Oscar Peterson

Oscar Peterson, Foto: Tom Marcello Webster
Oscar Peterson, Foto: Tom Marcello Webster

Biographie

Oscar Emmanuel Peterson, CC, CQ, O.Ont (* 15. August 1925 in Montréal; † 23. Dezember 2007 in Mississauga) war ein kanadischer Jazz-Pianist und -Komponist. Duke Ellington nannte ihn den „Maharaja der Tasten“. Er veröffentlichte über 200 Aufnahmen, gewann sieben Grammys und zahlreiche weitere Auszeichnungen in seiner Karriere. Er wird als einer der erfolgreichsten Jazz-Pianisten aller Zeiten angesehen, der in seiner 65-jährigen Karriere auf Tausenden Konzerten spielte.

Oscar Petersons Eltern und Geschwister spielten in einer Familienband, die den neuen Sohn im Alter von fünf Jahren zunächst an der Trompete ausbildete. Wegen einer Tuberkulose-Erkrankung wechselte er mit sechs Jahren zum Klavier.

Der Sieg in einem Amateur-Wettbewerb machte ihn bereits mit 14 Jahren so populär, dass er eine eigene lokale Rundfunkshow bekam. 1944 wurde Oscar Peterson Mitglied im Johnny Holmes Orchestra, wo er das Komponieren und Arrangieren lernte. Drei Jahre später gründete er mit Bert Brown (Bass) und Frank Gariepy (Schlagzeug) sein erstes Trio, dessen Auftritte in der Alberta Lounge in Montreal regelmäßig von einer lokalen Radiostation übertragen wurden. Dort entdeckte ihn 1949 Norman Granz, der ihn im Rahmen seiner Jazz-at-the-Philharmonic-Tournee als Überraschungsgast in der New Yorker Carnegie Hall präsentierte. Zwei Jahre lang tourten sie gemeinsam durch die amerikanischen Konzertsäle.

1952 gründete Oscar Peterson ein neues Trio mit dem Bassisten Ray Brown und dem Gitarristen Barney Kessel, der ein Jahr später durch Herb Ellis ersetzt wurde. Nach dem Austritt von Ellis 1958 nahm Peterson mit Ed Thigpen wieder einen Schlagzeuger in seine Band auf, die bis 1965 in dieser Formation bestehen blieb, wie besonders eindrucksvoll in dem Album "Night Train" von 1962 zu hören. Diese beiden Trios gehören bis heute zu den erfolgreichsten der Jazzgeschichte.

Ab Mitte der 1950er Jahre begannen zahlreiche Aufnahmen und Konzerte mit allen bekannten Jazz-Größen wie Ella Fitzgerald, Billie Holiday, Carmen McRae, Louis Armstrong, Lester Young, Count Basie, Charlie Parker, Quincy Jones, Stan Getz, Coleman Hawkins, Dizzy Gillespie, Roy Eldridge, Clark Terry, Freddie Hubbard und dem Modern Jazz Quartet. Parallel dazu entwickelte er ab Ende der 1960er Jahre eine Solo-Karriere, deren Aufnahmen zu seinen größten Erfolgen gehören.

Mitte der 1970er Jahre verließ Ray Brown das Trio. Er wurde durch den dänischen Bassisten Niels-Henning Ørsted Pedersen ersetzt. Gelegentlich spielte auch der Gitarrist Joe Pass einige Aufnahmen mit ein. Aufgrund seiner Beliebtheit bekam Oscar Peterson in den 1980er Jahren eine eigene Fernsehshow, in der er zahlreiche Jam Sessions mit diversen bekannten Jazzmusikern gab.

Insgesamt spiegelt sich sein Ruhm in den sieben Grammys wider, die er zwischen 1975 und 1991 bekam. 1993 wurde Oscar Peterson mit dem Glenn-Gould-Preis, 1999 mit dem Praemium Imperiale der Japan Art Association für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Während seiner Karriere machte er sich mit allen Musikstilen des Mainstream Jazz vertraut. In seiner Canadiana Suite wagte er sich sogar an klassische Kompositionen heran. Oscar Peterson produzierte weit über 100 Musikalben.

Während eines Auftritts im New Yorker Blue Note-Club erlitt Oscar Peterson 1993 einen Schlaganfall, von dem er sich einige Jahre später so weit erholte, dass er einhändige Konzerte geben konnte. 1995 entstanden Aufnahmen mit seinen Kollegen Benny Carter und Clark Terry ("The More I See You"), im folgenden Jahr mit Musikern der nächsten Generation wie Roy Hargrove und Ralph Moore. 1998 gastierte er noch einmal in München mit Ulf Wakenius sowie im New Yorker Blue Note mit Milt Jackson (The Very Tall Band).

Oscar Peterson war vier Mal verheiratet. Er starb mit 82 Jahren an Nierenversagen in seinem Haus in Mississauga und hinterließ seine Frau Kelly, die gemeinsame Tochter Celine (*1991) und sieben weitere Kinder.

Ausgewählte Diskographie

  • At Zardi’s (Pablo), 1955
  • The Oscar Peterson Trio At The Stratford Shakespearean Festival (Verve), 1956
  • Oscar Peterson Trio At The Concertgebouw (Verve), 1957
  • Ben Webster Meets Oscar Peterson (Verve), 1959
  • Very Tall (Verve), 1962
  • Night Train (Verve 1963)
  • Exclusively For My Friends (MPS, 1964-1968), 1964
  • We get Requests (Verve), 1965
  • Oscar Peterson And Roy Eldridge (Pablo), 1975
  • Oscar Peterson & Harry Edison (Pablo), 1975
  • Skol (Pablo), 1980
  • Nigerian Marketplace (Pablo), 1981
  • Time After Time (Pablo), 1986
  • The Legendary Oscar Peterson Trio: Saturday Night At the Blue Note (Telarc), 1991
  • Oscar Peterson Meets Roy Hargrove and Ralph Moore (Telarc), 1996
  • A Summer Night In Munich (Telarc), 1999
  • The Very Tall Band Live at the Blue Note (Telarc), 1999
  • Oscar Peterson Trio - 1961 Cologne, Jazzline, 1960 (VO 2013)
  • Oscar Peterson - Live In Cologne 1963, Jazzline 2015
  • Oscar Peterson Trio: Live In Cologne 1970, Jazzline 2015
  • Live At The Concertgebouw 1961, 2017

Links

Oscar Peterson Internetseite:
http://www.oscarpeterson.com/

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Quelle: Wikipedia

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