Adax Dörsam - 25

Adax Dörsam - 25 - Album cover
Adax Dörsam - 25

Adax Dörsam
25

Erscheinungstermin: 01.08.2025
Label: Timezone Records, 2025

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jazz-fun`s recap:

Ein Album von geradezu außergewöhnlicher Schönheit – und zugleich ein Werk, das man diesem vielseitigen Künstler vielleicht nicht sofort zugetraut hätte: so schlicht, so unmittelbar berührend, so... schön. Schön in seiner kammermusikalischen Intimität und in seiner zurückhaltenden Eleganz.

Das Spiel von Adax Dörsam wirkt auf den ersten Blick einfach und klar, doch in dieser scheinbaren Einfachheit steckt eine Fülle an handwerklicher Meisterschaft, komplexen Strukturen und feinen musikalischen Verästelungen. Die Klänge entstammen einer erstaunlichen Vielzahl an Instrumenten, die eines gemeinsam haben: sie alle besitzen Saiten – Saiten, die gezupft, geschlagen, gestrichen, gestreichelt oder einfach zum Schwingen gebracht werden.

Auch wenn sich die Ursprünge der Kompositionen in verschiedenen kulturellen Traditionen verorten lassen, handelt es sich weder um sogenannte Weltmusik noch um Jazz, Blues oder Rock. Adax Dörsams Fantasie folgt einer ganz eigenen, unverwechselbaren Spur. Allein das wäre noch kein besonderes Alleinstellungsmerkmal – schließlich ist die zeitgenössische Musikszene reich an inspirierten Individualisten. Doch hier zählt das Ergebnis: eine Klangwelt, die von einer sanften Aura des Friedens durchstrahlt wird, ein farbenprächtiger, überraschender und oft zutiefst lyrischer Klangteppich, der sich vor dem inneren Ohr des Hörers entfaltet.

(Jacek Brun, 01.08.2025)

Adax Dörsam – „25“: Ein leuchtender Klangteppich aus Saiteninstrumenten

Am 7. August 2025 wird der Musiker, Arrangeur, Produzent, Komponist und Buchautor Adax Dörsam 70 Jahre alt. Anlässlich dieses Ereignisses schenkt er sich und seinem Publikum ein neues Buch sowie ein ganz besonderes Album mit dem Titel 25. Mit einem wahren Kaleidoskop an Zupfinstrumenten – darunter Saz, Baglama, Oud, Saturn 63, eine bislang nur drei Mal gebaute Harfencister, Rickenbacker Lap Steel, Streichpsalter, Mandoline, Klassik- und Steelstring- sowie E-Gitarre und Maultrommel – gibt Adax einen Einblick in seine von vielen Reisen und Klängen inspirierte Musikwelt, die von Hawaii über Bhutan bis nach Liverpool und in den heimischen Odenwald reicht.

Zwei Stücke hat der Musiker alleine eingespielt, für andere holte er sich langjährige Weggefährten wie Thomas Tscheschner, seinen Bruder Matthias Dörsam (Rodgau Monotones) oder Rainer Hebenstreit ins Studio. Neben den Eigenkompositionen stehen mit „When I’m Sixty-Four” und „Mother Nature’s Son” auch zwei Stücke der Beatles auf dem Programm.

Nach dem heiteren Intro „Springinsfeld“ und der intensiven Ballade „Lilith Anama“ im typischen Adax-Dörsam-Sound, die von den Gefühlshöhen eines armenischen Gebirges und der Gefühlstiefe der panamaischen Meeresweite inspiriert ist, folgt mit „When I’m Sixty-Four“ eine Hommage an die Beatles, die nur mit Klassikgitarre eingespielt wurde. Adax Dörsam dazu: „Am Anfang waren die Beatles für mich Schattenparker, Weicheier oder Warmduscher. Ich stand mehr auf die Stones. Doch im Laufe meiner Schlauwerdung schätzte ich sie immer mehr.“

