Pablo Held

Pablo Held, Foto: Konstantin Kern
Pablo Held, Foto: Konstantin Kern

Biographie

Die Formulierung „in die Wiege gelegt“ ist bei Pablo Held durchaus zutreffend: geboren am 27.12.1986 in Herdecke, ist der 23-Jährige in einem musikalischen Umfeld in Hagen aufgewachsen. Sein Vater, Pianist und Komponist, unterrichtet an der Hagener Musikschule, seine Mutter, die als Klavierstimmerin arbeitet, spielt neben Klavier auch Gitarre und komponiert ebenfalls. Kein Wunder also, dass Pablo Held sich schon in jungen Jahren musikalisch erprobte. „Ich habe auf Sachen rumgetrommelt, seit ich denken kann. Mit Vier bekam ich mein erstes Kinderschlagzeug und wenig später den ersten Schlagzeugunterricht. Mit Zehn habe ich dann mit dem Schlagzeug aufgehört – wahrscheinlich weil das Klavier zuhause allgegenwärtig war – und mit Klavierunterricht an der Hagener Musikschule begonnen“, erzählt er und fügt hinzu: „Nicht bei meinem Vater, sondern bei seinem Kollegen.“ Dieser machte ihn auch mit den Basics der Jazzmusik vertraut. Als 12-Jähriger gewann er 1999 erstmals den ersten Preis bei „Jugend jazzt“ in Nordrhein- Westfalen. Mit 15 Jahren meldete ihn der Vater an der „Glen Buschmann Jazzakademie Dortmund“ zu einer zweijährigen Ausbildung an, wo Pablo Held neben der Theorie auch viel Praxis hatte: so spielte er in diversen Ensembles und absolvierte Konzertreisen nach Osteuropa. Mit 16 Jahren gewann er zum zweiten Mal den ersten Preis bei „Jugend jazzt“ (2003), als 18-Jähriger 2005 ein drittes Mal. Die frühe Hinwendung zum Jazz war für ihn rückblickend ganz selbstverständlich. „Ich bin mit Jazz aufgewachsen. Als kleiner Junge saß ich oft vor dem LP- und CD-Regal meiner Eltern und habe mir die Alben mit den schönsten Covern und Fotos rausgesucht. Das waren dann meistens die von Miles Davis, John McLaughlin, Herbie Hancock, Take 6, Quincy Jones und Keith Jarrett“, erinnert er sich.

Nicht nur die Plattensammlung der Eltern wird zur Einführung in den Jazz, sondern auch frühe Konzerterlebnisse, wo er Bekanntschaft mit dem Who is Who der Jazzszene macht. „Mit Zwei oder so war ich auf einem Konzert von Take 6. Mit Vier oder Fünf von John McLaughlin, mit Acht von John Scofield, mit Zwölf auf einem Konzert von Herbie Hancock. Das sind so die großen Namen. Ansonsten haben mich meine Eltern sehr oft auf Konzerte mitgeschleppt, wo weniger bekannte Leute gespielt haben. Und dann waren da noch die Konzerte, bei denen mein Vater entweder mit seinem Klaviertrio oder Solo aufgetreten ist.“ Mit 15 Jahren reift der Entschluss, auf die Musikhochschule zu gehen. „Mir wurde klar, dass ich nichts anderes kann beziehungsweise nicht anderes will“, erklärt er heute selbstbewusst. Während des 12. Schuljahres bestand er die Aufnahmeprüfung an der Hochschule für Musik Köln, wo er derzeit bei dem deutschen Pianisten Hubert Nuss studiert und in diesem Jahr seinen Abschluss machen wird. Zu seinen Lehrern gehören, neben Hubert Nuss, John Taylor, Achim Kaufmann, Florian Ross und Vladislav Sendecki. Pablo Held hat in seiner noch jungen Musikerkarriere schon vielerlei Erfahrungen gesammelt. So hat er unter anderem mit der WDR Big Band, Paul Heller, Jasper Blom, Matthias Nadolny, Jochen Rückert, Uli Beckerhoff, Ignaz Dinné, Eric Vloeimans, Henning Berg, Claudio Puntin, Claus Stötter, Manfred Schoof, Julian Argüelles und Henning Sieverts gespielt und ist bei Festivals wie North Sea Jazz Festival, Novi Sad Jazz Festival, InnTöne Festival, Jazzfestival Moers, Münster Jazzfestival, WDR 3 JazzCologne, JOE Festival und Audi Jazz Festival aufgetreten.

Pablo Helds CD-Debüt Forest of Oblivion erschien im September 2008 beim renommierten Münchner Label Pirouet Records und wurde nicht nur von der Fachpresse überschwänglich gelobt. Die Welt am Sonntag schrieb: „Der Pianist Pablo Held aus Köln ist 21 Jahre alt und hat mit seinem Trio eine Debüt-CD vorgelegt, die von Reife und Tiefgang zeugt. Die Jazzszene horcht auf“; der Deutschlandfunk kommentierte: „Er ist der Senkrechtstarter unter den jungen Jazzpianisten hierzulande. Pablo Helds pianistischen und kompositorischen Fähigkeiten sind auch ohne die Erwähnung seines Alters bemerkenswert“, und die Hessische Niedersächsische Allgemeine meldete nach einem Livekonzert: „Viel Applaus für ein fantastisches Trio mit viel Perspektive.“

Pablo Held gewann im Januar 2009 den Westfalen Jazzpreis 2009; im selben Jahr spielte das Pablo Held Trio im Finale des EBU-Jazzwettbewerbs des North Sea Jazz Festival. Derzeit ist Pablo Held mit weiteren Bands aktiv. So spielt er außer im Pablo Held Trio, das Ende 2005 gegründet wurde, bei Niels Klein Quartet, Sebastian Gille Quartet, Norbert Scholly’s Dreams, Drums & Drones, Jonas Burgwinkel’s Source Direct, Tobi Christl’s Lieblingsband, Benjamin Garcia Band, Denis Gäbel 4, Silvio Morger Group, Menzel Mutzke Quartet, Riaz Khabirpour Quintet, Claudio Strüby’s S-Cargo, Pop Goes Jazz, Nicolas Simion Group.

Diskografie

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