Jazz News

JazzBaltica All Star Band 2019

Sich mit dem Programm eines Festivals zu beschäftigen hat den Vorteil, dass die auftretenden Aktivisten gut bekannt sind. Dadurch gibt es eine gewisse – dank guter Programminformationen – Ahnung, wie das Konzert verlaufen könnte. Der Nachteil liegt darin, dass mit diesen Vorab-Informationen eine bestimmte Erwartung geweckt wird, die bestätigt oder enttäuscht werden kann. Ein Konzertbericht von Cosmo Scharmer

Gianni Gagliardi Quartet feat. Chris Cheek - Bikram

Der in Barcelona geborene Gianni Gagliardi bringt sein drittes Album als Leader nach Jahren des nomadischen Lebensstils und der musikalischen Auseinandersetzung heraus. Sein einzigartiger Klang, seine Originalität und seine künstlerische Integrität haben es ihm ermöglicht, auf der ganzen Welt in den unterschiedlichsten Stilrichtungen von Jazz bis Flamenco zu spielen.

Karin Hammar Fab 4

Die Musik der Posaunistin Karin Hammar hat es nicht schwer zu gefallen. Es sind unkomplizierte wie gefällige Themen, die gleich ins Ohr gehen. Oft mit einem ordentlichen Anteil an latinischen und brasilianischen Spielweisen. Das Quartett verfügt neben den Klangfarben von Drums und Bass über die der Gitarre, die oft – unisono mit der Posaune – in die Themen einführt, diese vorstellt, erweitert. Ein Konzertbericht von Cosmo Scharmer

Thomas Quasthoff & Trio, Foto: Stephan Doleschal

Auf der Hauptbühne war dies das Auftaktkonzert. Swingende Standards mit einer großen Stimme als führende Farbe. Wer Standards mag, eine Vorliebe für Gesang, für voluminöse Stimmen mit klassischer Jazzintonation hat, der war hier genau richtig und der sollte voll auf seine (Genuss-)Kosten kommen. Ein Konzertbericht von Cosmo Scharmer

Martin Tingvall . The Rocket

„The rocket“ (SKP 9167) heißt das neue Album, auf dem der Pianist seine Zuhörer mit einem ganz eigenen Genre verzaubert und sie auf eine Reise in neue Sphären mitnimmt. Aber von raketenartiger Schnelligkeit kann nicht die Rede sein. Ruhig lässt Tingvall es angehen auf diesem Album und diese Ruhe behält er auch bei.

Europa, deine Talente - Bewerbung für Europäische Showcase Festivals geöffnet

Berlin 27.06.2019 – Zum dritten Mal öffnet das EU geförderte Talent-Programm INES seinen Bewerbungszeitraum. Diesmal für die Festival-Saison 2020. Bis zum 27. August 2019 können sich Live-Acts als INES#talent bewerben, um auf europäischen Showcases aufzutreten und einen Grundstein für die internationale Karriere zu legen.

Bill Evans - Smile With Your Heart

Smile with your heart Heart: The Best of Bill Evans on Resonance ist eine Reise quer durch die 4 Bill Evans-Alben im Labelkatalog: Live at Art D’Lugoff’s Top of the Gate (2012), Some Other Time: The Lost Session from the Black Forest (2016), Another Time: The Hilversum Concert (2017) und Evans In England (2019).

Gianluigi Trovesi & Gianni Coscia - La Misteriosa Musica Della Regina Loana

Dieses äußerst unterhaltsame und höchst erfindungsreiche Album ist dem verstorbenen Umberto Eco gewidmet, einem lebenslangen Freund des Akkordeonisten Gianni Coscia und leidenschaftlichen Unterstützer dieses besonderen Duos. Ecos "The Mysterious Flame of Queen Loana", eine Meditation über die Natur der Erinnerung, inspiriert Trovesi und Coscia auf ihrer eigenen nostalgischen musikalischen Forschungsreise, die auf die im Roman erwähnte Musik verweist und sich frei auf seine philosophischen Themen bezieht. 

Philip Bailey - Love Will Find A Way

Die Stimme kenn' ich doch... ? Aber sicher! Philip Bailey besitzt eine der einprägsamsten Stimmen der Black Music. Man kennt sie von den Hits der Band Earth Wind & Fire, von Kollaborationen mit Stevie Wonder, Stanley Clarke, Kenny Loggins und Chante Moore sowie natürlich von seinem Mega-Hit »Easy Lover« mit Phil Collins.