Nachdem „Silent Parting“ von mediterraner Leichtigkeit geprägt ist, wurde „Dorisa“, ein Leo Kottke gewidmetes Stück, mit einer Steelstring-Gitarre eingespielt, um eine ganz besondere Stimmung zu erzeugen. Benannt ist das Stück nach der lokalen Kräuterfachfrau in Adax' Wohnort. Sie schenkte ihm eine kaputte, alte Gitarre, die sie zu einem Blumentopf umfunktioniert hatte. Im Schallloch der Gitarre war Erde platziert und eine wunderschöne Blume hineingesetzt. Adax erinnert sich: „Natürlich habe ich sofort die Blume und die Erde entfernt und die Gitarre begutachtet. Es war ein Totalschaden. Aber ich habe sie besaitet und so schwach gespannt, dass sie es verkraftet hat. So ergab sich diese ungewöhnliche Stimmung, die ich sofort aufgenommen habe. Ein vollkommen ungewöhnlicher Sound ergab sich daraus.“

Americana à la Adax enthält der Track „Googlehupf“, in dem er seine Schwäche für Fingerpicking Ragtime auslebt: „Dazu die Dorisa Blumentopfgitarre als Slide: herrlich! Da sitze ich gedanklich im Vorbau einer Ranch in Kalifornien auf einem Schaukelstuhl mit einem Laptop auf dem Schoß und schaue gelegentlich auf die Weide.“

Mit einer Rickenbacher Lapsteel aus den 1930er Jahren im Gepäck reist er in dem Stück „Waikiki Beach Waves“ auf seine Lieblingsinsel Hawaii. Die Musik der Insel begeisterte ihn genauso sehr wie die Natur vor Ort: „Die Mischung aus unaufgeregt cool und gefühlvoll ist genau das, was wir im Moment brauchen. Das Gegenmittel zum aufgeputschten Aktionismus unserer Tage.“ Man achte auf das musikalische Zitat im Stück – mehr wird an dieser Stelle nicht verraten.

„Pure Lebensfreude“ tut in diesen belasteten Zeiten gut. Hier kommen ein selten gehörter E-Gitarren-Effekt mit Slider und WahWah sowie die seltene Harfencister zum Einsatz. Es folgen Latin-Klänge in „Morningside“, bevor ein der ukrainischen Dichterin Selma Merbaum gewidmetes, typisch adaxianisches und elegant-nachdenkliches Stück namens „Orange Moon Zoom“ im Swing-Walzertakt erklingt. Adax sagt über Merbaum: „Sie hat es meisterhaft verstanden, das Tieftraurige mit schwärmerischer Liebe zu verbinden.“

„Bhutan Chilli Cheese“ basiert auf Adax‘ Reise in das fernöstliche Land: „Das Nationalinstrument dort klingt fast gleich wie die arabische Oud, sieht aber ganz anders aus. Deshalb habe ich den Sound auf der Oud nachgestellt. Die Geräusche, die Atmosphäre und die Flöte am Schluss habe ich 2023 auf meiner Reise aufgenommen.“

Über das von der Musik der Turkvölker inspirierte „Smells Like Desert“ mit Saz Baglama, Percussion, Altfidel, Bass und Bassflöte geht die Reise weiter nach Ägypten zum „Egypt Desert Dance“ mit Oud, Bass und wiederum Bassflöte, gespielt von Adax' Bruder Matthias. Adax über seine Oud: „Ich liebe diesen Sound! Er riecht nach Wüste und Sand. Das Instrument hat mir ein befreundeter Ägypter in den 80ern direkt aus Kairo mitgebracht.“

