Rezension des Albums "Somehow It Will Be" von Kirsten Sym Undect

Kirsten Sym Undectet - Somehow It Will Be - Album cover
Kirsten Sym Undectet - Somehow It Will Be

Kirsten Sym Undectet
Somehow It Will Be

Erscheinungstermin: 28.08.2026
Label: self released, 2026

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Orte, die in uns weiterklingen

jazz-fun`s recap:

Nur weil wir sie verlassen, verschwinden Orte nicht. Sie bleiben als Erinnerungen, Stimmungen und manchmal kaum greifbare Gefühle in uns zurück. Für die aus Perth stammende Komponistin Kirsten Symczycz werden solche persönlichen Spuren zum Ausgangspunkt ihres Debütalbums Somehow It Will Be. Mit einem elfköpfigen Ensemble verwandelt sie Erinnerungen in Musik, ohne sie vollständig erklären zu wollen.

Das Erzählen von Geschichten steht im Mittelpunkt ihrer Kompositionen. Viele Stücke sind aus einem konkreten Augenblick, einem Ort oder einer persönlichen Erfahrung entstanden. Entscheidend ist jedoch, wie Symczycz daraus musikalische Formen entwickelt. Ihre Kompositionen wirken nicht wie programmatische Beschreibungen, sondern wie Erinnerungen selbst. Manche Details treten deutlich hervor, andere bleiben angedeutet oder verändern ihre Bedeutung im Verlauf der Musik.

Das Undectet bietet dafür eine große Palette an Farben. Symczycz nutzt sie mit bemerkenswertem Gespür für Balance. Die Arrangements heben die melodischen Qualitäten ihrer Kompositionen hervor, schaffen Kontraste und lassen unterschiedliche Instrumentengruppen immer wieder neue Perspektiven eröffnen. Dabei wird die Größe des Ensembles nie zum Selbstzweck.

Im Gegenteil: Gerade innerhalb dieser sorgfältig ausgearbeiteten Strukturen bleibt viel Platz für die einzelnen Musiker:innen. Improvisation ist hier nicht bloß die obligatorische Passage zwischen zwei komponierten Abschnitten. Die Solisten erweitern die Geschichten, kommentieren sie und bringen ihre eigene Persönlichkeit ein. Dadurch entsteht ein reizvolles Verhältnis zwischen kompositorischer Kontrolle und individueller Freiheit.

Das ist eine der großen Stärken von „Somehow It Will Be”. Symczycz schreibt für ein großes Ensemble, ohne die Musiker darin verschwinden zu lassen. Die individuellen Stimmen bleiben erkennbar und werden gleichzeitig Teil eines größeren Zusammenhangs. So besitzt die Musik orchestrale Weite und kann im nächsten Augenblick ausgesprochen persönlich und intim wirken.

In diesen Kompositionen lässt sich die künstlerische Entwicklung ihrer Urheberin nachvollziehen. Vergangenheit wird nicht nostalgisch konserviert, sondern aus der Gegenwart heraus neu betrachtet. Menschen, Orte und Erfahrungen werden zu Material, aus dem eine eigene musikalische Sprache entsteht.

Mit „Somehow It Will Be” präsentiert Kirsten Symczyc deshalb mehr als nur ein gelungenes Debüt für großes Ensemble. Sie zeigt sich als Komponistin, die genau zuhört – ihren Musikern ebenso wie ihren eigenen Erinnerungen.

Denn manche Orte verlassen wir irgendwann. Was sie in uns ausgelöst haben, klingt jedoch noch lange weiter.

(Jacek Brun, 06.09.2026)

Besetzung

Kirsten Symczycz - Composer/Accordion
Holly Forster - Alto/Soprano Saxophone
Finn Owen - Tenor Saxophone
Naoko Uemoto - Baritone Saxophone
Jessica Carlton - Trumpet
Tahlia Denn - French Horn
Steven Bickley - Trombone
Rob Coleman - Bass Trombone
Xavier Douglas-Smith - Piano
Aiden Moroney - Guitar
Cass Evans-Ocharern - Bass
Ben Stacy - Drums

Sarah Ramsey - Vocals (Track 2)
Matthew Barker - Tuba (Track 4)

Titelliste

  1. Jakoś to będzie
  2. One For Jim
  3. Leaving
  4. Giant Black Butterflies
  5. Memoir
  6. Nothing Twice
  7. Broken Hill

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