Jazz News

Sooäär-Yaralyan-Ounaskari - Goodbye July

Was ist ein Trio aus Gitarre, Bass und Schlagzeug, das melodischen Jazz mit einigen Elementen nordischer Folklore und europäischer Klassik spielt? Die Antwort kam dem estnischen Gitarristen Jaak Sooäär, als er sich die Ergebnisse der Aufnahmesession des Trios anhörte, das 2018 ihr Debütalbum “A Shooting Star” (o-tone music) werden sollte. Die Musik klang wie ein Klaviertrio, nur ohne ein Klavier in der Band. Die Rock-orientierten Trios mit Gitarre, Bass und Schlagzeug werden auch als “Power-Trios” bezeichnet. Im polyphonen Zusammenspiel der drei Musiker entstand ein Klang der sich eher nach luftigen Landschaften, ähnlich dem europäischen Klaviertrio-Sound anhörte.

Philip Zoubek Trio - Nonplaces

Die neue CD des Philip Zoubek Trios präsentiert einen ungewöhnlichen Zugang zum gängigen Format des Pianotrios. Die Musiker begreifen die tradierte Form als Herausforderung, dass da noch etwas zu holen ist. Mit extremer Dynamik, unverbrauchten Wendungen, konziser Präzision und immenser Spielfreude schreiten sie punktgenau immer anders gesteckte Rahmen aus. Man hört ein klares Statement, wie es nur ein bestens eingespielter Organismus abgeben kann. Man hört anregende Trialoge in konstruktiver Spontaneität, die sich für ihre Aufbrüche nicht bei Vorbildern rückversichern muss.

Bastien Keb - The Killing of Eugene Peeps

Eine Ode an Giallo, 70er Jahre Kriminalfilme und das französische „New Wave“ Kino: Bastien Keb’s drittes Album 'The Killing of Eugene Peeps' ist ein fiktionaler Soundtrack, der aus Downbeat- Anti-Balladen, kinematischen Instrumentals, psychedelic-Folk und verzerrten Selbstgesprächen besteht. Ursprünglich bestand es aus drei Teilen: Filmscore, Soundtrack und „zufällige“ Musik; Das Album entwickelte sich wie in einem Traumzustand, Ein Erzähler führt den Hörer abschnittweise durch die Songs zwischen Sehnsucht und Reue: “I always wanted more, I always hoped there was more”.

Ground 71 - Ground 71

Ground 71 ist ein italienisches Instrumentalensemble, das von Giampiero Locatelli (Klavier, Rhodos), Stefano Dallaporta (Kontrabass und E-Bass) und Andrea Grillini (Schlagzeug) gegründet wurde. Sie trafen sich und begannen 2015 zusammen zu spielen, und von Anfang an waren ihre Interessengebiete auf die Konzepte Form, Raum und Metrum ausgerichtet.

Zuzana Leharova Quartet - Knochenmann

Die Violine und der Jazz – trotz herausragender Protagonisten wie Stéphane Grappelli, Jean- Luc Ponty oder Regina Carter von jeher ein nicht gerade allzu inbrünstiges Liebesverhältnis. Mit der Geigerin Zuzana Leharova versucht nun erstmals ein Mitglied der Jazz thing Next Generation, die sorgfältig gepflegten Vorurteile mit einem Bogenstrich in Luft aufzulösen. Die Mittel, die sie dabei verwendet, könnten authentischer kaum sein. In der Slowakei geboren, besitzt Leharova die österreichische Staatsbürgerschaft, lebt aber in Köln. Ein unorthodoxer, extrem spannender Mix aus Herkünften und stilistischen Einflüssen, aus Identitätssuche und Zugehörigkeit, aus Abenteuerlust und Entschlossenheit, der in jeder Sekunde ihre Musik und ihr Violinspiel bestimmt.

Mark Wade - Songs from Isolation

Der Bassist Mark Wade hat mit seinem Trio und seiner 2015 erschienenen Debütaufnahme Event Horizon und der 2018 erschienenen Folgeaufnahme Moving Day internationale Anerkennung erlangt. Der beliebte New Yorker Bassist ist dreimaliger Finalist bei der Leserwahl des Downbeat Magazine. Für seine 2020 erscheinende Veröffentlichung Songs From Isolation tritt Wade allein auf und präsentiert ein einzigartiges Soloprojekt. Die fünf in diesem Werk enthaltenen Titel bestehen aus Musik, die ausschließlich auf dem akustischen und elektrischen Bass gespielt wird.

