Moonmot - 350 million herring

Moonmot - 350 million herring
Moonmot - 350 million herring

Moonmot
350 million herring

Erscheinungstermin: 03.11.2023
Label: enja, 2023

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jazz-fun`s recap:

Großartige Kompositionen und Originalität des Klangs. Die Musiker bewegen sich in verschiedenen Stilen, was zu einer großen Vielfalt in den Soloparts führt. Das Album ist dynamisch sehr abwechslungsreich, so dass man sich das Ganze gut anhören kann. Diese Platte ist eine Aufzeichnung von Rhythmus, Klang und Emotionen im Hier und Jetzt" eines bestimmten Moments, aber diese Kompositionen sind beweglich und werden sich sicherlich von Konzert zu Konzert verändern. Ein großartiges Album, wir sind begeistert!

Dee Byrne - a-sax, effects
Simon Petermann - tb, effects
Cath Roberts - b-sax
Oli Kuster - Rhodes, effects
Seth Bennet - bass
Johnny Hunter - drums

Die Entstehungsgeschichte des Albums "350 Million Herring" war stark geprägt von den Reisebeschränkungen in den Pandemiejahren 2021/22, die das Zusammenspiel einer international zusammengesetzten Band vor große Herausforderungen stellte. Eine wunderbare Perspektive für die sechs Musikerinnen und Musiker der Band MoonMot bot eine Artist Residency im September 2021 in den Schweizer Alpen, für die die Musikerinnen aus Großbritannien zum ersten Mal seit fast eineinhalb Jahren die Insel verlassen konnten.  

Es waren eindrucksvolle Tage: Einerseits lag der Fokus auf den mitgebrachten neuen Kompositionen, die die Band in dieser Zeit einstudierte. Andererseits boten die blühenden Wiesen der Berner Alpen, die Sonne und die frische Luft den grösstmöglichen Kontrast zum Grossstadtleben in London oder Manchester, wo sich die Bandmitglieder vor der Pandemie meist trafen.  

Das Ergebnis ist, dass die Musik auf dem neuen Album 350 Million Herring" viel kohärenter klingt als auf dem Debüt, und obwohl die Band 18 Monate lang nicht zusammengespielt hat, zeugen die neuen Stücke von einem Reifeprozess. Wie schon auf dem ersten Album "Going Down The Well" hat jedes Bandmitglied eine Komposition beigesteuert, wobei die Band den Luxus hatte, aus 13 Kompositionen die sechs besten auszuwählen.

Die Musik basiert auf einer gemeinsamen Haltung der Musikerinnen und Musiker. Während des Lockdowns traf sich die Band regelmäßig zu Online-Sessions, um die Gemeinsamkeiten in der künstlerischen Haltung der Bandmitglieder herauszuarbeiten. Aus diesen Ideen hat die Band ein Manifest formuliert, in dem unter anderem steht, dass die Band nur "True Things" spielen will oder dass sie die gemeinsame und kreative Arbeit als Blaupause für eine gleichberechtigtere und gerechtere Gesellschaft sieht.

Für MoonMot ist improvisierte Musik ein unverzichtbarer Bestandteil der Kunstszene in einer durch und durch demokratischen Gesellschaft. Die Band ist sich bewusst, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist, sondern dass diese Errungenschaft verteidigt werden muss. Dies drückt sich nicht nur im Titel des Albums aus, sondern die sechs Musikerinnen und Musiker setzen diesen Gedanken auch musikalisch um, indem sie sechs gleichberechtigte Stimmen miteinander kommunizieren lassen.

MoonMot denken den Jazz im 21. Jahrhundert zu Ende und bereichern ihre Stücke mit den Errungenschaften der jüngeren Musikgeschichte. Dabei stellt die Band stets die Musik in den Mittelpunkt und jongliert virtuos mit allen möglichen Klang- und Kompositionskonzepten: Aus 12-Ton-Reihen entstehen wohlklingende Melodien, neben dem Fender Rhodes beherrscht die Hornsection die Elektronik, und formal überrascht die Band sowohl mit klassischen Songformen als auch mit linearen Kompositionen. Ausflüge in ungerade Rhythmen und Stellungnahmen zu politischen Themen runden das Album ab.

Die Musikerinnen fühlen sich wohl wie ein Fisch im Wasser oder wie 350 Millionen Heringe in der Nordsee. Der Titel ist eine Anspielung auf die 350 Millionen Pfund, die Boris Johnson den britischen Wählern im Brexit-Wahlkampf versprochen hat.

Man hört der Musik an, dass erfahrene „Player & Improvisor“ am Werk sind. Jede Komposition stammt aus einer anderen Feder und hat daher ihre eigenen Besonderheiten. Allen gemeinsam ist jedoch der kreative Umgang mit dem Ausgangsmaterial. Zwischen "Modern Creative"-Jazznummern wie "The Escape" von Dee Byrne oder Konzept-Improvisationen wie "Another Way" von Cats Roberts liegen zwar Epochen der Jazzgeschichte, aber die Band MoonMot verbindet diese Welten mit Leichtigkeit.

Text: enja

  1. The Escape
  2. Tombola
  3. For Harris Lambrakis
  4. 350 Million Herring
  5. Under Construction
  6. Another Way

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