 1 Million Euro ausgestatteten Spielstättenprogrammpreis beginnt am 1. Juni 2013. "Wir freuen uns über dieses wichtige Signal, denn eine funktionierende Spielstättenlandschaft ist gerade für uns Jazzmusiker essentiell", so Julia Hülsmann, Pianistin und Vorsitzende der Union Deutscher Jazzmusiker (UDJ). Die Union Deutscher Jazzmusiker hatte sich als Teil der Bundeskonferenz Jazz in den vergangenen Jahren stark für den Spielstättenprogrammpreis engagiert und in den vergangenen Monaten an der Konzeption mitgearbeitet.
Bill Frisell ist einer der führenden und innovativsten Gitarristen der heutigen Zeit und wird in einem Atemzug mit Größen wie John Scofield oder Pat Metheny genannt. Dabei hat Frisell sich nie auf ein Genre festlegen lassen und von Jazz über Pop und Filmmusik bis hin zur Neuen Musik gearbeitet. Auf seinem neuen Album "Big Sur" widmet sich Frisell wieder ganz dem Jazz und hat dafür 20 Songs komponiert. Die Inspiration hat er von der Glen Deven Ranch in Big Sur in Kalifornien bekommen.
Der Verlag RecArt stellt in seinem Katalog das erste Jazzalbum vor (RecArt 007). Auf der CD „My Own...“ sind 11 eigene Kompositionen des Schlagzeugers Marek Jakubowski. Ein melodische Mainstream-Jazz mit Bezügen zur klassischen Musik – stimmungsvoll, nachdenklich und wahrhaft.
Ist Luxemburg die neue Wiege des Jazz?... Haben Musiker wie Michel Pilz und Roby Glod seit Jahren nur vorsichtig ihre musikalische Qualität bewiesen, so scheint die luxemburgische Szene dagegen nun die Grenzen ganz neu zu setzten und völlig zu emanzipieren. Pascal Schumacher und Maxime Bender sind nur einige Zeugen dieser neuen Blüte, die v.a. In den Texten, den Kompositionen und den Performances dieser Künstler zum Vorschein kommt.
THE ROPESH ist das selbstbetitelte Debüt dieses Quartetts, auf dem ausschließlich Eigenkompositionen zu hören sind. Prägend für den vielschichtigen Bandsound sind die jeweils sehr unterschiedlichen musikalischen Wurzeln der fünf Musiker, die neben Jazz auch Funk, Klassik, Pop, aber ebenso HipHop, Metal, Industrial, Progressive und elektronische Musik als Einflüsse benennen.
Alan Broadbent, Jazz Pianist, Arrangeur, Dirigent und Komponist, am 23. April 1947 in Neuseeland geboren und nun in New York, USA lebend, ist seit langem eine treibende Kraft hinter den Kulissen des Jazz. Die Begleitung von Irene Kral auf einigen der schönsten Vocal Alben, Arrangements für Natalie Cole, Jane Monheit, Sir Paul McCartney, Dirigieren für Diana Krall oder Klavier spielen für das Charlie Haden Quartet West sind Höhepunkte seines Schaffens.
Über “Magic” Malik Mezzadri wird gesagt, er sei ein zutiefst menschlicher, eleganter Musiker – auch dass er bisweilen exzentrisch sei. Daran ist viel Wahres. Mit seinem Instrument, der Flöte, kann er sich emotionaler ausdrücken, als andere mit ihrer Stimme. Auf seinem neuesten Album lässt er sich quasi von seinen ersten Ideen inspirieren, verwirft keine von ihnen, wie andere Musiker dies ständig tun, und vertieft stattdessen die Ideen mit seinem genialen Trio.