For Free Hands feat. Alaa Zouiten - The Passing On Of The Fire

For Free Hands feat. Alaa Zouiten - The Passing On Of The Fire
For Free Hands feat. Alaa Zouiten - The Passing On Of The Fire

For Free Hands feat. Alaa Zouiten
The Passing On Of The Fire

Erscheinungstermin: 08.09.2023
Label: Laika Records, 2023

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Andreas Brunn (D) - e-guitar
Roberto Badoglio (It) - e-bass
Vladimir Karparov (BG) - soprano-,tenor-saxophone
Diego Piñera (UY) - drums, percussion
Alaa Zouiten (MAR) - oud

Das Quartett um den Gitarristen und Komponisten Andreas Brunn hat für sein neues Album „The Passing on of the Fire“ die Besetzung erweitert - und mit Zouiten einen Gastmusiker ins Studio eingeladen, mit dem die Band seit Jahren freundschaftlich verbunden ist. Mit seinem virtuosen Spiel auf der zehnsaitigen Oud, die ähnlich wie eine europäische Laute klingt, ist Zouiten auf fünf der insgesamt neun Kompositionen zu hören. Durch diesen kulturellen Brückenschlag zwischen Orient und Okzident ist ein außergewöhnlich intensives und farbenreiches Album entstanden.

Mit der Tracklist lässt Bandleader Brunn die lange und bewegte Geschichte der Band Revue passieren. Sie beginnt Mitte der 1990er Jahre, als Brunn in Berlin den Schweizer Bassisten und Chapman-Stick-Spieler Hans Hartmann kennenlernt. „Ich wollte unbedingt an Hans erinnern, der im letzten Sommer nach langer Krankheit verstorben ist. Mit einer verjüngten Rhythmusgruppe geben wir nun das Feuer, das Hans mit entfacht hat, an eine jüngere Generation weiter“, erklärt Brunn mit Blick auf das Lineup. Mit Vladimir Karparov (BG) - Saxophon, Roberto Badoglio (IT) - E-Bass, Diego Piñera (UY) - Schlagzeug und Alaa Zouiten (MAR) - Oud sind fünf Musiker aus fünf Nationen dabei.

Bandleader Brunn hatte schon immer ein Faible für krumme Taktarten und Kompositionen, in denen zwei Metren gegeneinander zu arbeiten scheinen. Zu hören etwa in „Brotherhood of 7“, das Brunn seinem Bandkollegen Diego Piñera gewidmet hat, der sich auf polyrhythmischem Terrain besonders wohl fühlt. Auch „Kaleidoscope Freedom“ - entstanden im Jahr des 25-jährigen Mauerfall-Jubiläums - besticht durch sein rhythmisch raffiniertes Arrangement. Vordergründig im 7/8- und 13/8-Takt komponiert, lässt es sich auch im 5/4-Takt interpretieren. Beides ist möglich - wie so oft in Brunns Kompositionen. „Diese Möglichkeit, je nach Lust und Laune über das eine oder andere Metrum zu improvisieren, empfinde ich als große Freiheit“, betont Brunn.

Die Komposition „Hada Makan“, die Zouiten in der marokkanischen Aita-Tradition komponiert hat, besticht durch interessante Taktwechsel und die Möglichkeit, im Solo konsequent eine arabische Tonart zu verwenden. Hier spielen sich Zouiten und Brunn die Phrasen in einer Überleitung wunderbar zu. Der Titel bedeutet übersetzt "Das war's" und ist eine humorvolle Anspielung auf die Zäsur kurz vor Songende, mit der Zouiten ein vorzeitiges Ende vortäuscht.

Mit „Antonios Night“ erinnert Brunn an seine Nachwendezeit in Berlin, wo er zeitweise als Gastgitarrist in der Band des spanischen Sängers Antonio el Rhumbero spielte. Alaa Zouiten bringt hier seine Vorliebe für den spanischen Flamenco zum Ausdruck und verleiht der Komposition damit eine ganz eigene Klangfarbe.  „Killer Joke“ - zugleich die erste Single des Albums - hat Brunn Hans Hartmann gewidmet. Dieser hatte sich bei der Komposition vom Jazzstandard „Killer Joe“ (Benny Golson) inspirieren lassen. „Die Melodiefigur, die an ein lautes Lachen erinnert, zeugt von dem verschmitzten Humor, den ich an Hans so mochte“, erinnert Brunn an seinen langjährigen Weggefährten und Bandmitbegründer. Auch Armandos`s Rhumba" hat Brunn einem verstorbenen Musiker gewidmet. „Der Tod von Chick Corea hat mich sehr berührt. Deshalb wollte ich eine seiner Kompositionen arrangieren. So entstand dieses Arrangement im 9/8-Takt“, sagt Brunn.

Die enorme Vielfalt macht „The Passing on of the Fire“ zu einem musikalischen Wimmelbild. Je öfter man die Kompositionen hört, desto mehr Nuancen und Farben kommen zum Vorschein und desto eindrücklicher und packender ist ihre Wirkung.

Text: Laika Records

jazz-fun.de meint:
Auf einem mit frischem Material gespickten Werk bedient sich Andreas Brunn eines breiten instrumentalen Arsenals. Herausgekommen ist ein großartiges Album im Grenzbereich zwischen Jazz und Fusion mit jazzrockigen Ausflügen. Mir gefallen die flinken Soli des Gitarristen im Zusammenspiel mit dem Saxophon, das von Alaa Zouitens Oud unterstützt wird. Auch Diego Piñeras leidenschaftliches Schlagzeugspiel verleiht dem Ganzen Energie und Agilität. Ein großartiges Album, wir sind begeistert!

  1. Kaleidoscope Freedom
  2. Armando's Rhumba 9/8
  3. Brotherhood of Seven
  4. Hadan Makan
  5. Killer Joke
  6. Thanks Kenny
  7. Everything Flows
  8. Antonio's Night
  9. Two Faces

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