Andy Emler - Le Temps est parti pour rester
Andy Emler
Le Temps est parti pour rester
Erscheinungstermin: 07.02.2025
Label: PeeWee!, 2024
Musik mit einem einzigartigen Klang und einer unverwechselbaren Atmosphäre. Der Stil des Albums ist nicht leicht zu definieren, er bewegt sich in weiten Kreisen zwischen Klassik und Jazz. Es gibt viele dynamische Momente, die Erzählung eilt voran, die Klangereignisse folgen blitzschnell aufeinander. Andy Emler mischt meisterhaft die Farben der Instrumente und nutzt den Kontrast zwischen ihnen auf interessante Weise. All diese Komponenten sind eng miteinander verknüpft und interagieren gegenseitig, was dieses Album zu einem atemberaubenden Hörspektakel macht. (Jacek Brun, 12.02.2025)
Besetzung
Nicolas Fargeix - clarinette
Élodie Pasquier - clarinette
Emmanuelle Brunat - clarinette, bass clarinette
Florent Pujuila - clarinette, bass clarinette
Louis Sclavis - clarinetteb, bass clarinette
Catherine Delaunay - clarinette, basset horn
Thomas Savy - bass clarinette
Laurent Dehors - clarinettes, bass & doublebass
Éric Echampard - drums
Über das Album "Le Temps est parti pour rester" von Andy Emler
Andy Elmers Omnipräsenz in der Jazzszene seit fast vierzig Jahren, seine zahlreichen Entdeckungsreisen, sein meisterhaftes, von großer Menschlichkeit und Weltoffenheit geprägtes Charisma haben ihn zu einem Bezugspunkt für vier (ja, vier!) Generationen französischer und europäischer Musiker gemacht.
Und dennoch! Andy Emler kultiviert auf seine Weise die Gegensätze und geht immer wieder neue Wege. Er ist nie genau da, wo man ihn erwartet. Fernab der Akademie bleibt er ein freies Wesen, ein inspirierender und unschätzbarer Teil der Landschaft. Was sicher in die Geschichte eingehen wird, ist seine besondere Gabe, aus hochkomplexen Klangstrukturen einfache, klare Gedichte, berauschende, tanzbare Melodien und Rhythmen herauszuarbeiten, die das Publikum immer wieder in Erstaunen versetzen. Das liegt daran, dass sein Komponieren auf einem soliden Fundament steht. Tief beeinflusst von den großen Komponisten des frühen zwanzigsten Jahrhunderts, hat er aus deren Geheimnissen geschöpft, um die erlernte Polyphonie und Polyrhythmik als eine Art Sprachrohr zu verwenden. Er wurde früh vom progressiven Rock der Canterbury School beeinflusst und hat seinen eigenen symphonischen Ansatz des minimalistischen Ritornells entwickelt; von der Great Black Music hat er die unheimliche Fähigkeit übernommen, alle Arten von Ensembles, ob groß oder klein, zum Vibrieren zu bringen. Schließlich wird seine hochgradig hybride DNA durch eine grundlegende Suche nach den Freuden der Improvisation ergänzt.
In diesem neuen Werk finden wir alle Merkmale von Andy's Sensibilität und seiner besonderen Herangehensweise in seinem ständigen Streben nach Effizienz und Unmittelbarkeit des Komponierens. Mit seinen acht neuen Mitmusikern gelingt es ihm einmal mehr, eine kollektive Loslösung zu provozieren, bei der sich jeder in einem Wirbel aus harmonischen und rhythmischen Farben von den Normen und Regeln des Spiels befreit. Acht Klarinettistinnen und Klarinettisten, Emmanuelle Brunat, Laurent Dehors, Catherine Delaunay, Nicolas Fargeix, Élodie Pasquier, Florent Pujuila, Thomas Savy, Louis Sclavis, die virtuose Avantgarde auf diesem Instrument: ein verrücktes Wagnis, das musikalisch funktioniert, weil es aus einer Geschichte von Freundschaften und Begegnungen entstanden ist. Andy Emler, Claude Tchamitchian und Éric Échampard bilden seit vielen Jahren ein starkes Trio. Diese instinktive Triebkraft steht hier im Dienste einer neuen Klangidentität. Neue Schwingungen, überraschende Klangkombinationen, Frequenzschwankungen, kontinuierliche Brüche, hölzerne Passagen im Stil einer Big Band, ein ganzes Klanguniversum, das die acht Klarinettisten selbst noch nicht kannten und das sie in ihrer Begeisterung für die Neue Musik zu entdecken versuchen.
Getreu dem Modus Operandi des MegaOctet hat Andy Emler jedes Stück für jeden Solisten konzipiert und so den Boden für freien Ausdruck bereitet. In ihrer Klangarchitektur kommt diese Musik nicht ohne eine Annäherung an die Energie des Rock und den Rausch des Groove aus. Und doch gibt es viel Raum für die Entwicklung ästhetischer Atmosphären, mit Klängen, die mal lärmend, schreiend und flüsternd, mal rein und lyrisch sind. Le Temps est parti pour rester ist das Werk eines Komponisten, der seine eigene Position immer wieder in Frage stellt und dabei stets die brillantesten Musiker unserer Zeit um sich versammelt.
Titelliste
- Des temps de ouf
- Des nuages dans la tête
- 2 climatologies
- Le Temps est parti pour rester
- Les Vents du chnord
- Chaud et… show
- Des canards en froid
- Par les chants qui…
jazz-fun`s recap:
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