jazzahead! 2024 - Mehr Bandleaderinnen – Viele Premieren – Neue Sounds

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„Jazz braucht Diversität“

O.N.E.
O.N.E. Foto: Teo Olter

jazzahead! 2024 mit Partnerland Niederlande: Drei volle Tage und Nächte vom 11. bis zum 13. April

Donnerstag, 1. Februar 2024 · Viele Acts aus dem Partnerland Niederlande, eine sehr starke Frauenpräsenz und eine große Bandbreite aus allen Bereichen des Jazz, verbunden mit einem klaren gesellschaftlichen Statement - so lässt sich das musikalische Programm zusammenfassen, das die 40 Showcase-Acts der nächsten jazzahead! präsentieren. Sie findet als Fachmesse und Festival der MESSE BREMEN vom 11. bis 13. April in Bremen statt. Auch aus Deutschland und zahlreichen anderen europäischen Ländern kommen hochkarätige Künstler:innen, ganz zu schweigen von den Acts aus Übersee - „allein für unser über die nächsten drei Jahre angelegtes Thema „Jazz from Africa“ hat die Jury drei hochspannende Ensembles aus dem Senegal, Kenia und Nigeria ausgewählt“, sagt der neue Artistic Advisor Götz Bühler.

Neben Deutschland stellen die Niederlande - in diesem Jahr auch Partnerland der jazzahead! - den größten Anteil an Künstler:innen und Bands: Allein acht Acts kommen aus den Niederlanden, darunter das zwölfköpfige Kika Sprangers Large Ensemble um die gleichnamige komponierende Saxofonistin, die mit ihrer wunderschön konstruierten Musik als eines der größten Jazztalente ihres Landes gilt, oder BOI AKIH, die Elektronik, Orgelklänge und pointierte Rhythmik mit balinesischen Mikrotönen verbinden. Der Gitarrist Reinier Baas und der Saxophonist Ben van Gelder, feste Größen der Amsterdamer Szene, stehen wiederum für eine moderne, melodische Improvisationsform des Jazz, während das Marmoucha Orchestra eine faszinierende Verschmelzung nordafrikanischer Gnawa-Klänge mit europäischen Klangwelten und Instrumenten bietet.  

Mit ihren spannenden Ansätzen stehen diese Acts einerseits für die Vielfalt und Klasse der niederländischen Szene, andererseits aber auch für die große Bandbreite des gesamten Showcase-Programms. Denn das hat es in sich: Krachend zum Beispiel das ausschließlich aus Frauen bestehende Quartett O.N.E. aus Polen, das Lyrik, folkloristische Einflüsse und Songwriting mit wilder Free-Jazz-Energie verbindet - ebenso kompromisslos wie Konventionen brechend. Mit dabei sind auch das Open Arms Project um den in Israel geborenen Klarinettenstar Oran Etkin, der mit einem genresprengenden Ensemble mit Musiker:innen aus Brasilien und den USA auftritt (Bühler: „Der Name ist Programm“), oder der ungarische Gitarrist Bálint Gyémánt, der sich mit seinem Trio atmosphärisch zwischen eleganten Fusionklängen und Punkrock bewegt. Die elektronischen Avantgardisten von Antiánima aus Mexiko und der virtuose Fusion-Komplex um Yonglee & The DOLTANG aus Korea werden zum ersten Mal in Deutschland spielen, dazu einige der Musiker:innen des Themas „Jazz from Africa“ sowie aus der Ukraine und Israel. Besonders erfreulich sei auch, "dass erstmals seit dem Brexit wieder mehr Bands aus Großbritannien dabei sind, etwa der junge Pianist Sultan Stevenson aus der Talentschmiede der Tomorrows Warriors" oder die Band des schottischen Folk-Jazz-Saxophonisten Matt Carmichael", so Kornitschky und Bühler.

Erfreulich ist der hohe Frauenanteil - überhaupt spielt Diversität eine wichtige Rolle im Programm. "jazzahead!-Leiterin Sybille Kornitschky: "Es ist ein gutes Zeichen, dass fünf der deutschen Bands von Frauen geleitet werden - und das nicht nur, weil wir uns das politisch gewünscht hätten, sondern weil es die derzeit spannendsten Bands sind. Die hochkarätig und international besetzten Jurys hätten so entschieden. Zu nennen sind hier unter anderem die Trios der Pianistinnen Alexandra Ivanova, Shuteen Erdenebaatar oder Julia Kadel (letztere ist auch preisgekröntes Gründungsmitglied der QUEER CHEER Community) oder der Saxophonist Phillip Dornbusch mit der Band Projektor, deren elektro-akustische Klangwelten zwischen Avantgarde und Modern Jazz oszillieren und eine ebenso klare wie zentrale antirassistische Aussage beinhalten.

Eine Grundhaltung, die sich durch das gesamte Programm zieht. „Jazz hatte schon immer eine politische Komponente“, sagen Kornitschky und Bühler unisono. Habe es vor einigen Jahren in Deutschland noch Diskussionen darüber gegeben, ob der Jazz seine politische Haltung verloren habe, so sei diese heute wieder deutlicher erkennbar, so Kornitschky: „Wir wollen und müssen deutlich machen, dass wir diese Vielfalt feiern, dass wir in Gemeinschaft leben, auch auf der jazzahead! Wir sehen die Zeichen der Zeit, aber wir wollen auch Zeichen setzen. Jazz sei eine Musik, die verbindet und keine Grenzen kennt - das wolle man während der jazzahead! in Bremen wieder ganz selbstverständlich und musikalisch deutlich machen.

Ticket-Informationen:

Der jazzahead! PASS gilt für alle drei Tage inklusive CLUBNIGHT. Darüber hinaus sind für Donnerstag, Freitag und Samstag jeweils Ganztages- (ALL IN) sowie Halbtages-Tickets (DAY oder NIGHT) erhältlich. Mehr Informationen und die Preise finden Sie hier.

Tickets gibt es bei Nordwest Ticket in den Vorverkaufsstellen oder unter Telefon 0421 – 36 36 36 sowie über den eigenen Webshop. Außerdem sind die Karten erhältlich beim Ticket-Service in der Glocke (0421 – 33 66 99), im Pressehaus des Weser-Kurier, in allen regionalen Zeitungshäusern oder online unter https://jazzahead.de/.

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