Rezension des Jazz-Albums "Strangers" von Alexander Wienand

Alexander Wienand - Strangers - Album cover
Alexander Wienand - Strangers

Alexander Wienand
Strangers

Erscheinungstermin: 27.02.2026
Label: Double Moon Records, 2025

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Musik aus dem Unbekannten – Alexander Wienand und die Idee von „Strangers“

jazz-fun`s recap:

Der deutsche Pianist und Komponist Alexander Wienand präsentiert mit Strangers ein Album, das sich ganz der kreativen Kraft des Unbekannten widmet. Ausgangspunkt des Projekts ist eine einfache, aber weitreichende Idee: Gerade die Begegnung mit neuen musikalischen Situationen – mit ungewohnten Rhythmen, frischen Ideen oder bislang unbekannten musikalischen Partnern – kann eine besonders starke Quelle künstlerischer Inspiration sein.

Diese Haltung prägt das gesamte Album. Wienands Kompositionen bewegen sich bewusst in offenen Strukturen, die den beteiligten Musikern große Freiräume für spontane musikalische Reaktionen lassen. Improvisation wird hier nicht als dekoratives Element verstanden, sondern als zentraler Bestandteil des kompositorischen Prozesses.

Der Titelsong „Strangers“ bringt diese Philosophie besonders deutlich zum Ausdruck. Zwei kontrastierende musikalische Motive entwickeln sich zunächst unabhängig voneinander, bevor sie sich im Verlauf der Improvisationen zu einer gemeinsamen musikalischen Erzählung verbinden. Diese Entwicklung wirkt wie eine Metapher für Begegnung, Spannung und Transformation.

Solche Konzepte verlangen ein hohes Maß an musikalischem Vertrauen. Die beteiligten Musiker bewegen sich mit großer Sicherheit innerhalb dieser offenen Strukturen und nutzen die Freiheit der Kompositionen, um eigene Ideen einzubringen. Gerade in diesen Momenten entsteht die besondere Dynamik des Albums: aus spontanen Reaktionen, aus musikalischem Risiko und aus der Bereitschaft, neue Wege auszuprobieren.

Die Stücke entwickeln sich daher in einem kontinuierlichen Fluss aus Komposition und Improvisation. Die offene Architektur der Musik ermöglicht es jedem Ensemblemitglied, seine Stimme einzubringen und gleichzeitig Teil einer gemeinsamen klanglichen Erzählung zu bleiben.

Strangers präsentiert sich damit als ein Album, das Neugier und Entdeckungsfreude in den Mittelpunkt stellt. Die Musik lebt von der Spannung zwischen Planung und Spontaneität – und genau aus dieser Spannung entsteht eine Aufnahme, die vom ersten bis zum letzten Stück mit wachsender Aufmerksamkeit verfolgt werden möchte.

(Jacek Brun, 14.03.2026)

Besetzung

Alexander Wienand - piano
Uli Kempendorff - Tenor Saxophone
Johannes Felscher - Double bass
Diego Piñera - Drums

Titelliste

  1. Agenbach Winterwald
  2. Serpiente negra
  3. Waves
  4. Monday moanin'
  5. Tribute to John Taylor
  6. Steamy icecubes
  7. Where walk
  8. Strangers

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