Premiere: Jazzclub Hürth streamt live im Internet

von Jacek Brun

Das Stefan Ulbricht Trio spielte im Kulturbiergarten des Hürther Bürgerhauses.

Stefan Ulbricht Trio
Stefan Ulbricht Trio, Foto: Kurt Schürmann

Für den Jazzclub Hürth war es eine Premiere: Erstmals in der 34-jährigen Vereins-Geschichte wurde ein Konzert im Internet gestreamt. Dass der Abend mit dem Stefan Ulbricht Trio auch im Netz verfolgt werden konnte, wurde durch die Kooperation mit dem Bürgerhaus Hürth im Rahmen der Open-Air-Konzertreihe #Hürth im Sommer ermöglicht. Im eigens errichteten Kulturbiergarten neben dem Bürgerhaus können auch in Pandemie-Zeiten bis zu 100 Gäste bei maximaler Sicherheit Kultur genießen. Jazzfreunde, die trotz der garantierten Hygienemaßnahmen das Konzert am Wochenende lieber zu Hause erleben wollten, konnten sich via YouTube oder Facebook zuschalten.

Hervorragende Stimmung

Nach langer Kultur-Auszeit war die Stimmung am Bürgerhaus hervorragend. Zusammen mit Reinhard Küpper (Schlagzeug) und Paul G. Ulrich (Kontrabass) begrüßte der preisgekrönte Pianist Stefan Ulbricht das Publikum vor Ort sowie die Zuschauer an ihren Endgeräten. Kurz erläuterte Ulbricht das Konzept der Formation: Boogie kombiniert mit Evergreens der 1940er und 1950er. Wie gut das klingen kann, zeigten die Musiker dann anhand des nostalgischen Western-Schlagers „Don't Fence Me In“ (Cole Porter), der mit Boogie-Rhythmen gewürzt eine durchaus ironische Note erhielt. Schon zu diesem Zeitpunkt nutzen Besucher den reichlich vorhandenen Platz zum Tanzen, sodass Ulbricht auch die Zuschauer daheim dazu aufforderte, die Falten aus dem Teppich zu schwofen.

Als Komponist präsentierte Ulbricht sich mit Stücken wie der nicht allzu melancholischen Ballade „Unanswered Love“ oder dem optimistisch groovenden Stück „Pacific Runner“, das Ohren und Tanzbeine ansprach. Seine pianistische Virtuosität demonstrierte Ulbricht, indem er im bereits 106 Jahre alten „Saint Louis Blues“ tastenzauberische Details aufscheinen ließ, die der Musik eine überraschende Tiefe verliehen. Im 1952 von Jerry Leiber und Mike Stoller geschriebenen Titel „Kansas City“ konnte Paul G. Ulrich beweisen, dass er nicht nur rasante Bass-Soli spielen kann, sondern auch eine kraftvolle Blues-Stimme hat. Das Publikum reagierte begeistert und entließ die Künstler erst nach zwei Zugaben.

„Partnerschaftliche Zusammenarbeit der Kultur-Institutionen“

Stefan Ulbricht Trio
Stefan Ulbricht Trio, Foto: Kurt Schürmann

Im Anschluss an das Konzert freute sich Günter Reiners, Vorsitzender des Jazzclubs Hürth, über den gelungenen Neustart nach der erzwungenen Corona-Pause: „Für den Jazzclub war es eine schwere Entscheidung, sämtliche Konzerte der Saison ins Jahr 2021 zu verschieben, aber die Gesundheit unserer Künstler, Gäste und Mitglieder hat für uns absoluten Vorrang. Dass wir nun im Rahmen von #Hürth im Sommer wieder kulturelle Angebote machen können, ist auch ein starkes Zeichen für die partnerschaftliche Zusammenarbeit der Kultur-Institutionen unserer Stadt. Ich danke dem Bürgerhaus ganz ausdrücklich für die Initiative und die vorbildlich umgesetzten Hygienemaßnahmen. Bei so hervorragenden Voraussetzungen freue ich mich schon jetzt auf die kommenden Konzerte im Kulturbiergarten am Bürgerhaus. Jin Jim sind am 31. Juli und das Hürther Jazz Quartett am 6. August zu erleben“, erläuterte Reiners und fügte hinzu: „Musikfreunde sollten unbedingt jetzt schon über koelnticket Karten buchen, denn das Kontingent ist wegen der Hygieneregelungen weiterhin begrenzt!“

Text: Dr. Michael Vogt

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