Alexa Rodrian

Alexa Rodrian
Alexa Rodrian

Biographie

Jasm – amerikanischer Slang aus dem späten 19. Jahrhundert, der als das Ursprungswort für den Begriff Jazz gilt und so viel bedeutet wie Geist, Energie und Lebenskraft. Alexa Rodrian will ihre Musik genau so verstanden wissen, nicht im allgemein gültigen Musikgenre Jazz sondern in der Bedeutung Jazz als Lebenshaltung. Zu Kosmopolit nämlich ist die Singer- Songwriterin, um in nur einer Stilrichtung Platz zu finden.

Nachdem Alexa Rodrian in Paris und Rom lebt und eigentlich in Europa bleiben will, ist der Ruf ihrer in New York lebenden Familie und der des Jazzes so stark, dass sie kurzerhand dort hinzieht und viele Jahre bleibt. Bevor sie sich im Big Apple als Künstlerin etablieren kann, geht sie jedoch durch die Schule dieser “wahnsinnig toughen und gleichzeitig so grenzenlos kreativen und sinnlichen Metropole“. Rodrian lernt dabei das Durchhaltevermögen, die Geduld, die Offenheit der New Yorker kennen und lieben und macht sie sich zu Eigen. Als Protegé von Jazzgrößen wie Sheila Jordan und Buster Williams lernt sie nebst solidem Handwerk auch, wie wichtig es ist seine eigene Stimme in dieser Musik zu finden. Zunächst heißt das für sie das eigenwillige Interpretieren und Arrangieren von Jazzstandards, aber bald sucht sie nach mehr Eigenem und fängt schließlich an selbst Songs zu schreiben. Ungefähr zur gleichen Zeit trifft sie auf den Komponisten, Musiker und Produzenten fischer, dem heutigen musikalischen Leiter der Blue Man Group Berlin. Gemeinsam beginnen sie an einer Song- und Soundästhetik zu arbeiten, die sich bis heute wie ein roter Faden durch ihre Musik zieht. Schnell spielen sie in angesagten New Yorker Venues wie der Knitting Factory, CBGB’s Gallery, der Zinc Bar, dem Smalls und dem Pianos.

Inzwischen lebt Alexa Rodrian mit ihrer Familie in Berlin, der Heimatstadt ihrer Großeltern. Hier ist auch ihr aktueller Longplayer entstanden, produziert von Bagbeater & fischer, das im Herbst bei ENJA & Yellowbird Records veröffentlicht wird. Das mittlerweile dritte Studioalbum heißt „Ding Dong Dilly“, angelehnt an das Kinderbuch des berühmten Disney-Zeichners und Geschichtenschreibers Bill Peet aus den 40er Jahren. Da geht es um Scam, einen Hund der mit sich nicht mehr zufrieden ist und sich von einer Hexe wünscht, sie möge ihn in etwas anderes verzaubern. Gesagt, getan – aus dem Hund wird jedoch eine Mischform vieler verschiedener Tiere, ein Ding Dong Dilly eben. Leider haben nun alle anderen Tiere Angst vor ihm, er wird einsam. Also wünscht er sich sein altes Ich zurück; er hat Glück, denn die Hexe gibt es ihm wieder. Obgleich Rodrians Songs immer mal wieder von den eigenen wie auch anderen Kindern inspiriert werden, geht „Ding Dong Dilly“ noch einen Schritt weiter. Das Album steht stellvertretend für eine Lebenseinstellung, der Rodrian und ihre musikalischen Partner schon seit langem versuchen treu zu bleiben: sich selbst und gleichzeitig wandelfähig zu sein. So werden die Songs von den beiden Produzenten Bagbeater und fischer verwandelt und verziert, eine neue Mischform entsteht: Ding Dong Dilly!