Maria Farantouri & Cihan Türkoğlu - Beyond The Borders

Der Albumtitel ist wahrhaft Programm bei diesem Treffen bemerkenswerter Musiker, die traditionelle Musik aus Griechenland, der Türkei, dem Libanon und Armenien interpretieren und Eigenkompositionen des anatolischen Saz-Spielers Cihan Türkoglu und des Texters Agathi Dimitroukas spielen. 

Kiki Manders - Universe In A Shoebox

Fast alle der zehn Kompositionen zu "Universe In A Shoebox" stammen von Kiki Manders und basieren auf Fragen zu unserem Konzept von Zeit und Raum. Und auch über unsere unterschiedlichen Wahrnehmungen der Realität: "Wenn das Universum in einen Schuhkarton passen würde, wie unglaublich klein wären wir Menschen dann?" Manders wundert sich, und mit absoluter Gewissheit findet sie die perfekte Balance zwischen einer melodisch poetischen Welt und einem Fluss von Abstraktheit.

Junodori - I won’t wait

Die Pianistin und Sängerin Judith Nordbrock tourt bereits seit einigen Jahren international unter ihrem Projektnamen Junodori. Ihre Songs, die die gelernte Toningenieurin als Singer-Songwriterin schreibt, bilden eine reizvolle Melange aus Pop und Jazz, deren Bandbreite emotionale Balladen und Chansons ebenso wie Funk mit einschließt. Bei der CD „I Won't Wait“, deren insgesamt sechs Tracks Judith Nordbrock mit einer großen Besetzung an renommierten Musikern in den Tinitus- Studios Los Angeles einspielte, handelt es sich um die erste Studio-Produktion der in Bonn geborenen Musikerin.

Elbjazz 2019 - Fotoreportage
Elbjazz 2019

In der Nacht am 01/02. Juni ging das ELBJAZZ erfolgreich zu Ende. Insgesamt wurden für die neunte Ausgabe eines der größten deutschen Jazzfestivals 20.000 Tages- und Zweitagestickets verkauft. An beiden Festivaltagen (31. Mai und 1. Juni) besuchten jeweils 15.000 Besucher die zwei Festivalzentren in der HafenCity und auf dem Werftgelände von Blohm+Voss. Ich war dabei und habe einige Fotos gemacht.

Ruud Breuls & Simon Rigter Quintet - Rise And Shine

Bert Jansma (Jazzjournalist): "So ein Unsinn, diese Diskussionen über Jazz damals, Jazz heute, Jazz der Zukunft und wie man Jazz macht! Das waren meine ersten Gedanken, als ich ›Rise and Shine‹ des niederländischen Ruud Breuls / Simon Rigter Quintets hörte. Weil ich reinen Jazz hörte, Jazz aller Epochen. Nicht prätentiös, nicht affektiert, keine heimlichen Absichten, sondern Jazz von fünf Musikern, die zusammengekommen sind, ›nur‹ um schöne Musik zu machen, jeder von ihnen äußerst versiert und stets des emotionalen Inhalts seines Klanges bewusst. "

Lettuce - Elevate

Mit Elevate veröffentlicht die amerikanische Funk-Band Lettuce zum ersten Mal ein Album in Europa! Genre-abhängig funk-jazz-soul-hip-hop-psychedelische Jam-art-rock-experimentelle-avantgardistische Musik-Titane, haben Lettuce ihr aktuelles Studioalbum Elevate heute über ihre eigenen Lettuce Records veröffentlicht. Das 11-Track-Album enthält die zuvor veröffentlichten und von der Kritik gefeierten Songs "Krewe" und "Everybody Wants To Rule The World", letztere ihre jazzige Interpretation des Erfolgs von Tears For Fears

Akku Quintet - Depart

Sphärisch – atmosphärisch. Komplex und federleicht rollt, gleitet, hüpft und tanzt ihre Musik durch die Takte, schwingt sich auf in luftige Höhen und gleitet nieder in erdige Sphären, wo sie mit rollenden Bässen und messerscharfen Beats Anlauf für den nächsten Wachtraum nimmt. Die Band um den Schlagzeuger Manuel Pasquinelli vereint Elemente aus Jazz, Minimal Music und Rock/Pop zu einem eigenständigen Bandsound.

