Tim Allhof - Lepus

Tim Allhof - Lepus

Tim Allhoff
Lepus

Erscheinungstermin: 25.01.2019
Label: Unit Reords, 2018

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Tim Allhoff - piano, keys
Bastian Jütte - drums
Andreas Kurz - bass
Arne Jansen - guitars
Lutz Häfner - tenor & sopranosaxophone
Nils Wülker - trumpet
Leopold-Mozart String Quartet - violine, viola, cello

"LEPUS" heißt das mittlerweile sechste Album von ECHO-Preisträger Tim Allhoff, der sich in den letzten Jahren sicherlich zu einem der bedeutendsten deutschen Jazzpianisten etabliert hat.

Der kryptische Titel bezieht sich auf den "Lepus Europaeus", uns hierzulande besser als "Feldhase" bekannt und beim gleichnamigen zweiten Track des Albums kann man ihn hakenschlagend direkt vor sich sehen. Eine treibende und rhythmisch komplexe Komposition, bei der das preisgekrönten Trio von einem Streichquartett unterstützt wird.

Allhoff gelingt auf seinem neuen Album ein spannender und vor allem vielfältiger Mix, der nicht nur seine Qualität als Pianist, sondern vor allem auch als Arrangeur und Komponist zeigt.

Stücke wie „Missing Tokki“ (tokki = Koreanisch für "Hase") oder "Svenja" lassen sich eher in klassisches Genre einordnen, ersteres ist auch der erste Satz von Allhoffs erstem Streichquartett.

Bei "Jean-Pierre" oder "The Demogorgon" (der jedem Serien-affinen Netflix-Gucker bekannt sein dürfte) zeigt die Band hingegen, dass sie auf allerhöchstem Niveau swingen und grooven kann und man merkt sofort, dass die drei Weggefährten der Rhythmusgruppe seit mehr als zehn Jahren gemeinsam auf der Bühne stehen.

Das Trio wird auf Allhoffs neuem Album zum Quintett erweitert und mit Arne Jansen an der Gitarre und Saxophonist Lutz Häfner sind zwei der Besten mit am Start, die die deutsche Jazz-Szene zu bieten hat.

"Beim Schreiben der Musik für Lepus wurde mir sofort klar, dass es diesmal eine größere Band sein muss und Arne und Lutz waren hierfür meine beiden Wunschkandidaten. Ich freue mich immer noch sehr, dass die beiden an diesem Projekt mitgewirkt haben. Jeder für sich ein großartiger Musiker!"

Und gleich noch eine Hasenreferenz findet sich auf LEPUS: "I am the Hareman", eine funkige New-Orleans-Groove-Nummer, auf der Trompeten-Star Nils Wülker gefeatured wird.

Klassische Streichquartettstücke, Funk-Grooves und Hardbop-Abfahrten - das könnte auf den ersten Anschein auch nach einem heillosen Durcheinander klingen oder nach jemandem, der sich musikalisch nicht richtig entscheiden kann.

"Das Konzept des Albums ist, dass es kein Konzept gibt", so der Münchner Pianist, der bereits mit Größen wie Jeff Ballard, Dieter Ilg, dem Filmorchester Babelsberg, Larry Grenadier und vielen Anderen zusammenarbeitete. "Mein erster Gedanke war: Wie bekomme ich da einen Bogen hin? Doch beim Schreiben des Albums wurde mir immer mehr klar: Garnicht. Und das ist auch gut so. All diese Stücke und Arrangements liegen mir sehr am Herzen und sind Momentaufnahmen, die mich als Musiker und Komponisten ausmachen. Egal ob es Jazz, Funk oder Klassik ist. Musikalische Vielfalt ist mir wichtig. Und warum nicht mal ein Album präsentieren, bei dem den Hörer bei vielen Stücken eine jeweils ganz andere Welt erwartet. Eben einfach eine Anthologie dessen, was an Musik aus mir raus will, befreit von jedem Schubladendenken."

Auf LEPUS finden sich neben zehn Eigenkompositionen, auch drei großartige Arrangements. Zwei davon Jazz-Standards ("Body and Soul" und eine ergreifendintime Solo-Piano Version von Strayhorns "Lush Life"), sowie Sufjan Stevens "Fourth of July", in einer Version für Trio und Streichquartett.

Und warum der Hase? "Das wird mein Geheimnis bleiben, aber er spielt eine persönliche Rolle in meinem Leben", schmunzelt Allhoff.

  1. The Demogorgon
  2. Lepus
  3. Fourth Of July
  4. Body And Soul
  5. Missing Tokki - Part I
  6. Following The Rabbit
  7. Untitled Yet
  8. Epilog
  9. Missing Tokki - Part II
  10. Jean-Pierre
  11. Svenja
  12. I Am The Hareman
  13. Lush Life

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