Raul Midón

Raul Midón
Raul Midón

Biographie

Raul Midón (* 14. März 1966) ist ein US-amerikanischer Singer-Songwriter.

Wenn einem Musiker zugeschrieben wird, einen schönen Blend aus Soul, Pop, Jazz, Folk und Latin anzubieten, dann bietet sich vor allem eines an: Raul Midón nicht weiter mit Kategorien erklären zu wollen, denn die machen hier offenbar gar keinen Sinn. Zumal es im Falle Raul Midóns eine Biographie zu erforschen gibt, die spannend wie ein Krimi und außerdem profunde Basis für eine Annäherung an die Qualitäten seiner Musik ist.

Im März 1966 als Sohn eines Argentiniers und einer Afroamerikanerin in New Mexico geboren, erblindeten Raul Midón und sein Zwillingsbruder Marco als Frühchen im Brutkasten ob mangelnden Schutzes ihrer Augen.

Mit vier Jahren begann Raul Midón, Schlagzeug zu spielen, wechselte aber bald zur Gitarre und begann zu singen. In den Neunzigern startete er seine professionelle Musikerkarriere in zeitweilig Rufschädigendem Umfeld, gab er doch den Backgroundsänger nicht nur für Shakira und José Feliciano oder Jennifer Lopez, sondern auch für Ricky Martin, Christina Aguilera und Julio Iglesias.

Doch die Partner wechselten abrupt, als Raul Midón 2002 unter eigenem Namen musizierte – mit Paquito D’Rivera, Herbie Hancock, Dave Samuels und Dave Valentin. Liaisons, aus denen er allmählich einen eigenen Stil entwickelte: seine perkussive Akustik-Gitarre und sein seelenvoller Tenor zogen sich durch synkopierte Erinnerungen an Flamenco und Jazz, zu denen Raul Midón mitunter Bebop-Trompete ohne eine Trompete, sondern nur mit seinen Lippen bläst.

Jene Bewunderung, die Musikern wie ihm oder Ray Charles und Stevie Wonder stets auch deshalb entgegengebracht wurde, weil sie blind waren, beantwortet Raul Midón mit klaren Worten. „ Ich glaube nicht“, sagt er, „dass Blindheit dich zu einem besseren Musiker macht. Vielleicht fokussiert sie dich auf eine sehr pragmatische Weise. Natürlich wusste ich, dass ich nur begrenzte Berufschancen hatte, aber wir Midóns glauben nicht an Ersatzpläne in der Hinterhand. Kein ‚mach ruhig Musik, aber werde nebenbei lieber auch noch Lehrer, falls das mit der Musik nichts wird’. Das war niemals unser modus operandi. Ich wusste, ich habe dieses Talent, also hat meine Blindheit mich dazu gebracht, dieses Talent zu entwickeln. Aber es hat mich nicht zu einem besseren Musiker gemacht. Die meisten der großen Musiker, die ich so kenne, sind schließlich Sehende“.

Entdeckt und unter Vertrag genommen von Arif Mardin kurz vor dessen Tod, entwickelte sich Raul Midón vom gefeierten Sänger und Musiker auch noch zum bewunderten Singer/Songwriter.

Produzenten-Legende Larry Klein (Joni Mitchell, Peter Gabriel, Herbie Hancock) geleitete ihn zum Album „Synthesis“, auf dem Raul Midón zu berührenden Innenansichten des American Way Of Life findet, zu aufregenden Gedanken über Angst, Verlust und Verrat, die dabei von trügerisch swingenden Rhythmen und zwingender Melodik begleitet werden.

„Larry ermutigte mich“, so Raul Midón, „aus einer anderen, für mich neuen Perspektive zu schreiben. Ich hatte Songs über Hoffnungen und Inspirationen geschrieben, was auch cool, aber nicht alles im Leben ist. Also erweiterte ich mein Repertoire und versuchte zu ergründen, was es eigentlich heißt, ein Leben zu leben. Ich singe endlich darüber, wie ich diese Welt empfinde und was ich tue, um irgendwie in sie hinein zu passen.“ Raul Midóns Musik tut Letzteres schon jetzt.

Ausgewählte Diskographie

  • Gracias a la Vida, (1999), RCA International
  • State of Mind, (2005), Manhattan Records
  • A World Within a World, (2007), Toshiba EMI
  • Synthesis, (2009 Europa, 2010 U.S.A), Universal
  • Don't Hesitate, Artistry Music, 2014
  • Bad Ass And Blind, Mack Avenue, 2017

Links

Raul Midón Internetseite:
http://www.raulmidon.com/

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