Inge Brandenburg - I Love Jazz

„Aus Anlass ihres 90. Geburtstages und 20 Jahre nach ihrem Tod erscheint zur Erinnerung an Inge Brandenburg ein Album mit bisher unveröffentlichten Gesangsaufnahmen der First Lady des deutschen Jazz.“ So lautet die Presse-Info des Produzenten-Teams der CD Marc Boettcher und Patrick Römer. Das ist der Anlass für Jazz-Fun.de und Cosmo Scharmer, die Sängerin zu würdigen und ihre CD "I love Jazz" zu besprechen.

Michel Camilo - Essence

Für sein 25. Album als Leader wollte der legendäre Pianist, Komponist und Bandleader Michel Camilo etwas ganz Besonderes tun. Das sagt etwas aus, denn jede Veröffentlichung der GRAMMY®, Latin GRAMMY® und Emmy-Gewinner Camilo ist ein Ereignis. Der in Dominikana geborene Pianist machte sich auf den Weg, um im großen Stil zu feiern: nämlich, indem er seine All-Star-Bigband zum ersten Mal seit einem Vierteljahrhundert wieder einberuft, um die ganze Bandbreite und Breite seiner bemerkenswerten Karriere zu erforschen.

Vesna Pisarović - Joe Fonda - John Betsch feat. Gebhard Ullmann - Petit Standard

Vesna Pisarović arbeitet seit fünf Jahren an ihrem Projekt Petit Standard, feilt am Programm, an der Auswahl der Songs und an der Besetzung. Denn es ist eine große künstlerische Herausforderung, insbesondere für den Gesangspart, ohne Melodieinstrument auszukommen. Vesna hat sich dieser Herausforderung gestellt, mit Bravour. Stabil und souverän treten ihre Musikerkollegen auf, Joe Fonda am Bass und, von Anfang an dabei, John Betsch am Drumset.

Black Art Jazz Collective

Wenn Hardbop seine Muskeln spielen lässt. Das Black Art Jazz Collective gibt ihr einziges Deutschland-Konzert im Pappelgarten. Mal hochdynamisch, dann wieder balladesk und gefühlvoll: So präsentierte sich das New Yorker Black Art Jazz Collective bei seinem einzigen Deutschland-Konzert vor knapp 100 Besuchern im vollen Reutlinger Pappelgarten. Reportage von Rainer Ortag - jazzreportagen.com

Fred Hersch & The WDR Big Band - Begin Again

Einer der einflussreichsten Jazzpianisten und Komponisten seiner Generation - eine "lebende Legende" des New Yorkers - Fred Hersch hat in seiner vier Jahrzehnte währenden Karriere ein breites Spektrum an Werken geboten. Dieser 14-fache Grammy-Nominierte hat zeitgemäße Klaviertrios geleitet, wie die Einheit, die er zusammen mit dem Bassisten Drew Gress und dem Schlagzeuger Tom Rainey leitete, die auf der letztjährigen renommierten Archivveröffentlichung Fred Hersch Trio '97 @ the Village Vanguard zu hören ist.

Avishai Cohen - Arvoles

Nur wenige musikalische Reisen folgen einer so abenteuerlichen wie unvorhersehbaren Fährte wie jene, die Avishai Cohen seit mehr als 20 Jahren beschreitet. Spätestens seitdem der vielgefeierte Bassist und Komponist zum Bandleader wurde, weisen seine Aufnahmen eine konstante Weiterentwicklung auf. Cohens jüngstes Album, „1970“, wurde zu seinem bislang meistverkauften und brachte ihn einem Pop-Publikum nahe, das zum Großteil keinen Schimmer hatte von seinem enormen Katalog und seinen bisherigen Arbeiten.

