John McLaughlin

John McLaughlin, Foto Frank C. Müller
John McLaughlin, Foto Frank C. Müller

John McLaughlin - Biographie

John McLaughlin (* 4. Januar 1942 in Kirk Sandall in Yorkshire, England) ist ein britischer Jazz-Gitarrist und Komponist.

John McLaughlin arbeitete zunächst im Bluesrockbereich mit Brian Auger und Georgie Fame. Mit Ginger Baker und Jack Bruce spielte er Mitte der 1960er in der Graham Bond Organization, begleitete aber auch die Four Tops und Wilson Pickett auf ihren Tourneen. Zur gleichen Zeit machte er erste Jazzerfahrungen; er spielte mit Ian Carr, John Stevens und Jeff Clyne bzw. dem Kontrabassisten Danny Thompson und dem Saxophonisten Tony Roberts. Nachdem McLaughlin u. a. Mitglied in der Gruppe des deutschen Vibraphonisten Gunter Hampel geworden war und eine erste Solo-LP („Extrapolation“) einspielte, ging er auf Einladung des damaligen Miles-Davis-Bassisten Dave Holland in die USA. Dort wirkte er zunächst auf den wichtigen Alben „In A Silent Way“ und „Bitches Brew“ von Miles Davis mit. Anschließend gründete er mit dem ehemaligen Davis-Schlagzeuger Tony Williams und dem Organisten Larry Young (Khalid Yasin) das Trio Lifetime, wirkte aber auch an Carla Bleys richtungweisendem Werk Escalator over the Hill mit.

Der große Erfolg kam für John McLaughlin mit seinem 1971 gegründeten eigenen Mahavishnu Orchestra, in dem er mit Jerry Goodman, Jan Hammer und Billy Cobham zusammen spielte. Die hoch energetische, rhythmisch komplexe Fusion aus Jazz und Rock war wegweisend für die (u. a. von Miles Davis eingeleitete) Fusion-Musik Anfang der 1970er. Im Mahavishnu Orchestra [1] konnte McLaughlin (der inzwischen unter dem Einfluss seines Gurus Sri Chinmoy Drogen und Alkohol entsagt hatte) seine unglaubliche Gitarrentechnik sowie sein musikalisches Potential erstmals voll entfalten. Nach der Auflösung des ersten Mahavishnu Orchestra folgte ein zweites, zu dem u. a. McLaughlins damalige Frau gehörte, sowie Aufnahmen mit Carlos Santana.

Das anschließende - lediglich aus akustischen Instrumenten bestehende und stark an klassischer indischer Musik orientierte - Projekt Shakti mit dem Geiger L. Shankar und dem Tabla-Spieler Zakir Hussain war ein Schub für die Popularität indischer Musik im Westen. Sie hatten 1976 und 1977 legendäre Auftritte auf dem Montreux-Jazz-Festival und formierten sich 1999 unter dem Namen Remember Shakti erneut, woraus einige Alben und ein weiterer Auftritt in Montreux hervorgingen.

1981 nahm John McLaughlin zusammen mit den Gitarristen Al Di Meola und Paco de Lucía das berühmte Live-Album Friday Night in San Francisco auf, welches über zwei Millionen Mal verkauft wurde. 1982 folgte das Studio-Album Passion, Grace & Fire, das ein Feuerwerk an Kunstfertigkeit und Spielfreude ist und zu den Klassikern der Akustik-Gitarren-Aufnahmen zählen darf. 1996 folgte das Studio-Album The Trio und eine Reunion-Tour, mit der sie an frühere Erfolge anknüpfen wollten. Ungeachtet des kommerziellen Erfolgs blieb das oft auf bloße publikumswirksame Effekte reduzierte Konzept jedoch von der musikalischen Substanz her deutlich hinter anderen Auftritten McLaughlins zurück.

Zu erwähnen ist auch der glückliche Zusammenschluss von John Mclaughlin mit dem Top-Drummer Dennis Chambers, den er in einem Interview als seinen „brother in arms“ bezeichnete und mit dem er seit Mitte der Neunziger intensiv zusammenarbeitete. So entstand das furiose Trio The Free Spirits mit dem Hammond-Orgel-Virtuosen Joey DeFrancesco. Sie waren in dieser Formation 1993 und 1995 zu Gast auf dem Jazz Festival Montreux, außerdem auf dem Festival Jazz à Vienne, und spielten das Album The Free Spirits - Tokyo Live ein. Außerdem entstand 1998 das Studio-Album The Heart Of Things, diesmal durfte Dennis Chambers John Mclaughlins Duette mit dem Saxophonisten Gary Thomas unterstützen, im selben Jahr auch auf dem Montreux-Jazz-Festival.

Ausgewählte Diskographie

  • Extrapolation, (mit Tony Oxley und John Surman)
  • Electric Guitarist
  • Electric Dreams
  • Emergency! (mit Lifetime)
  • Where Fortune Smiles, (mit Surman, Karl Berger, Dave Holland und Stu Martin)
  • The Inner Mounting Flame, (1972, mit dem Mahavishnu Orchestra)
  • Natural Elements
  • Birds Of Fire, (1973)
  • Devotion, (1984)
  • Aura mit Miles Davis
  • Between Nothingness And Eternity, (dto. live)
  • Remember Shakti, (mit der gleichnamigen Gruppe)
  • The Free Spirits - Tokyo Live, (Joey DeFrancesco, Dennis Chambers)
  • The Heart Of Things, (u.a. Gary Thomas, Dennis Chambers)
  • The Mediterranean, (Klassik mit dem London Symphony Orchestra)
  • Industrial Zen, 2006 (u.a. mit Hadrien Feraud, Gary Husband, Bill Evans, Vinnie Colaiuta, Mark Mondesir)
  • Floating Point, 2008 (u.a. mit Hadrien Feraud)
  • Paco De Lucia & John Mclaughlin - Paco & John: Live At Montreux 1987, 2016

Links

John McLaughlin Internetseite:
http://www.johnmclaughlin.com/

Diese Artikel über John McLaughlin wurde veröffentlicht unter GNU Free Documentation License
Quelle: Wikipedia

Einen Kommentar schreiben