Anja Schumann - Ganz Neu

"Ganz neu" ist der Titel von Anja Schumann neuester Platte. Passend zum Corona-Jahr 2020, in dem alles anders und ganz neu ist. Die Sängerin und Komponistin wünschte sich am Ende des letzten Jahres, als sie die Zeilen schrieb: „Und nächstes Jahr mach ich frei, das nächste Jahr wird ganz neu.“ – eigentlich nur etwas weniger Arbeit, mehr Zeit zum Durchatmen. Nun ist es so gekommen, wenn auch ganz anders als erwartet.

Ella Fitzgerald - Ella: The Lost Berlin Tapes

Ella Fitzgerald und die Stadt Berlin werden bis in alle Ewigkeit durch ein Konzert verbunden bleiben, das die „First Lady of Jazz“ im Februar 1960 in der Berlin Deutschlandhalle vor einem begeistert rasenden Publikum gab. Ellas Produzent, der legendäre Verve-Gründer Norman Granz, hatte die erfreuliche Angewohnheit, die wichtigsten Liveauftritte seiner Künstlerin mitzuschneiden. Viele davon erschienen auf LP, andere aber verschwanden für immer in den Archiven. Der Mitschnitt des Berliner Konzertes erschien noch im selben Jahr unter dem Titel „Mack The Knife - Ella in Berlin“ als Verve-LP und wurde zu einem der größten Erfolge der Künstlerin.

Linntett - A Traveller's Tale

Die 26-jährige Baritonsaxofonistin Kira Linn war schon als Jugendliche von Bigbands, wie denen von Count Basie oder Duke Ellington, fasziniert. 2016 gründete sie mit dem „Linntett“ ihre eigene kleine Bigband, mit der sie jetzt ihr zweites Album vorlegt. In „A Traveller’s Tale“ geht es – wie der Titel erahnen lässt – um Reisen in Städte und an besondere Orte. Und um Begegnungen mit Menschen.

Jeremy Pelt - The Art Of Intimacy Vol.1

Jeremy Pelts unstillbare Neugier hat ihn zu einem der facettenreichsten Jazzkünstler gemacht. Ob als Leader, Sideman, Begleiter oder Komponist, hat er fast jeden Aspekt und jedes Genre des Jazz untersucht, von elektrisch bis eklektisch, von Be-Bop bis Free-Bop. Hier schließt sich Pelt mit dem legendären George Cables am Klavier und Peter Washington, der die Bassslinien spielt, zusammen.

Tingvall Trio - Dance

Das Tingvall Trio braucht keine Vorstellung mehr. Wer zu der Handvoll von Jazz Künstlern aus Deutschland gehört, die auch international den Durchbruch geschafft haben, wer neben drei ECHO JAZZ AWARDS auch mit allen Studioveröffentlichungen GOLD Status erreicht hat, dessen neue Veröffentlichung wird mit Spannung erwartet.

Susan Weinert Rainbow Trio - Der Baum vor meinem Fenster

Mit ihrer 14. CD “Der Baum vor meinem Fenster“, überreicht uns Susan Weinert ein Abschiedsgeschenk, denn am 02.03.2020 verstarb die sympathische Gitarristin & Komponistin, die über Jahrzehnte unermüdlich an ihrem eigenen Klangkosmos feilte, sich stetig weiterentwickelte und immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen war. In über 3000 Konzerten in der ganzen Welt präsentierte sie ihre Musik einer stetig wachsenden Fangemeinde.

Kraan - Sandglass

Wer KRAAN kennt und wer das neue Album „Sandglass“ mit wachen Ohren hört, wird dies bestätigen können. Drei hochmusikalische Könner ihres Fachs zelebrieren ebenso lässig wie konzise, gleichermaßen geschichts- wie selbstbewusst und souverän über die eigenen Stärken verfügend eine komplexe und doch entspannte Musik, die aus der Zeit gefallen zu sein scheint und doch tatsächlich zeitlos ist.

Harish Raghavan - Calls For Action

Seit Harish Raghavan 2007 aus Illinois über Kalifornien nach New York gekommen ist, hat er mit zahlreichen Künstlern aufgenommen und getourt, darunter Ambrose Akinmusire, Kurt Elling, Taylor Eigsti, Vijay Iyer, Charles Lloyd, Walter Smith, Logan Richardson und Eric Harland. Er hat aber auch die Gelegenheit genutzt, mit einem Zustrom heller neuer Stars zu arbeiten, was zu diesem ausgesprochen geschmeidigen Quintett mit dem Altsaxophonisten Immanuel Wilkins, dem Pianisten Micah Thomas, dem Vibraphonisten Joel Ross und dem Schlagzeuger Kweku Sumbry führte.

