Adam Pieronczyk

Adam Pierończyk
Adam Pierończyk, Foto: Bartek Barczyk

Biographie

Adam Pierończyk (* 24. Januar 1970 in Elbląg, Polen) ist ein polnischer Jazz-Musiker.

Geboren 1970, begann er im Alter von 18 Jahren mit dem Saxophonspiel und wurde vier Jahre später Student an der Musikhochschule Essen. Die Anfänge seiner musikalischen Karriere sind mit der deutschen Szene verbunden. Dort wurde auch seine erste Band Temathe gegründet. Nach seiner Rückkehr nach Polen im Jahr 1994 gehörte Pierończyk schnell zu den aktivsten und meistgesuchten Musikern der jungen Generation.

1996 wurde er von Leszek Możdżer eingeladen, das Album "Talk To Jesus" aufzunehmen, und später bildete er mit ihm ein Duo, das sich in der Geschichte des polnischen Jazz nicht nur durch eine Reihe von Konzerten, die vom Publikum hervorragend aufgenommen wurden, sondern auch durch die von der Fachwelt geschätzten Konzertalben "19-9-1999" und "Live In Sofia", die von der Zeitschrift "Jazz Forum" als bestes Jazzalbum des Jahres ausgezeichnet wurden, einen Namen machte.

Sein Debüt als Bandleader gab er 1997 mit dem Album "Few Minutes In Space", an dessen Aufnahmen sein Idol aus Jugendtagen, Zbigniew Namysłowski, als Gast beteiligt war.

Seine Position wurde durch die aufeinanderfolgenden Alben, die er aufnahm, gestärkt. Im Jahr 2001 erscheint das Album "Digivooco", eine tiefe Verbeugung vor der Elektronik, die zusammen mit einem besonderen Gast, dem Saxophonisten Gary Thomas, aufgenommen wurde. Es folgten "Amusos", auf dem zum ersten Mal eine schwarze Sängerin aus Benin, Mina Agassi, auftrat, und in den folgenden Jahren Alben, die von einem anderen deutschen Label, Meta Records, veröffentlicht wurden - "Busem po São Paulo" und dessen Konzertversion "Live In Berlin".

Im Jahr 2010 wechselte Pierończyk erneut die Verlagsfarben und unterschrieb einen Vertrag mit dem Berliner Label Jazzwerkstatt. Sein erstes Album war "El Buscador", das er zusammen mit dem berühmten Kontrabassisten Anthony Cox aufnahm. Es ist das bisher ethnischste Album von Pierończyk und wurde für den Fryderyk-Preis 2011 nominiert.

Sein nächstes Album, "KOMEDA - The Incocent Sorcerer", wurde besonders gut aufgenommen und war in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich. Zum ersten Mal griff der Musiker zu Kompositionen, die nicht aus seiner eigenen Feder stammten, und interpretierte sie zusätzlich, indem er auf das Klavier verzichtete. Ein riskantes Verfahren, das von vollem Erfolg gekrönt war. "KOMEDA" wurde als das beste Comedy-Album seit Tomasz Stańkos " Litania" und sein Autor als Visionär gefeiert. Diese Anerkennung ist umso wertvoller, als sie auch von amerikanischen Kritikern des Magazins "PopMatters" und des weltweit bekanntesten Jazzportals "All About Jazz" ausgesprochen wurde. In Polen erhielt das Album fünf Fryderyk-Nominierungen und gewann in zwei Kategorien, nämlich für das beste Jazz-Album des Jahres und für den Jazz-Musiker des Jahres.

Als besonders fruchtbar erwies sich Pierończyks jüngste Zusammenarbeit mit Miroslav Vitous, dem weltberühmten tschechischen Kontrabassisten, der u. a. mit Miles Davis, Wayne Shorter und Jo Zawinul gespielt hat. Ihr erstes gemeinsames Album "Wings" wurde für die Fryderyk Awards 2016 in der Kategorie "Album des Jahres - Jazzmusik" nominiert, während Pierończyk selbst in der Kategorie "Neuer Künstler des Jahres" nominiert wurde. Das zweite Album des Duos, "Ad-lib Orbits", das bei dem österreichischen Label PAO Records erschienen ist, enthält 16 improvisierte Stücke, die von den beiden Musikern komponiert und in einem Studio von Vitous aufgenommen wurden.

In den zwei Jahrzehnten seiner Tätigkeit in der Musikszene hat sich Adam Pierończyk von der größten Hoffnung des polnischen Jazz zu einem seiner brillantesten Aushängeschilder entwickelt. Er gibt Konzerte in der ganzen Welt. Seit 2003 gewinnt er ununterbrochen die Wahl des Jazzforums in der Kategorie "Bester Sopransaxophonist". Er hat mit einer Reihe berühmter Jazzgrößen gespielt und aufgenommen, darunter Gary Thomas, Anthony Cox, Michel Donato, Andrzej Cudzich, die Oleś-Brüder, Vitold Rek, Wolfgang Pushnig, Herb Robertson, Mircea Tiberian, Maurice de Martin, Jacek Kochan, Ed Schuller, Anna Serafińska, Nelson Veras, Sam Rivers, Greg Osby, Jeff 'Tain' Watts, Trilok Gurtu, Ted Curson, Lage Lund, Orlando Le Fleming, Joe Martin, Jean-Paul Bourelly, Avishai Cohen, Tomasz Stańko, Archie Shepp, Bobby McFerrin und Joey Calderazzo. Er ist in Clubs und auf Festivals in Europa (Polen, Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien, Schweiz, Österreich, Vereinigtes Königreich, Schweden, Dänemark, Tschechische Republik, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Russland, Ukraine) und im Ausland (Kasachstan, Kirgisistan, Marokko, Israel, Vereinigte Staaten) aufgetreten.

Er komponiert auch Musik für Theateraufführungen. In den Jahren 2004-2005 arbeitete er als künstlerischer Leiter der Festivals Jazz aux Oudayas und Jazz Au Chellah in Rabat, der Hauptstadt Marokkos. Von 2011 bis 2015 war er künstlerischer Leiter des Sopot Jazz Festivals. Ab 2019 übernimmt er die Rolle des künstlerischen Leiters und Resident Artist des Jazz Juniors Festivals in Krakau.

Ausgewählte Diskographie

Links

Adam Pieronczyk Internetseite:
www.adampieronczyk.com
Weitere Seiten:
www.myspace.com/adampieronczyk

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