Paul Desmond

Paul Desmond, Foto: Heinrich Klaffs
Paul Desmond, Foto: Heinrich Klaffs

Biographie

Paul Desmond (* 25. November 1924 in San Francisco; † 30. Mai 1977 in New York City; eigentlich Paul Emil Breitenfeld) war ein Cool-Jazz-Saxophonist.

Bekannt wurde Paul Desmond durch das Dave Brubeck Quartet (er verfasste dessen größten Hit, Take Five), in dem er seit dessen Gründung im Jahr bis 1967 spielte. Er hatte einen klaren, leichten, fließenden Klang, den viele vergebens zu imitieren versuchten. Er liebte sanfte Balladen und glitt zuweilen in verträumte Soli ab, hatte aber immer eine klare Linie. Das Zusammenwirken seines leichten, luftigen Stils und Brubecks schwerem, polytonalen Klavierspiel trug viel zum Erfolg des klassischen Dave Brubeck Quartets bei.

Paul Desmond arbeitete unter anderem mit Gerry Mulligan und Jim Hall zusammen. 1967, nach seinem Ausscheiden aus Brubecks Quartett, pausierte er eine Weile und tauchte später zeitweise in Wiedervereinigungen mit Brubeck, Mulligan, Hall, Ed Bickert und anderen auf; 1971 spielte er ein Weihnachtskonzert mit dem Modern Jazz Quartet. Seine Fähigkeit zum improvisierten Konterpart ist vielleicht am besten auf den zwei Alben hörbar, die er mit Gerry Mulligan aufgenommen hat (Mulligan-Desmond Quartet und Two of a Mind).

Neben seinem Spiel war er für seine geistreiche Art bekannt, wie die liner notes seiner Solo-Alben und die Erinnerung Anderer belegen. Ein paar Jahre lang gab es das Gerücht, er würde an seiner Autobiographie schreiben, jedoch erschien sie nie. Als er 1977 starb, war das nicht seinem schweren Trinken zuzurechnen, sondern dem Krebs, verursacht durch Rauchen. Paul Desmond äußerte sich ironisch erfreut über den Zustand seiner Leber: „Pristine, one of the great livers of our time. Awash in Dewar’s and full of health.“ Sein letztes Konzert veranstaltete er mit Brubeck im Februar 1977 in New York City. Seine Fans wussten nicht, dass er todkrank war. Desmond starb im selben Jahr und vermachte alles, seine Hinterlassenschaften sowie die immensen Tantiemen für Take Five dem Roten Kreuz.

Offenbar war Paul Desmond über viele Jahre hinweg unglücklich verliebt in die Schauspielerin Audrey Hepburn[1]. In der Biographie Take Five: the Public and Private Lives of Paul Desmond von Doug Ramsey gibt es einen Abschnitt über Desmonds unerwiderte Liebe zu jener Schauspielerin. Darin heißt es, dass er sich bei Auftritten in New York heimlich vom Club, wo er spielte, wegschlich, nur um einen Blick auf Audrey Hepburn zu erhaschen, wenn sie das Theater verließ, wo sie damals arbeitete. Nach Aussagen aus seinem Freundeskreis stand er bei solchen Gelegenheiten auf der gegenüberliegenden Straßenseite, rauchte eine Zigarette, ohne sich jemals zu trauen sie anzusprechen. So schrieb er eines Tages ein Instrumentalstück namens Audrey. Desmond und Hepburn trafen sich zu Lebzeiten nie. Ironischerweise soll Hepburn bei der Beerdigung Paul Desmonds ihren Freunden gegenüber gesagt haben, Audrey sei ihr Lieblingsstück von Desmond - ohne zu wissen, dass dieser es nur ihretwegen komponiert hatte

Links

Paul Desmond Internetseite:
http://www.puredesmond.ca/

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Quelle: Wikipedia

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