Jazz News

Parov Stelar bei der jazzopen Stuttgart

Eingeleitet von subsonischen Eruptionen und dramatischen Lichteffekten hat Parov Stelar am Samstag die jazzopen-Bühne am Stuttgarter Schloßplatz geentert. Es folgte ein druckvolles und energiegeladenes Set vom Anfang bis zum Ende, die Kühle des späten Septemberabends wich binnen Sekunden. Ganz großes Kino!

Liam Gallagher bei der jazzopen Stuttgart

Die BRAVO-Hits 12 von 1996 kann der beflissene jugendlich-nostalgische Popfan 2021 auf Spotify streamen, ohne den Staub auf der CD Kiste auf dem Dachboden wegpusten zu müssen. Auf alle Fälle gibt Spotify Track 18 auf CD 1 an als gleich „Wonderwall“ von Oasis. Und die Boys von Oasis inklusive Liam Gallagher gabs als Poster für alle Megafans. Diese – heute auch zu finden unter „oasis_megafans“ sind auch nach Stuttgart gekommen.

Imelda May bei der jazzopen Stuttgart

Schöne Sounds der Band, gelegentlich gar an U2 oder Amy Winehouse mit Band erinnernd, Unisono-Passagen von den Keys mit Gesang im Song „Diamonds“, bildeten einen Teppich, auf dem sich die rockig-variable Stimme der Sängerin entfalten konnte. Im Song „Breathe“ kamen herausstechend innovative Klänge der Band – orchestrale und voluminöse Atemzüge seitens Keys und Gitarren.

Katie Melua bei der jazzopen Stuttgart

Am Freitag, 10. September wurde die jazzopen mit der Band Soul Diamonds XXL im Alten Schloß Stuttgart eröffnet. Als Special Guest trat der Sänger Ola Onabulé auf. Zwar mit Maske und Abstand, aber sichtlich glücklich, wieder tanzen und singen zu können, wurde der Abend gefeiert. Samstags auf der selben Bühne war der italienische Soulsänger Mario Biondi und die Sängerin Ntjam Rosie aus Kamerun zu hören. Heute, am Sonntag, erwartete man Katie Melua. Als Liebling des Stuttgarter Publikums – sie war bereits viermal bei der jazzopen zu hören – hat das Warten endlich ein Ende. 2012 war sie das letztmal bei diesem Festival.

Ampair:e - Ampair:e

Ampair:e ist das erste Album des gleichnamigen Trios aus den Elektro-Improvisatoren Hanna Schörken (voc, efx), Constantin Krahmer (synth, fx) und Bernd Oezsevim (drums, percussions). Das Album entstand aus Material, das während einer Residency im Maschinenhaus Essen im April 2021 aufgenommen wurde. Alle Tracks sind komplett improvisiert.

Open Air mit Bluefonque feat. Charles Simmons

Mit riesigem Applaus wird die Kult-Band begrüßt. Sie besteht aus Rainer Scheithauer an den Tasten, Arno Haas am Saxophon, Alvin Mills am Bass und Stephan Schuchardt am Schlagzeug. Dabei wird auch gleich der erste Gast vorgestellt: der Gitarrist Nico Schliemann ist heute ebenfalls dabei. Wie üblich werden noch weitere Gäste auf der Bühne erwartet.

Barbara Dennerlein Trio – Sindelfinger Jazztage 2021

Die Königin der Jazzorgel gab sich die Ehre: Barbara Dennerlein begeisterte im Kulturzelt auf dem Grünen Platz in Sindelfingen. Vor fünf Jahren gab sie bereits schon einmal ihre Visitenkarte bei der IG Kultur im Pavillon ab und wurde stürmisch gefeiert. Schließlich bedeutet Barbara Dennerlein live zu erleben, so etwas wie der Himmel auf Erden; zumindest für Hammondorgel- und Jazzfans.