Markus Burger, Peter Erskine, Bob Magnusson - The Alaska Sessions - Accidental Tourists

Seit meiner Kindheit liebe ich die Natur, und ich habe mich in die weite Wildnis Alaskas und Islands verliebt. 2000 habe ich Island zum ersten Mal besucht und die meisten Songs für meine CD für Klavier solo Ultreya geschrieben, die 2001 auf Jazzline Records veröffentlicht wurde. Erst 2002 besuchte ich Alaska, Valdez und die Kenai-Halbinsel. Die Schönheit Alaskas und die Einzigartigkeit der Leute, die dort leben, haben mich umgehauen... (Markus Burger)

Manu Katché, Foto: Jacek Brun

Manu Katché im Quasimodo, Berlin am 31.05.2019. Ausverkauft, dies entspricht 350 Besuchern. Voller geht es nicht. Vielleicht noch ein halbes Dutzend in der dritten Reihe vor dem Tresen. Vermutlich hätte das Quasimodo erheblich mehr Tickets verkaufen können. Die Chefin des Clubs stellt mit Freude und sichtbarem Stolz ihren Gast vor, erzählt ein wenig aus seinem Leben und erklärt, warum er gleichermaßen Kraft mit Eleganz beim Spielen verbinden kann. Ein Konzertbericht von Cosmo Scharmer

Karim Maurice, Will Galison & La Camerata - Odysseus Fantasy

Karim Maurice, Will Galison und das Streichorchester La Camerata präsentieren Odysseus Fantasy, ein von der French American Jazz Exchange (FAJE) unterstütztes Album. Inspiriert wurde diese faszinierende Zusammenarbeit von einem der berühmtesten literarischen Werke, Homers Odyssee. Die traumhaften Eigenkompositionen des musikalischen Universalgelehrten Karim Maurice basieren auf der epischen Erzählung von Ulysses, die zu einer Klangwelt von Frische und Tiefe führt.

SHALOSH, by ACT, Foto: Zohar Ron

Lyrische Anschläge des Pianos läuten den Konzertbeginn ein. Vorsichtig bahnt sich das Thema an, welches dann unisono mit dem Bass vorgetragen wird. Das Thema nimmt langsam Gestalt und Fahrt auf. Jetzt klirren die Becken. Matan Assayag, der Man an den Drums, spielt mit, greift zu den Besen. Markant melodische Basslinien von David Michaeli, die sich mit den Tonfolgen des Pianos verstärken und ergänzen, schaffen einen balladenhaften Sound. Ein Konzertbericht von Cosmo Scharmer

Bob Sheppard - The Fine Line

"Beim Jazzahead Network Event 2013 in Bremen traf ich Michele Ito von BFM Records; der wiederum stellte mich Bob Sheppard vor. Shep und ich führten ein wunderbares, langes Gespräch. Wir tauschten Musik aus, unsere Alben, und diskutierte die Möglichkeiten, zusammenzuspielen. Als ich zurück nach Hause in die Niederlande fuhr, hörte ich Bobs Album Close Your Eyes. Ich verliebte mich in die Musik und sein Spiel." (Jasper Somsen)

Dock In Absolute - Unlikely

Dock In Absolute ist ein herausragendes Trio aus Luxemburg und Belgien, bestehend aus Jean- Philippe Koch am Klavier, David Kintziger am Bass und Michel Mootz am Schlagzeug, jungen Musikern, die der Musikszene neues Leben einhauchten und am Berklee College of Music Boston, der Codarts University of Arts Rotterdam, der Hochschule für Musik Saarbrücken und dem Royal Conservatoire of Liège studierten.

Anna Margolina Band, Foto: Tobias Nikolajew / David Beecroft / Michael Breyer

Das Songbook der Anna Margolina – Überraschungen, Tempations. Der Gesang von Anna Margolina schafft sich mehr durch zarte und differenzierende Intonation Gehör, als durch wuchtiges Volumen, Lautstärke oder artistische Technik. Wer ihren Interpretationen der Songs folgen will, ihre Phrasierungen entdecken möchte, der muss schon genau hinhören, um die Tonverfärbungen ihrer Stimme, die harmonisch-melodischen Schleifen und stilistischen Akzente zu entdecken. Ein Konzertbericht von Cosmo Scharmer

André Weiß Abschlusskonzert im Jazzclub Bix Stuttgart am 26. März 2019

André Weiß begann sein Studium in Graz und beendete es jetzt an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Hier präsentierte er seine Musik, die von seinen großen Vorbildern Oskar Peterson und Monty Alexander geprägt ist. Ihren swingenden, bluesigen Jazz hat er verinnerlicht und weiterentwickelt und so zu seinem eigenen Stil gefunden. Reportage von Rainer Ortag - jazzreportagen.com