Der erste Schritt: Jazz thing Next Generation sucht neue Talente

Jazz thing Next Generation sucht neue Talente
Jazz thing Next Generation sucht neue Talente

Von Jacek Brun

Seit mehr als zwei Jahrzehnten bietet die Reihe Jazz thing Next Generation jungen Musiker die Möglichkeit, ihr Debüt unter professionellen Bedingungen zu veröffentlichen. Gemeinsam mit Double Moon Records sucht Jazz thing auch weiterhin nach neuen Stimmen, ungewöhnlichen Ideen und Bands, die bereit sind, den nächsten Schritt zu gehen.

Am Anfang einer musikalischen Karriere steht oft ein Widerspruch: Die Musik ist da, die eigene Band hat ihren Klang gefunden, vielleicht existieren bereits professionelle Aufnahmen – doch der Weg zu einem Label, zu medialer Aufmerksamkeit und einem größeren Publikum bleibt schwierig.

Genau an diesem Punkt setzt Jazz thing Next Generation an.

Die gemeinsam vom Magazin Jazz thing und dem Kölner Label Double Moon Records ins Leben gerufene Reihe entstand zu einer Zeit, als immer mehr hervorragend ausgebildete Jazzmusiker die Hochschulen verließen, der professionelle Markt für Nachwuchskünstler jedoch kaum entsprechende Möglichkeiten bot. Ein Debütalbum bei einem etablierten Label war für viele nur schwer erreichbar.

Aus dieser Situation entstand eine Idee, die sich längst zu einer festen Institution entwickelt hat: jungen Musiker nicht nur die Veröffentlichung eines Albums zu ermöglichen, sondern ihnen gleichzeitig Sichtbarkeit zu verschaffen.

Mehr als nur eine erste Platte

Das Besondere an Jazz thing Next Generation liegt in der Verbindung verschiedener Bereiche.

Ein ausgewähltes Projekt erhält die Möglichkeit, ein Album bei Double Moon Records professionell zu veröffentlichen und zu vertreiben. Gleichzeitig wird der jeweilige Act in Jazz thing vorgestellt. Damit verbindet die Reihe Tonträgerveröffentlichung, Promotion und journalistische Aufmerksamkeit – drei Elemente, die gerade am Anfang einer Karriere entscheidend sein können.

Dass dieses Konzept funktioniert, zeigt ein Blick auf die Geschichte der Reihe. Künstler wie Esther Kaiser, Tamara Lukasheva, Tobias Meinhart, Sebastian Sternal, Maik Krahl, Charlotte Greve, Tim Allhoff oder Maximilian Hering gehörten zu früheren Next-Generation-Veröffentlichungen und haben anschließend sehr unterschiedliche, erfolgreiche Wege innerhalb der internationalen Jazzszene eingeschlagen.

Dabei war die Reihe nie als Endstation gedacht.

Im Gegenteil: Die erste professionelle Veröffentlichung soll ein Ausgangspunkt sein. Volker Dueck, der die Reihe gemeinsam mit Jazz thing-Herausgeber Axel Stinshoff initiierte, beschrieb den Grundgedanken einmal sehr klar: Next Generation ermöglicht im Idealfall das Debüt – danach soll sich die weitere Karriere entwickeln, möglicherweise auch bei anderen Labels und mit neuen Partnern.

Gesucht wird Potenzial

Wer sich bei Jazz thing Next Generation bewirbt, muss noch keine abgeschlossene Karriere vorweisen können. Das wäre auch ein Widerspruch zum Konzept.

Gesucht werden Musiker, bei denen eine eigene künstlerische Handschrift erkennbar ist und deren Musik das Potenzial besitzt, sich weiterzuentwickeln.

Volker Dueck formulierte es in einem früheren Gespräch treffend: Bei Next Generation gehe es nicht um fertige Musiker, sondern um Talente. Die spannende Aufgabe bestehe darin, deren Potenzial zu erkennen.

Eine Veröffentlichung im Eigenvertrieb oder frühere Mitwirkungen in anderen Bands schließen eine Bewerbung grundsätzlich nicht aus. Entscheidend ist vielmehr, dass es sich im Wesentlichen um das erste professionelle Album unter eigenem Namen beziehungsweise mit dem eigenen Projekt bei einem etablierten Label handelt.

Gerade für Musiker, die ihre Ausbildung abgeschlossen haben, bereits intensiv mit einer eigenen Band arbeiten und nun überlegen, wie der nächste Schritt aussehen könnte, kann diese Reihe deshalb eine interessante Möglichkeit sein.

Warum sich eine Bewerbung lohnt

Natürlich garantiert auch eine Veröffentlichung innerhalb einer etablierten Reihe keine Karriere. Jazz bleibt ein Markt, in dem langfristige Entwicklung, Konzerte, Netzwerke, kontinuierliche künstlerische Arbeit und nicht zuletzt eine Portion Ausdauer entscheidend sind.

Doch ein professionell veröffentlichtes Debüt kann Türen öffnen.

Es schafft eine Referenz. Es macht die eigene Musik für Veranstalter, Medien und ein neues Publikum sichtbar. Und es gibt einem jungen Projekt die Möglichkeit, sich erstmals innerhalb eines professionellen Umfelds zu präsentieren.

Dass die Idee auch nach vielen Jahren nichts von ihrer Aktualität verloren hat, zeigt die kontinuierliche Fortsetzung der Reihe. Aus einem zunächst überschaubaren Experiment ist längst eines der beständigsten Nachwuchsprojekte der deutschsprachigen Jazzszene geworden.

Und vielleicht steht die nächste Geschichte gerade erst am Anfang.

Jetzt bewerben

Jazz thing und Double Moon Records suchen weiterhin nach neuen Talenten für Jazz thing Next Generation.

Wer bislang noch kein Album bei einem etablierten Label veröffentlicht hat und über veröffentlichungsreife Aufnahmen verfügt, kann sich bewerben.

Benötigt werden:

  • veröffentlichungsreife Musikaufnahmen
  • Informationen über das Projekt beziehungsweise die Band
  • ein aktuelles Foto

Die Bewerbung kann direkt an die Redaktion von Jazz thing geschickt werden:

Jazz thing & Blue Rhythm
Verlag Axel Stinshoff
Sülzburgstraße 74
50937 Köln

E-Mail: redaktion@jazzthing.de

Vielleicht liegt das erste Album längst auf der Festplatte. Vielleicht spielt die Band seit Monaten oder Jahren zusammen. Vielleicht fehlt nur noch der Schritt aus dem Proberaum hinaus.

Dann könnte genau jetzt der richtige Zeitpunkt sein, sich zu bewerben.

Text: Jacek Brun

Über den Autor

Jacek Brun ist Gründer und Herausgeber von jazz-fun.de sowie seit vielen Jahren als Journalist, Fotograf und Jazzförderer aktiv. Sein Netzwerk reicht von Künstlern und Festivals bis zu Medienpartnern in ganz Europa.

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