Alexa Rodrian schreibt ihre Songs zunächst analog am Klavier und hat von Beginn an eine klare Vorstellung, wie der Song am Ende klingen soll. Ihre kongenialen Partner fischer und Bagbeater nehmen das mit höchstem Respekt auf, ohne dabei ihre eigene Kreativität aufs Spiel setzen zu müssen. Und das ist hörbar auf diesem wunderbar verspielten Album, das mit leichtfüßigen, mitunter ätherischen wirkenden jedoch stets tiefgründigen Pop- und Jazz-Hits aufwartet. So beispielsweise „Little Too Much“, in dem Rodrian ebenso selbstbewusst wie selbstironisch den Teil ihrer Persönlichkeit vorstellt, der gerne mal zu viel redet. Ein Song, der in seinem gelassenen Sprechgesang-Duktus an Suzanne Vegas frühen Hit „Tom‘s Diner“ erinnert. Weiterer Anspieltipp ist das sehr persönliche „Little Black Fly“, das unter seiner betont harmlosen Oberfläche eine Schlüsselgeschichte aus dem privaten Leben der Künstlerin erzählt. „Fly“ ist ein Pop-Song der auf Engelsflügeln daherkommt - und tatsächlich von solchen Geschöpfen wie Engeln handelt. Ein weiterer starker Titel auf diesem Album ist die slicke, smart swingende Ballade „Ghetto Swingers“, den Rodrian und fischer gemeinsam für ein Theaterstück über das Leben von Coco Schumann geschrieben haben, arrangiert und produziert von Bagbeater. Das Rockabilly-like swingende „Lala’s Dream“ wiederum ist der Trailersong für eine Filmdokumentation über die (wahre) Geschichte einer Frau in Teheran, die vergeblich auf ihren Geliebten wartet um mit ihm zu fliehen. Die Königliche Porzellan- Manufaktur Berlin war übrigens so begeistert von „Lala’s Dream“, dass sie den Song kurzerhand für ihr aktuelles Imagevideo anlässlich ihres 250jährigen Firmenjubiläums genommen haben. Es sind diese Sehnsüchte, unerfüllten Träume oder auch ganz alltäglichen Empfindungen, denen Rodrian eine Stimme verleiht und gekonnt in wunderschöne, schaurig bittersüße Lieder verpackt. Die Künstlerin ist eine wahre Meisterin im Erzählen von modernen Märchen.

Live umgibt sich Alexa Rodrian mit ihrem festen Ensemble um fischer, bagbeater und Tom Peschel. Je nach Anfrage buchbar als Duett, Trio und als Quartett. Egal in welcher Formation bestechen die Musiker und ihre Frontfrau durch eine unprätentiöse, entspannte und humorvolle Bühnenpräsenz. Ihr sehr eigener Stil kennt keine Tabus, weder bezüglich der Musikstile derer sie sich bedienen, noch bezüglich der Instrumente die sie bespielen. Da werden beispielsweise Koffer, Lampen und andere Alltagsgegenstände zum Klingen gebracht. Die Akustische Gitarre wird so verfremdet, dass sie eher an die Soundästhetik der Indie-Szene erinnert.

Fischer spielt in der Band neben der E- und Bariton hauptsächlich die Nylon-String-Gitarre. Der Soundtüftler und Komponist arbeitet in seinem Kofferstudio fast ausschließlich mit Instrumenten und analogen Effektgeräten, die sehr unterschiedlich eingesetzt werden. Midi- Werkzeuge, eine bestehen Soundlibrary oder vorproduzierte Loops gibt es hier einfach nicht. „Alle Sounds und Parts werden bei jeder Produktion neu erfunden, analog produziert und je nach Stimmung verfremdet “, erklärt fischer. Zwei Songs auf dem aktuellen Longplayer „Ding Dong Dilly“ hatte fischer zunächst als Instrumentals für diverse Filmmusiken komponiert, die Rodrian dazu inspirierten sie zu vertexten.
fischer arbeitet auch mit Künstlern wie dem Liedermacher Konstantin Wecker (u.a. Produzent und Musiker der neuen CD „Wut und Zärtlichkeit – Live“), dem Multitalent Demba Nabe Boundzound (SEEED), der Filmemacherin Judith Albrecht (Filmmusik) und der Performance Art Gruppe Blue Man Group (musikalische Leitung) zusammen. www.kofferstudio.de

Der Koffertrommler bagbeater alias Marco Bruckdorfer ist als Co-Produzent für das aktuelle Studioalbum mit von Partie. Seine Sounds und seine Spielweise sind immer ganz nah dran an den Geschichten, die Rodrian erzählt. Da wird eine Cognac-Flasche in der Tonart des jeweiligen Stückes zum Instrument, andere Spielzeuge wie Kaffeemühlen, Schreibtischlampen und natürlich die Koffer sind Bestandteil seines sehr originellen Sets. Herkömmliche Percussion- und Schlagzeug-Instrumente sucht man bei bagbeater vergeblich. Seine unverwechselbare Art all diese ungewöhnlichen Instrumente zum Schwingen zu bringen ist ein wahrer Genuss für Aug‘ und Ohr des Publikums. www.koffertrommler.net

Tom Peschel, Co-Produzent Alexa Rodrians zweiter Albumveröffentlichung „All Done And Dusted“ (2009, NRW Records) ist seit 2000 ein festes Bandmitglied. Seine einfühlsame Art Kontrabass zu spielen, dazu sein schöner, warmer Ton und seine sympathische Bühnenpräsenz machen ihn zu einem unverzichtbaren Teil der Rodrian Band. www.downhill-studio.de

Gemeinsam mit ihrer Band lässt Alexa Rodrian ihre Musik im Grenzbereich zwischen Jazz, Pop und Folk entstehen - egal, welchem Genre man sie schließlich zuordnen möchte, für jedes ist sie eine innovative Bereicherung.

Ausgewählte Diskographie

Links

Alexa Rodrian Internetseite:
http://alexarodrian.de

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