Rezension des Albums "Always Ever" von Alister Spence

Alister Spence - Always Ever - Album cover
Alister Spence - Always Ever

Alister Spence
Always Ever

Erscheinungstermin: 24.04.2026
Label: Alister Spence Music, 2025

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Dort, wo jeder Ton sein eigenes Universum eröffnet

jazz-fun`s recap:

Schon der Titel Always Ever verweist auf eine Musik, die sich jeder zeitlichen Begrenzung entzieht. Für den australischen Pianisten und Komponisten Alister Spence ist Improvisation kein stilistisches Mittel, sondern eine Haltung: der Versuch, den Augenblick ohne Vorbedingungen zu akzeptieren und ihn unmittelbar in Klang zu verwandeln. Das Ergebnis ist ein Album, das den Hörer immer wieder überrascht und gleichzeitig in seinen Bann zieht.

Die sechzehn vollständig improvisierten Stücke nähern sich dem Klavier aus unterschiedlichsten Perspektiven. Mal präsentiert Spence jene virtuose und hochentwickelte Improvisationskunst, die ihn seit seinen Jahren mit der international renommierten Formation Clarion Fracture Zone zu einem der bedeutendsten Jazzpianisten Australiens gemacht hat. An anderer Stelle verändert er das Instrument durch verschiedenste Präparationen und ungewöhnliche Spieltechniken und eröffnet damit völlig neue Klangwelten.

Gerade diese kompromisslose Offenheit macht den besonderen Reiz des Albums aus. Spence löst sich bewusst von kompositorischen Vorgaben und folgt stattdessen den spontanen Impulsen des Augenblicks. Jeder Titel entwickelt eine eigene musikalische Logik und eröffnet eine neue Perspektive – nicht nur auf den Klang des Klaviers, sondern auch auf die Möglichkeiten des Hörens selbst.

Nichts wirkt vorhersehbar. Jede Improvisation scheint eine eigene Geschichte zu erzählen, deren Verlauf selbst für den Künstler im Moment des Spielens offen bleibt. Die Musik lebt von kleinen Zufällen, überraschenden Wendungen und feinen klanglichen Entdeckungen. Dabei entsteht niemals der Eindruck bloßer Experimentierfreude um ihrer selbst willen; vielmehr entwickelt sich aus jeder Idee eine organische musikalische Erzählung.

Alister Spence beschreibt seinen Ansatz selbst treffend: Oft entscheide bereits der Punkt, an dem er eine Saite oder den Rahmen des Instruments anschlägt, über den weiteren Verlauf der Musik. Selbst wenn er das Klavier auf konventionelle Weise spielt, versucht er bewusst, den vertrauten Weg zu verlassen, um das Unvorhersehbare zuzulassen. Genau diese Offenheit verleiht Always Ever seine außergewöhnliche Spannung.

So entsteht ein Album voller Entdeckungen, das den Hörer immer wieder herausfordert und belohnt. Es ist Musik, die sich nicht festlegen lässt, sondern mit jedem Stück neue Räume öffnet und die Grenzen zwischen Komposition, Improvisation und Klangforschung auf faszinierende Weise verschwimmen lässt.

Always Ever ist ein außergewöhnliches Werk eines großen Improvisators – mutig, poetisch und voller klanglicher Fantasie.

(Jacek Brun, 06.06.2026)

Besetzung

Alister Spence - piano, preparations, percussion

Titelliste

  1. Mystic
  2. Determination
  3. Play of Light
  4. Distant Cousins
  5. Afternoon at Rancom Street
  6. Begin from the Middle
  7. Rain Phase
  8. Semi-Formal Garden
  9. Tonal Dance
  10. Halo
  11. Sparkler
  12. Searchlight
  13. Top Spinner
  14. Random Access Counterpoint
  15. Talking Slowly with Lorikeets
  16. Scrape Rattle Strike

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Kommentar von Alister Spence |

Many thanks Jacek Brun, and Jazz Fun for reviewing 'Always Ever'!

Was ist die Summe aus 2 und 3?