Bobby McFerrin

Bobby McFerrin
Bobby McFerrin

Biographie

Bobby McFerrin (* 11. März 1950  in New York City, New York) ist ein US-amerikanischer Musiker und Vokalkünstler, der eine außerordentlich flexible Stimme hat, die er auch benutzt, um Instrumente zu imitieren.

Sein Vater, Robert McFerrin, war in den 1950er Jahren der erste afroamerikanische Opernsänger (Bariton) an der Metropolitan Opera in New York. Seine Mutter, Sara, gab ihre Karriere auf, um ihren Mann zu unterstützen. Bobbys Lieblingsplatz als Kind war unter dem Klavier, wenn sein Vater Gesangsunterricht gab. Auch wenn sein Vater ihm selbst nie Unterricht gab, lernte Bobby McFerrin von ihm durch reines Zuhören viel über Musik. Mit sechs Jahren bekam er, zunächst an der Juilliard School of Music, Klavierunterricht und lernte in den nächsten Jahren auch, Klarinette und Flöte zu spielen.

Wie während der Highschool-Zeit studierte Bobby McFerrin auch während des Studiums an der California State University in Sacramento und am Cerritos College Klavier. Nach dem Studium wurde er als Instrumentalist Mitglied der Ice Follies, danach tourte er mit einigen "Top 40"-Bands. Erst im Alter von 27 Jahren, als er Mitglied der Band Astral Projection war, begann er auch als Sänger aufzutreten. Der Komiker Bill Cosby veranlasste, dass McFerrin 1980 als Sänger zum Playboy Jazz Festival eingeladen wurde. Sein Auftritt 1981 auf dem Kool Jazz Festival führte schließlich zum Schallplattenvertrag.

Bereits mit seinem Debütalbum als Sänger, Bobby McFerrin (1982), wurde er aufgrund seiner artistischen Vokaltechnik (mit damals aberwitzig raschen Wechseln zwischen Brust- und Falsettstimme) in der Fachwelt bekannt. Zu dieser Zeit lud ihn Joachim-Ernst Berendt zum New Jazz Meeting nach Baden-Baden, wo er an einem Vocal Summit mit den avancierten Sängerinnen Jeanne Lee, Urszula Dudziak sowie Jay Clayton und Lauren Newton teilnahm. Für Another Night in Tunisia mit Jon Hendricks und Manhattan Transfer erhält er 1985 zwei Grammys. Die nächsten Alben, auf denen er solo zu hören war, sind The Voice (1984) und Spontaneous Inventions (1985). Der Song Don’t Worry, Be Happy (1988), der auf einem Zitat von Meher Baba beruht, verschaffte ihm weltweite Anerkennung. Das Album Simple Pleasures (1988), auf dem sich der Hit befindet, wurde weltweit über zehn Millionen mal verkauft und führte gleich zu vier Grammys. 1989 steuerte er die Musik zum Dokumentationsfilm Common Threads: Stories from the Quilt bei. In dieser Zeit gründete er auch Voicestra, zunächst mit Lyle Mays und Jack DeJohnette, aus dem sich eine zwölfköpfige A Cappella-Gesangsgruppe entwickelte.

Seit den 1990er Jahren arbeitete Bobby McFerrin erfolgreich mit anderen namhaften Musikern des Jazz, wie dem Pianisten Chick Corea (Play 1992), oder der Klassik, wie dem Cellisten Yo-Yo Ma (Hush 1992). 1996 folgte ein Album mit den Yellowjackets und ein weiteres mit Corea. 2003 wurde ein Fernsehfilm über ihn aufgenommen: Bobby McFerrin & Chick Corea – We play – eine musikalische Freundschaft, der über ein Konzert der beiden beim Verbier Musik-Festival in der Schweiz die Vorbereitung zeigt, wie sie zusammen mit einem Jugendorchester das Stück Spain von Chick Corea proben. Der Film wurde von verschiedenen Programmen des deutschen Fernsehens ausgestrahlt.

Bemerkenswert ist seine Bearbeitung des Ave Maria von Bach/Gounod, in der er selbst das Präludium von Bach vokal interpretiert und parallel das Publikum die Melodie von Gounod mitsingen lässt. Darüber hinaus trat er als Gastsänger in Projekten von Dizzy Gillespie, Bob Dorough und Laurie Anderson auf. 2009 führte er seine Oper „Bobble – Listen so we can really hear“ mit 20 professionellen Sängern aus Europa im römischen Theater von Kaiseraugst auf.

