Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg für Jazzpianistin Anke Helfrich

Von Angela Ballhorn

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (links) und Anke Helfrich (rechts)
Ministerpräsident Winfried Kretschmann (links) und Anke Helfrich (rechts)

„Sie sind Menschen, die in unserer Gesellschaft herausragen, weil sie sich einsetzen, die Initiative ergreifen, Besonderes leisten im Ehrenamt oder im Beruf. Sie gehen mit neuen Ideen und Mut voran, inspirieren und motivieren andere und kümmern sich um ihre Mitmenschen. Sie sind damit Vorbild für andere.“

Das zeichnet die 27 Mitbürger aus, die Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann in einer der letzten Amtshandlungen seiner Regierungszeit auszeichnete. Einer der Verdienstorden des Landes wurde an die Jazzpianistin Anke Helfrich aus Weinheim überreicht. Zwischen Mittelständlern, die Stiftungen gründeten, erfolgreichen Sportlern, Forschern oder klassischen Musikern und Tänzern fiel die einzige Auszeichnung im Bereich Jazz sehr positiv auf.

Winfried Kretschmann begründete die Ehrung für Anke Helfrich wie folgt:
„Anke Helfrich ist eine der bedeutendsten Jazz-Pianistinnen und -Komponistinnen Europas. Sie ist in Deutschland und Namibia aufgewachsen und hat Jazzpiano in den Niederlanden sowie in New York City studiert. Ob gemeinsam mit ihrer Band oder anderen Künstlerinnen und Künstlern, ihre Kunst begeistert und inspiriert Menschen auf der ganzen Welt. Auf ihren Alben setzt sie sich mit großen Themen unserer Zeit und Geschichten ihres eigenen Lebens auseinander. So interpretiert und begleitet sie im Album „Dedication“ ausgehend von ihrer Zeit in Namibia und dem Einsatz ihrer Eltern gegen die Apartheid, unter anderem die berühmte Rede „I have a dream“ von Martin Luther King. Mit ihrem aktuellen Album „We’ll Rise“ gibt sie teils vergessenen Pionierleistungen von Frauen in unterschiedlichen Bereichen Raum. Trotz ihrer internationalen Tätigkeit ist Anke Helfrich fest in ihrer Heimatstadt Weinheim verwurzelt und engagiert sich als deren Botschafterin. Sie setzt sich vor Ort gegen Diskriminierung und Rassismus und für eine offene Stadtgesellschaft ein. Als langjährige Dozentin an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Mannheim und an Dr. Hochs Konservatorium in Frankfurt am Main gibt sie ihr Wissen an den musikalischen Nachwuchs weiter und leistet damit einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft.“

Die in Weinheim lebende Jazzpianistin Anke Helfrich, 2024 für ihr Album „We’ll Rise“ für den Deutschen Jazzpreis nominiert, ist viel unterwegs. An den Hochschulen, um dem Jazznachwuchs unermüdlich mit Tipps und Rat zur Seite zu stehen oder mit ihrem Trio auf Bühnen in Deutschland und dem europäischen Ausland wie auch in den letzten Jahren in Namibia, Kanada und Japan.

Doch ihre Homebase ist immer Weinheim, hier steht ihr Flügel, an dem neue Stücke entstehen, hier leben Familie und Freunde, in den Weinbergen um Weinheim oder im Odenwald kann Kraft getankt und neue Inspiration gefunden werden.

Der Landesorden wird „als Zeichen dankbarer Würdigung hervorragender Verdienste um das Land Baden-Württemberg und seine Bevölkerung“ verliehen. Der Ministerpräsident entscheidet über die Vorschläge nach Anhörung des Ministerrats. Die Zahl der Ordensträger ist auf insgesamt 1.000 lebende Personen begrenzt (!).

Alle Gruppen der Bevölkerung und alle Gebiete des Landes sollen möglichst gleichmäßig berücksichtigt werden. Seit 1975 wurde der Orden bis zum Jahre 2026 insgesamt an 2.103 Personen verliehen.

Dass eine Jazzmusikerin die höchste Auszeichnung des Landes Baden-Württemberg erhält, ist besonders. Staatssekretäre, ehemalige (Ober-)Bürgermeister, Botschafter, Kirchenobere oder Professoren stellen in den 51 Jahren den Grossteil der Geehrten.

Jazz-fun.de gratuliert Anke Helfrich von Herzen zu der verdienten Auszeichnung.

Text: Angela Ballhorn
Foto: Angela Ballhorn, Staatsministerium Baden-Württemberg

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