1. Esslinger Alphorngipfel 2021 – Teil 2

Gespannt waren viele, die regelmäßig zu den sommerlichen Konzerten am Dulkhäusle kommen, natürlich auf die local heros. Felix Schrack stellte mit seinem Jazzquartett (u.a. Clara Vetter am Piano) „Alpess‘“ vor, seine Komposition für Band und drei Alphörner.

1. Esslinger Alphorngipfel 2021 – Teil 1

Wie auf Drogen – Alphorngipfel hoch über Esslingen. Er habe zwar keine Ahnung von psychedelischen Drogen, sagt der Allgäuer Multiinstrumentalist und Alphornspieler Matthias Schriefl nach seinem fulminanten Auftritt, aber wahrscheinlich sei die Wirkung so ähnlich wie sein Gefühlszustand nach diesem Alphorngipfel.

Jens Wendelboe - With A Nordic Sound - An American Jazz Orchestra: Against All Odds

Jens Wendelboe lebt seit vielen Jahren in den USA. International ist er vor allem dafür bekannt, dass er von 2006 bis 2014 mit "Blood, Sweat and Tears" gespielt und getourt hat, auf zwei Jeff Lorber-Veröffentlichungen mitgewirkt hat und viele Jahre lang Dirigent und Arrangeur für Donna Summer war. Er hat seine eigenen Bigbands geleitet und mit seinen eigenen Quartetten Latin und Fusion gespielt.

Eva Cassidy - Live At Blues Alley

„Live At Blues Alley“ ist das einzige Album, das zu Lebzeiten der im Alter von 33 Jahren verstorbenen amerikanischen Sängerin Eva Cassidy veröffentlicht wurde. 25 Jahre nach der Aufzeichnung ihrer beiden Auftritte im legendären Blues Alley Club in Washington D.C. und 25 Jahre nach ihrem Tod ist nun am 29. Oktober eine speziell remasterte Jubiläums-Edition veröffentlicht.

Impressionen vom Berliner Jazzfest 2021

Nach der letztjährigen Zwangspause und gerade noch vor dem steilen Anstieg der 4. Welle der Pandemie fand das Jazzfest in neuer Location statt. Altdeutscher gesagt: es gab mehrere neue Spielstätten. Das erhöhte die Neugierde auf die Musik zusätzlich, denn das bisherige Ambiente war doch ziemlich in die Tage gekommen, wirkte altbacken. Also nix wie rein ins Spektakel an neuen Orten.

Pippo Pollina und Roberto Petroli im echaz.Hafen Reutlingen

Mit über 4000 Konzerten europaweit gehört er zu einem der beliebtesten italienischen Liedermacher. Begleitet wurde er vom exzellenten Saxophonisten Roberto Petroli. Dem gut gefüllten Freiluftgelände vor dem Franz K. war es wohl geschuldet, dass eine Open Air Veranstaltung mit 3G-Regeln aufwartete.

Nnenna Freelon nominiert für den Grammy 'Best Vocal Jazz' in 2022

Die mehrfach für einen Grammy nominierte Sängerin Nnenna Freelon ist zurück und liefert nach einer zehnjährigen Studio-Pause ihr elftes Album ab. Es ist ihr mittlerweile elftes Album und ihr erstes seit "Homefree" aus dem Jahr 2010. Nnenna Freelon klingt so frisch und anmutig, jazzig und gefühlvoll wie eh und je und in den meisten Fällen auf ihrer schönen neuen Scheibe sogar besser als je zuvor... Gina Loves Jazz

Albie Donnelly’s Supercharge in Herrenberg

Nach einer gefühlten Ewigkeit endlich wieder echte Live-Musik mit echten Musikern und echten Zuschauern – man muss sich erst wieder daran gewöhnen!
Kurz vor seinem 74. Geburtstag kam „Mr. Supercharge“, Albie Donnelly mit seiner siebenköpfigen Band nach Herrenberg.