Bobby McFerrin - Als Dirigent
McFerrin dirigiert seit dem Jahr 1990. Es heißt, zunächst sei er eher zum Spaß gefragt worden, ob er einmal dirigieren wolle. Anschließend habe er das Dirigieren dann mit zunehmender Ernsthaftigkeit betrieben. Nach eigenen Angaben hatte er eine Unterrichtsstunde bei den Dirigenten Leonard Bernstein und Seiji Ozawa. Bis heute hat er weltweit verschiedene Orchester dirigiert, davon liegen einige Audio- und Videoaufnahmen vor. Am 25. Mai 2004 dirigierte McFerrin anlässlich der Erweiterung der Europäischen Union die Wiener Philharmoniker. Das Programm enthielt Stücke aus Werken der klassischen Musik von Komponisten aus acht europäischen Nationen.

Bobby McFerrin - Als Lehrer
McFerrin war an verschiedenen Hochschulen als Dozent tätig, so auch als Gastprofessor an der Hochschule der Künste in Berlin.

Diskographie

Bobby McFerrin - Solo

  • Spirityouall, 2013
  • Vocabularies, 2010
  • Konzert für Europa - The Schönbrunn Concert (Bobby McFerrin dirigiert die Wiener Philharmoniker), 2004
  • Beyond Words, 2002
  • Circle Songs, 1997
  • The Mozart Sessions (mit Corea und dem Saint Paul Chamber Orchestra), 1996
  • Bang! Zoom (mit den Yellow Jackets, Paul Jackson junior und den Bläsern von Tower of Power), 1996
  • Paper Music (mit dem Saint Paul Chamber Orchestra), 1995
  • Live (mit Herbie Hancock), 1992
  • Hush (mit Yo-Yo Ma), 1992
  • Play (mit Chick Corea), 1992
  • Medicine Music, 1990
  • Don’t Worry, Be Happy, 1988
  • Simple Pleasures, 1988
  • Lady Fair, 1988
  • Bobby’s thing, 1988
  • Spontaneous Inventions, 1986
  • The Voice, 1984
  • Bobby McFerrin, 1982

Bobby McFerrin - Sideman-Aufnahmen

  • Magic hour (Wynton Marsalis), 2004
  • Little words (Bela Fleck); Rendez-vous in New York (Chick Corea), 2003
  • In my life (George Martin), 1998
  • Hand in hand: Songs of Parenthood (various); The Music of Disney's Cinderella (various); Dreamland (The Yellowjackets), 1995
  • Extra Special Edition (Jack DeJohnette), 1994
  • To Bird With Love (Dizzy Gillespie), 1992
  • The Laziest Gal in Town (Gal Costa), 1991
  • Back on the Block (Quincy Jones); Strange Angels (Laurie Anderson), 1989
  • Cocktail (Soundtrack); Duets (Rob Wasserman u. a.); Heart's horizon (Al Jarreau), 1988
  • The Just So Stories (Bobby McFerrin and Jack Nicholson), 1987
  • Round Midnight (various); The Other Side of Round midnight (various); Dialects (Joe Zawinul), 1986
  • Watching My Life go by (Michael Hedges); Vocalese (The Manhattan Transfer), 1985
  • The Sportin’ Life (Weather Report), 1986
  • A Night in Copenhagen (Charles Lloyd Quartet); A Tribute to Thelonius Monk (various), 1984
  • Tangents (Chico Freeman), 1984
  • The Young Lions (various); Vocal Summit: Sorrow Is Not Forever - Love Is, 1983
  • The Best Is Yet to Come (Grover Washington jr.), 1982
  • Journey to the One (Pharoah Sanders), 1980

Bobby McFerrin - DVD

  • Spontaneous Inventions, 2005
  • Live In Montreal, 2005
  • Bobby McFerrin & Nigel Kennedy – Spirits of Music, Part 2, 2005
  • Bobby McFerrin & Nigel Kennedy – Spirits of Music, Part 1, 2004
  • Bobby McFerrin & Nigel Kennedy – Spirits of Music (2 DVDs), 2002
  • Swinging Bach – Liveaufnahme in Leipzig (mit dem Gewandhausorchester, Jiří Stivín u.a.), 2000
  • Orpheus kehrt zurück – Fernsehspiel vom Hessischen Rundfunk, Deutschland, 1986

Grammys

  • 1985 - „Another Night In Tunisia“ mit Jon Hendricks "Best Vocal Arrangement for two or more voices"
  • 1985 - „Another Night In Tunisia“ mit Cheryl Bentyne "Best Jazz Vocal Performance, male"
  • 1986 - „Round Midnight“ "Best Jazz Vocal Performance, male"
  • 1987 - „What Is This Thing Called Love“ "Best Jazz Vocal Performance"
  • 1987 - „The Elephants’s Child“ mit Jack Nicholson "Best Recording for Children"
  • 1988 - „Don’t Worry, Be Happy“ "Record of the year", "Song of the year", "Best Pop Vocal Performance, male"

Links

Bobby McFerrin Internetseite:
bobbymcferrin.com

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Quelle: Wikipedia

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