Ahmad Jamal

Ahmad Jamal, Foto by Marc Marnie
Ahmad Jamal, Foto by Marc Marnie

Biographie

Ahmad Jamal (* 2. Juli 1930 in Pittsburgh als Frederick Russell Jones, Pennsylvania) ist ein afro-amerikanischer Jazz-Pianist, Komponist und Arrangeur. Er hieß Frederick "Fritz" Russell Jones, bevor er um 1952 zum Islam übertrat..

Ahmad Jamal hatte Klavierunterricht, besuchte die Westinghouse High School und tritt seit seiner Jugend professionell auf. Zunächst ging er mit George Hudson auf Tournee und arbeitete 1949 und 1950 bei den Four Strings. Seit Jahrzehnten arbeitet er zumeist im klassischen Klaviertrio mit Bass und Schlagzeug, zwischen 1950 und 1956 allerdings im schlagzeuglosen Trio mit Israel Crosby, Bass, und Ray Crawford, Gitarre, (vor Oscar Petersons derartigem Trio mit Barney Kessel bzw. Herb Ellis ab 1952). In einigen Produktionen wird das Trio bisweilen durch ein Showorchester aus Bläsern, Streichern und Hintergrundsängern ergänzt. Das Ausgangsmaterial bildet das Great American Songbook neben Eigenkompositionen.

Ahmad Jamals Arbeiten verbinden Eleganz und einen Easy-Listening-Gesamteindruck mit eigenständigen und gewagten Experimenten: Süße Streicher und Chöre, eingängige Melodien und Rhythmen bilden die scheinbar eingänge Oberfläche bzw. das Verpackungsmaterial für teils avantgardistisch perkussives, minimalistisches, virtuoses oder Cluster-Spiel des Pianisten. Dabei fallen diese ungleichen Bestandteile nicht auseinander, sondern fließen ineinander. Öfters fehlen ausgedehnte Soli, an ihrer Stelle stehen eng gewobene Ensemblepartien, durchsetzt mit Improvisationen. Das Konzept zielt auf Breitenwirkung und Akzeptanz einerseits, ehrgeiziges Spiel mit sprühenden Überraschungen und Herausforderungen andererseits.

Aus Jamals Vereinigung von Pop mit Jazzinnovationen erwächst sein guter Ruf bei Publikum (US-Popchart-Platzierungen seit Jahrzehnten, bis zum 3. Platz hinauf) und Musikern: Miles Davis äußerte seit den 1950ern wiederholt seine Hochachtung, weiters beeinflusste Jamal mit seinem Trio Musiker wie Julian Cannonball Adderley, John Coltrane, Gil Evans sowie die Fusion-Musik der 1970er Jahre. Musikkritiker ignorierten ihn lange Zeit.

Seit den 1970er Jahren hat sich sein Individualstil derart gefestigt, dass Ahmad Jamal auch für die Kritik „zu den markantesten Klangschöpfern des gemäßigten Jazzklaviers“ zählt. Neuere Alben wie In Search of Momentum (2002), After Fajr (2004) sowie zahlreiche Konzerte weltweit loben nun auch Kritiker: „Pointierte Pausen, aufbrausende Läufe, harte Akkordsetzungen und motivisch pointierte Verstocktheit verwoben sich mit Bühnenexzentrik und Perfektionsanspruch zur markanten Künstlerpersönlichkeit“.

Ausgewählte Diskographie

  • At the Pershing, (Chess, 1958) mit Israel Crosby, Vernel Fournier
  • Cross Country Tour: 1958-1961, (Chess, 1958, 1961) mit Crosby und Fournier
  • The Awakening (Impulse! Records, 1970) mit Jamil Nasser, Frank Gant
  • Live at the Montreux Jazz Festival, (Atlantic, 1985) mit James Cammack, Herlin Riley
  • Chicago Revisited, (Telarc, 1993) mit John Heard, Yoron Israel
  • I Remember Duke, Hoagy & Strayhorn (Telard, 1994) mit Ephraim Wolfolk, Arti Dixson
  • A L'Olympia, (Dreyfus, 2000) mit George Coleman, James Cammack, Idris Muhammad
  • Blue Moon - Collector's Edition, (2013)
  • Saturday Morning, 2013
  • Live In Marciac 2014, 2015

Links

Ahmad Jamal Internetseite:
http://www.ahmadjamal.net/

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Quelle: Wikipedia

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