Fola Dada und Joo Kraus – Open Air Tübingen

Die Abendsonne wärmt den Platz vor der Tübinger Kelter und fast vibriert die Luft ein bisschen von all der Vorfreude der gut hundert Besucher*innen.
Es ist eine Art Wiederfinden, sagt Fola Dada, als sie die Bühne betritt. Ein Wiederfinden für sie selbst mit ihrer Band, aber auch das Wiederfinden dieses Live – Konzert – Gefühls, nach langen Monaten der Bühnen – Abstinenz mit allenfalls Livestream – Auftritten

The Black Saint and The Sinner Lady

Die Münchner Mingus Big Band bot den Besuchern im Pappelgarten-Saal eine beeindruckende Hommage an den US-Bassisten Charles Mingus. Als Höhepunkt und Uraufführung spielte die elfköpfige Truppe Mingus’ bahnbrechende Suite „The Black Saint And The Sinner Lady“.

Sylvie Courvoisier Trio Berliner Jazzfest 2021 im Silent Green – Kuppelhalle

Klassische Besetzung eines Jazz-Piano-Trios. Der Auftakt ist schnell, quirlig, unruhig treibend. Zünftig geschlagene Akkorde gehen Hand in Hand mit flinken Läufen, die unbändige Tonfolgen erzeugen Die Drums gehen das hohe Tempo mit, klopfen provozierend zwischen die einzelnen Figuren des Pianos. Diese verändern sich zu dichten Clustern - also Tontrauben - samt ihrer brachialen Wirkung.

Melting Pot Berliner Jazzfest 2021 im Silent Green – Kuppelhalle

Anstelle eines Berichtes, einer üblichen Konzertkritik, gibt es die Schelte des Genres, wenn es denn eins sein sollte. Die folgende, im Konzert zu hörende Musik firmiert unter vielen Etiketten oder Labels. Eine Auswahl: Zeitgenössische Musik, Neue Musik, Avantgarde Musik, Klangexperimente, Tonvariationen, Lautgenerierung. Besonders häufig ist der Begriff Improvisierte Musik zu finden, der das Hauptkriterium zu sein scheint.

Hannes Zerbe Jazz Orchester – Berliner Jazzfest 2021 Kleiner Sendesaal des rbb

Welche Genres vom Jazz Orchester aktuell im Konzert auch „bedient“ werden, es entsteht stets ein kompakter, dicht gewebter Sound in den die vielen ausgezeichneten Solisten, ihre individuellen Klangfarben einsprühen können. Das diese historischen Spielweisen - neben klassischem und zeitgenössischem Jazz - so rüberkommen, liegt an der hohen musikalischen Substanz der Kompositionen und den Arrangements von Hannes Zerbe.

Kurt Elling - SuperBlue

Nachdem er im März 2021 seinen zweiten GRAMMY Award (und seine 14. Nominierung) erhalten hat, macht der proteanische Sänger Kurt Elling mit SuperBlue für Edition Records eine unerwartete Linkskurve. Es ist ein Sturzbach aus ungestümem Funk, unauslöschlichen Beats und allzu aktuellen Texten...

The Cookers - Look Out!

Die afro-amerikanische Umgangssprache ist sehr lebendig. Nirgendwo wird der Schwung der schwarzen Sprache deutlicher als in der Musik, die ein gut geölter Motor der sprachlichen Betriebsamkeit ist. Wenn man sagt, dass die Bude brummt, die Tänzer wackeln und das Klavier dröhnt, wie es Fats Waller zu Zeiten der Rent-Partys tat...

Bobo Stenson Trio beim Berliner Jazzfest 2021 im Pierre Boulez Saal

Zusammen mit seinem damaligen Compagnon Jan Gabarek hat er wesentlich den ECM-Sound der frühen Jahre mitgeprägt, zumindest was die europäische Szene betrifft. Auf der anderen Seite des Atlantiks sorgte Keith Jarrett für den Erfolg von Sound und Label. Aber klingt der „alte Bekannte“ heute noch so wie damals, als ich ihn in einem kleinen Studentenjazzkeller Mitte der 70-ziger das erste Mal hörte? Kreiert er nach wie vor diesen ECM-Sound?