Scott Kinsey - We Speak Luniwaz

Scott Kinsey ist weithin als einer der fähigsten Keyboarder seiner Generation bekannt und einer der führenden Interpreten von Joe Zawinuls reichem musikalischen Erbe. Als musikalischer Leiter der Zawinul Legacy Band hat Kinsey elektrisierende Darbietungen zur Feier von Zawinuls bahnbrechender Arbeit mit Weather Report und dem Zawinul Syndicate geliefert.

Michael Janisch - Worlds Collide

Nach der stilistischen Breite der live eingespielten und nachbearbeiteten elektroakustischen Veröffentlichung Paradigm Shift im Jahr 2015, startet Bassist Michael Janisch sein neues Projekt Worlds Collide mit einer Band bestehend aus dem Saxophonisten John O’Gallagher, dem Trompeter Jason Palmer, dem Gitarristen Rez Abbasi und dem Schlagzeuger Clarence Penn. Es wurde im legendären Studio 3 von Abbey Road aufgenommen und von Tyler McDiarmid gemischt und gemastert. Mit dabei waren Gastsaxophonist George Crowley, Keyboarder John Escreet und Schlagzeuger/Perkussionisten Andrew Bain.

Christoph Irniger Trio - Open City

Das Christoph Irniger Trio feiert das Melodiöse, ohne je ins Triviale zu verfallen. Die Stücke sind Tondichtungen, die zeigen, dass die eingängige Melodie und eine komplexe Klangwelt einander nicht ausschliessen müssen, sondern erst richtig zur Geltung bringen können. Es besticht dabei die sorgfältige Orchestrierung und die Art, wie in seiner Musik die Improvisation die Komposition verdeutlicht. Das Trio vermag Melodie, Arrangement, Improvisation zu einem stimmigen und verführerischen Ganzen zu verbinden.

Ali Neander Organ Quartet - Jazz: Songs

Ali Neander, einer der vielseitigsten Köpfe der Sechs-Seiten-Zunft hierzulande, Gründungsmitglied der Rodgau Monotones, Sideman u.a. bei Moses Pelham, Glashaus, Edo Zanki und vielbeschäftigter Studiogitarrist. Aber auch als Solo-Act aktiv (u.a. zwei Alben mit Bass-Legende Hellmut Hattler und ein vielbeachtetes „Blues“ Projekt) hat sich für sein neues Album „Jazz:Songs“ das klassiche Jazz-Orgel Trio als Ausgangspunkt ausgesucht: Robert Schippers (Orgel) und Ralf Gutske (Schlagzeug) erweitert durch die wunderbare Caro Trischler (Gesang).

Cleo - A Vocal Journey - Konzert am 22.09.2020

Seit Anfang des Jahres habe ich kein Konzert mehr besuchen können. Letzter Woche war es dann soweit. Am Dienstag, den 22. September gab Cleo Steinberger mit ihrer Band ein Konzert im Freizeitzentrum Schnelsen e. V. in Hamburg. Wir haben bereits auf jazz-fun.de und auf JazzDayGermany über Cleo geschrieben. Die Sängerin war eine der 50 von uns vorgestellten Künstlern, ebenso ihr Pianist Béla Meinberg.

Stefan Schultze Septet - Turbalento

Dies ist nicht einfach noch eine Band. Es ist ein bedacht und ausgewogen konzipierter Organismus, der die groß angelegten Ideen des Bandleaders Stefan Schultze zum Leuchten bringt. Schultze denkt in größeren Formaten, ohne sich auf Genregrenzen und Traditionslinien einengen zu lassen. Aus einem genau geplanten Agieren handverlesener Interpreten resultieren Klangfacetten weit jenseits der Eindimensionalität. „Genau dieses Septett sollte es sein“, sagt Stefan Schultze. Warum, kann man in jeder Nuance dieser unverhofften Musik hören.