Eine zweite Verneigung vor den Beatles folgt mit der filigranen Seelennahrung von „Mother Nature’s Son“, bei dem Martin-D-35-Steelstring-Gitarren zum Einsatz kommen. Zum Schluss zollt Adax dann seiner Heimat, dem urigen Odenwald, Tribut. Mit Maultrommel, Triangel, Steelstring-Gitarre, Klarinetten und Streichpsalter gelangt „Odenwaldschrat“ zur vollen klanglichen Blüte. Adax sagt dazu: „Hier habe ich meine folkloristische Ader voll ausgelebt! Ich liebe diese alten Instrumente. Genial umkleidet von den Klarinetten meines Bruders. Und ich fühle mich als Europäer, der anglo-amerikanisch sozialisiert wurde.“

Bei Adax Dörsam ist die Melodie immer Trumpf. Technischen Spielereien lässt der Musiker hingegen wenig Raum. Er hat das Album selbst produziert. Das Mastering übernahm Matthias Ruckdäschel, der unter anderem für die TV- und Radiomusiken von Haindling verantwortlich ist.

Adax Dörsam wurde am sonnigen Sonntagmorgen des 7. August 1955 in Mannheim geboren und zog 1965 mit seinen Eltern in den idyllischen Odenwald. Dort wuchs er mit Krautrock und Blues auf, bis er in die Mannheimer Szene eintauchte: Mit Schrammel & Slide spielte er sieben Alben ein und war mit dem Rock’n’Roll Circus und Circus Haselbeck deutschlandweit auf Tournee.

Es folgten Auftritte und Aufnahmen mit Größen der Musikwelt, darunter Jonny Logan, Mike Batt, JOANA, Joy Fleming, Rolf Zuckowski, Pe Werner, Tony Marshall, die SWR1 Big Band, Lydie Auvray, De-Phazz, Ken Hensley, Gunter Gabriel, Lou Bega und Xavier Naidoo.

Als musikalischer Globetrotter bereiste er Länder wie Hawaii, Armenien, Bhutan, Mauritius, Papua-Neuguinea, Kuba, Indien, Taiwan, Curaçao, Samoa, Tonga, Maui, Bora Bora und Tahiti und ließ sich vor Ort von den unterschiedlichen Musikkulturen inspirieren.

Von der Rock- und Bluesgitarre bis zu den Tönen und Tonlagen anderer Kulturen beherrscht er viele Spielarten und ist bekannt für seine große Vielfalt an exotischen Zupfinstrumenten, die er meisterhaft beherrscht.

Neben seiner Tätigkeit als Musiker und Komponist hat er Film- und Fernsehmusiken für das ZDF, arte, den WDR und SWR eingespielt, darunter die Titelmelodie der arte-Sendung „Zu Tisch“ mit Schrammel & Slide, die dreizehn Jahre lang lief. Er ist außerdem als freier Dozent an der Popakademie Mannheim tätig und schreibt Bücher. Am Tag der Albumveröffentlichung erscheint im Waldkirch Verlag Mannheim sein neues Buch „Fünfundzwanzig“ voller Anekdoten, politisch-philosophischen Sichtweisen und poetischen Anwandlungen des 68ers, der an dem Tag 70 Jahre alt wird.

Zum Schluss noch ein Fun Fact: Die südlichste Aufführung von Adax’ Komposition „Earth From The Universe“ vom Album „Luna lacht“ fand im Januar 2023 auf dem Forschungsschiff Hondius zwischen der Drake-Passage, der Antarktis, Südgeorgien und Feuerland bei 6 m hohen Wellen statt. Die Koordinaten lauten: 59° 28′ Süd, 63° 09′ West.

Text: Timezone Records

Titelliste

  1. Springinsfeld
  2. Lilith Anama
  3. When I'm Sixty Four
  4. Silent Parting
  5. Dorisa
  6. Googlehupf
  7. Waikiki Beach Waves
  8. Pure Lebensfreude
  9. Morningside
  10. Orange Moon Zoom
  11. Bhutan Chilli Cheese
  12. Smells Like Desert
  13. Egypt Desert Dance
  14. Mother Nature's Son
  15. Odenwaldschrat

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