Ornette Coleman

Ornette Coleman, Foto by Geert Vandepoele
Ornette Coleman, Foto by Geert Vandepoele

Biographie

Randolph Denard Ornette Coleman (* 9. März 1930 in Fort Worth, Texas; † 11. Juni 2015 in New York City) war ein US-amerikanischer Jazz-Musiker (vor allem Alt-, gelegentlich auch Tenorsaxophon, Trompete und Geige) und Komponist. Ornette Coleman gilt als Pionier des Free Jazz und ist der Schöpfer der „Harmolodics“.

Ornette Coleman brachte sich ab 1944 das Saxophonspiel und Notenlesen selbst bei. Mit 19 Jahren riss er von zu Hause aus, um dem Teufelskreis aus Armut und Rassendiskriminierung im Süden der USA zu entfliehen. In Los Angeles schlug sich Ornette Coleman mit Hilfsjobs durch und brachte sich 1950 wiederum im Selbststudium die Harmonielehre und die Musiktheorie bei. Hier entwickelte er auch seine auf der Logik der Mathematik basierenden musikalischen Konzepte und fand einige Mitspieler: Don Cherry (Trompete), Bobby Bradford (Trompete), Walter Norris (Piano), Ed Blackwell (Schlagzeug), Billy Higgins (Schlagzeug) und Charlie Haden (Bass).

Zusammen tourten sie durch kleine Clubs in Los Angeles. Ihren ersten Plattenvertrag erhielten sie nur durch Zufall, denn eine Plattenfirma kaufte eines von Colemans Arrangements, fand aber niemanden außer seiner eigenen Gruppe, der dies auch spielen konnte. Auf Vermittlung von John Lewis wechselte er im Mai 1959 zu Atlantic Records. Nach einem darauffolgenden Engagement im berühmten „Five Spot“ in New York im Jahre 1959 ist dem Ornette Coleman Quartett die Anerkennung der Jazz-Szene sicher.

Zusammen mit Eric Dolphy (Bassklarinette), Don Cherry (Taschentrompete), Freddie Hubbard (Trompete), Scott LaFaro (Bass), Charlie Haden (Bass), Billy Higgins (Schlagzeug) und Ed Blackwell (Schlagzeug) – also mit einem Doppel-Quartett – nahm Ornette Coleman 1960 sein wohl bekanntestes Album „Free Jazz: A Collective Improvisation“ auf. Dieses Album wirkte federführend auf die Entwicklung des atonalen Avantgarde Jazz. In den 60er Jahren lernte Coleman Geige und Trompete soweit spielen, dass er sie für Klangfarbeneffekte einsetzen kann. In den 70er Jahren komponierte er auch Stücke für größere Ensembles („Skies of America“).

Ornette Coleman entwickelt vor allem seit den 1970ern aus dem Free Jazz ein System der „Harmolodie“. Anders als im modalen Spiel wird dabei über lineare Intervallreihen improvisiert. Insbesondere gemeinsam mit seiner Band Prime Time wurde er mit Hilfe des harmolodischen Systems zu einem Pionier des Free Funk, denn er kombinierte die „Harmolodic“ mit aggressiven Rockrhythmen und sphärischen Klängen. In den 80er Jahren brachte Coleman weitere Platten mit Prime Time, aber auch mit seinem klassischen Quartett heraus. Seine letzten Platten, auf denen er z. T. in einem klassischen Jazzquartett (mit Piano, Bass, Schlagzeug) bzw. im Saxophon-Piano-Duo spielte, fanden ebenfalls großen Anklang.

2003 unternahm Ornette Coleman einen Abstecher in die Rockmusik und wirkte bei Lou Reeds Bearbeitung von Werken Edgar Allan Poes The Raven mit.

Im März 2005 würdigten die Medien mit Berichten und Lobreden Ornette Colemans 75. Geburtstag.

Neben der Musik interessierte sich Ornette Coleman auch für wissenschaftliche Themen aus der Physik, Mathematik und Chemie. Aus der (geschiedenen) Ehe mit der Dichterin Jayne Cortez stammt sein Sohn Denardo Coleman, der ihn seit 1966 als Schlagzeuger begleitete.

Ausgewählte Diskographie

Ornette Coleman wichtige Alben

  • Something Else !!!!
  • The Shape of Jazz to Come (1959)
  • Free Jazz (1960)
  • Dancing In Your Head (1973/1976)
  • In All Languages (1987)

Ornette Coleman alle Tonträger unter eigenem Namen

  • Something Else!!!! (1958)
  • Coleman Classics Vol. 1 (1958)
  • Tomorrow Is The Question! (1959)
  • The Shape Of Jazz To Come (1959)
  • Change Of The Century (1959)
  • This Is Our Music (1960)
  • Free Jazz (1960)
  • Ornette ! (1961)
  • Ornette On Tenor (1961)
  • The Art Of The Improvisers (1961)
  • Twins (1961)
  • To Whom Who Keeps A Record (1960)
  • Beauty Is A Rare Thing (1961)
  • Town Hall (1962)
  • Chappaqua Suite (1965)
  • An Evening With Ornette Coleman (1965)
  • Who's Crazy Vol. 1 (1965)
  • Who's Crazy Vol. 2 (1965)
  • The Paris Concert (1965)
  • Live At The Tivoli (1965)
  • At The "Golden Circle" Vol. 1 (1965)
  • At The "Golden Circle" Vol. 2 (1965)
  • Ornette Coleman: The Empty Foxhole. Blue Note 9/66 (1966)
  • The Music Of Ornette Coleman - Forms & Sounds (1967)
  • The Unprecedented Music Of Ornette Coleman (1968)
  • Live in Milano (1968)
  • New York Is Now (1968)
  • Love Call (1968)
  • Ornette At 12 (1968)
  • Crisis (1969)
  • Man On The Moon / Growing Up (1969)
  • Broken Shadows (1969)
  • Friends And Neighbors (1970)
  • Science Fiction (1971)
  • European Concert (1971)
  • Broken Shadows (1972)
  • Paris Concert (1966)
  • The Belgrade Concert (1971)
  • Skies Of America (1972)
  • Ornette Coleman Broadcasts (1972)
  • Dancing In Your Head (1973/1976)
  • Body Meta (1976)
  • Soapsuds, Soapsuds (1977)
  • Of Human Feelings (1979)
  • Opening The Caravan Of Dreams (1983)
  • Prime Time/Time Design (1983)
  • Song X (1985)
  • In All Languages (1987)
  • Verona Jazz (1987)
  • Virgin Beauty (1988)
  • Live at Jazzbühne Berlin (1988)
  • Naked Lunch (1991)
  • Tone Dialing (1995)
  • Sound Museum - Hidden Man (1994)
  • Sound Museum - Three Women (1994)
  • Colors (1996)
  • Sound Grammar (2006)

Links

Ornette Coleman Internetseite:
http://www.ornettecoleman.com/

Diese Artikel über Ornette Coleman wurde veröffentlicht unter GNU Free Documentation License
Quelle: Wikipedia

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