Stewy von Wattenwyl - In The Giants Garden

Mit der CD IN THE GIANTS GARDEN verwirklicht von Wattenwyl eine Idee, die er seit vielen Jahren als Traumprojekt mit sich herumträgt: Nur von Pianisten komponierte Musik neu zusammenzustellen. Musik von bekannten Schlüsselkünstlern wie Thelonious Monk, Herbie Hancock oder Keith Jarrett bis hin zu den heute fast vergessenen wie Mal Waldron oder Ray Bryant, eher nicht die Hits, sondern die Perlen, die es nicht ins Great American Songbook geschafft haben.

Bilderstürmer des Jazz

Das Septett Shake Stew beeindruckt mit ihrem Programm "Intergalactic Jazz-Trance". Abseitige und innovative Klänge haben hier Vorrang: Shake Stew, die Shooting-Stars der österreichischen Jazzszene, kamen in die ausverkaufte Dieselstraße in Esslingen und präsentieren mit ihrer brandneuen Live-CD und dem mit dem „Deutschen Schallplattenpreis 2020“ ausgezeichneten Album „Gris Gris“ einen aus hypnotischen Beats und zum Teil ekstatischen Sound-Eruptionen gefertigten Mix.

Christian McBride Big Band - For Jimmy, Wes And Oliver

Im September 1966 trafen sich der Organist Jimmy Smith und der Gitarrist Wes Montgomery in Rudy Van Gelder's berühmtem Studio in Englewood Cliffs, New Jersey. Innerhalb von drei Tagen nahmen die beiden Jazz-Ikonen das Material für zwei mittlerweile klassische Alben auf: The Dynamic Duo (1966) und Further Adventures of Jimmy and Wes (1968), unterstützt von einer Big Band mit Arrangements des großen Oliver Nelson.  For Jimmy, Wes und Oliver, das am 25. September über Mack Avenue Records veröffentlicht wurde, spiegelt das Format der ursprünglichen Smith/Montgomery-Gipfeltreffen wider, mit einer ausgewogenen Mischung aus Big-Band- und Quartett-Tracks.

Adam Baldych - Clouds

Das glückhafte Gelingen eines Konzerts, der Rausch, wenn Musiker und Publikum im Klang verschmelzen, setzt in den meisten Genres intensive Vorbereitung und große Vertrautheit der Akteure voraus. Im Jazz geht‘s auch anders, spontan und dank der Kraft von Improvisation und Freiheit. Und natürlich, wenn die die Richtigen aufeinandertreffen. So wie der polnische Geiger Adam Baldych, der französische Cellist Vincent Courtois und der niederländische Pianist Rogier Telderman. Beim Start des neuen „Sound of Europa“-Festival in Breda 2018 begegneten sie sich erstmals, um keine 24 Stunden später einen gemeinsamen Auftritt hinzulegen, der Publikum und Presse begeisterte.

Marilyn Mazur - Future Song Live Reflections

Im Kopf von Marilyn Mazur entstand ein Plan. Es war ein Plan, der sich aus den Erfahrungen auf Welttourneen nährte, bei denen sie in den Bands einiger großer Meister der Jazzmusik spielte, darunter Gil Evans, Wayne Shorter und Miles Davis. Am Ende würde sie Davis' Projekt verlassen, um ihr eigenes zu verwirklichen. Sie kehrte aus den USA in ihr Heimatland Dänemark zurück, um ihre "Traumband" zu gründen. So nennt sie es, und das ist es auch.

Tal Arditi - Colors

Der Gitarrist Tal Arditi gehört zu den Aushängeschildern der überaus lebendigen jungen israelischen Jazz-Szene. Sein zweites Album Colors zeigt variantenreiches Spiel und kraftvolle, energiegeladene Kompositionen. Gemeinsam mit Lukas Traxel am Kontrabass und Tobias Backhaus am Schlagzeug kreiert Arditi einen einzigartigen Sound, in dem er Einflüsse von Jazz, Rock und Klassik mit brasilianischen Rhythmen vermengt.

Diana Krall - This Dream Of You

Ein neues Album von Diana Krall ist immer ein Ereignis. Auf keinem ihrer bisherigen Werke kommt man der Sängerin und Pianistin vielleicht so nah wie auf „This Dream Of You“. Wobei "neu" nicht ganz zutrifft. Diese Studio-Aufnahmen entstanden in den Jahren 2016 und 2017 in verschiedenen Sessions mit ihrem langjährigen Produzenten Tommy LiPuma die die kanadische Jazzpianistin und Sängerin vor dessen Tod im Jahr 2017 gemacht hat. Sie wurden jedoch nie veröffentlicht – bis jetzt.