Rigmor Gustafsson

Rigmor Gustafsson, Foto: Andreas Lundberg / ACT
Rigmor Gustafsson, Foto: Andreas Lundberg / ACT

Biographie

"Sie hat ihre Seele in ihrer Stimme"
(Nils Landgren über Rigmor Gustafsson)

Geboren und aufgewachsen ist Rigmor Gustafsson auf einem kleinen Bauernhof im Värmland, im Herzen Schwedens. Mit neun Jahren begann sie, Gitarre zu spielen und entdeckte schon früh den Jazz für sich. Bald wurde ihr klar, dass sie diese Leidenschaft zu ihrem Beruf machen wollte. Doch wer lässt schon ein Mädchen an der Gitarre in seiner Band mitspielen? Sie hatte eine wundervolle Stimme und so hängte sie die Gitarre an den Nagel und wechselte ins Gesangsfach.

Nach ihrer Ausbildung an der Royal Academy of Music in Stockholm machte Rigmor Gustafsson sich sehr rasch in der schwedischen Szene als ausgezeichnete Vokalistin einen Namen. Sie arbeitete mit verschiedenen Big-Bands, leitete kleinere Jazzformationen, trat im schwedischen Fernsehen auf und machte zahlreiche Radioeinspielungen.

1993 zog es sie nach New York, um an der New School und am Mannes College of Music bei Sheila Jordan, Clark Terry, Richie Beirach, Phil Markovitz, Reggie Workman und Joe Chambers zu studieren. Rigmor Gustafsson trat mit Fred Hersch und Ted Rosenthal in den einschlägigen New Yorker Clubs auf, machte Aufnahmen mit Randy Brecker, Bob Mintzer und Dick Oatts und unterrichte bald selbst am Mannes College of Music. Sie gründete ihr erstes Quintett und tourte mit ihm quer durch Europa.

1996 kehrte Rigmor Gustafsson nach Stockholm zurück, erhielt einen Lehrauftrag als Gesangsdozentin an der Royal Academy of Music und galt seither als Star der jungen, vitalen Jazzszene.

In Deutschland zog ihr gefeierter Auftritt beim JazzFest Berlin 2001 eine Einladung zum JazzBaltica Festival 2002 nach sich, auf dem Rigmor Gustafsson sich einem größeren deutschen Publikum als „ein neuer Stern am Gesangshimmel“ (Jazzthetik) vorstellen konnte. Im selben Jahr war sie als Gast auf Nils Landgrens Erfolgsalbum Sentimental Journey zu hören und 2003 stellte sie dann mit ihrem ACT-Debüt I WILL WAIT FOR YOUI WILL WAIT FOR YOU schnellte sofort auf #2 der deutschen und #1 der schwedischen Jazz-Charts und verdrängte in Schweden immerhin Norah Jones von dieser Position, die die Amerikanerin 74 Wochen lang gehalten hatte. Der German Jazz Award manifestierte den Erfolg dieses von Nils Landgren produzierten Albums.

Im folgenden Jahr veröffentlichte Rigmor Gustafsson gemeinsam mit dem frankoamerikanischen Pianisten Jacky Terrasson eine hinreißend sinnliche Hommage an eine der größten Sängerinnen der Popkultur, Dionne Warwick: CLOSE TO YOU. Selten stand Pop-Songs ein Jazzgewand so gut. Wie angegossen passen die neuen Sound-Kleider den souligen Klassikern, die dabei ihre Identität als Pop-Songs wahren und dennoch zu spannendem, aktuellem Jazz geworden sind. Gustafsson wurde dafür nicht nur mit einem schwedischen Jazz Award belohnt, sondern von Werner Burkhardt in der Jahresbilanz der Süddeutschen Zeitung auch zur „Besten Interpretin des Jahres“ gekürt.

Auf ihrem nächsten Album ON MY WAY TO YOU (erschienen im Februar 2006) interpretierte Rigmor Gustafsson mit großem Jazzfeeling die weltweit erfolgreichen Filmmelodien des 1932 in Paris geborenen Komponisten Michel Legrand. Manche seiner Melodien ("Windmills of Your Mind", "Once upon a Summertime", "You Must Believe in Spring" ...) gehören zum populären musikalischen Welterbe und Gustafsson erwies sich unter der Regie von Nils Landgren als eine Ideal-Interpretin für diese Songs – auch in den Augen von Michel Legrand selbst: "Ich fühle mich sehr geehrt, dass Rigmor einige meiner Songs interpretiert. Sie ist einfach umwerfend". Mit ON MY WAY TO YOU erreichte Gustafsson sogar #12 der schwedischen POP Charts und das Album wurde in ihrer Heimat mit Gold ausgezeichnet.

„Ihre Seele spricht zu anderen Seelen“, schrieb Werner Burkhardt vor ein paar Jahren in der Süddeutschen Zeitung über Rigmor Gustafsson Auftritt bei der JazzBaltica – und besser kann man ihren Gesang und ihre Persönlichkeit kaum charakterisieren.

Ausgewählte Diskographie

Rigmor Gustafsson - als Leader

  • In the Light of Day, 1997
  • Plan # 46, 1998
  • Rigmor Gustafsson Live, 2000
  • I Will Wait for You, 2003
  • Close to You, 2004
  • On My Way to You, 2006
  • Alone with You, 2007
  • Calling You, 2010
  • When You Make Me Smile, 2014

Rigmor Gustafsson als Sidewoman

  • Mika Pohjola - Scandinavian Yuletide Voices, (2005)

Links

Rigmor Gustafsson Internetseite:
http://www.rigmorgustafsson.com

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