BalkaNova - July Morning

BalkaNova - July Morning - Album cover
BalkaNova - July Morning

BalkaNova
July Morning

Erscheinungstermin: 28.02.2025
Label: Laika Records, 2025

BalkaNova - July Morning - bei JPC kaufen

jazz-fun`s recap:

Balkantradition durchzogen von modernen Arrangements – July Morning ist die Begegnung zweier Kulturen und zahlreicher musikalischer Sehnsüchte, inspiriert vom Grenzgang ihrer Schöpferinnen und Schöpfer. Diese Musik beruhigt die Seele und fesselt zugleich mit ihrer Tiefe, ihrem Klangzauber und der Kraft des gesprochenen und gesungenen Wortes. Viktoria Lasaroffs charismatische Interpretationen treffen auf das emotional aufgeladene, virtuose Spiel des Ensembles unter der gemeinsamer Leitung mit Andreas Brunn. So entsteht ein Album voller Intensität und Poesie, das man vom ersten bis zum letzten Ton mit Staunen und Freude hört. Ein musikalisches Juwel, das man nicht überhören sollte. (Jacek Brun, 11.05.2025)

Besetzung

Viktoria Lasaroff - voc, acc
Andreas Brunn - 7 string acoustic guit, e-guit, conga, whistle
Robin Draganic - db
Stoyan Yankoulov - tupan, perc, drums (2, 3, 5, 9)
Vladimir Karparov - sopr. sax
Mladen Stoyanov - viol
Philipp Bernhardt - dr, perc. (1, 4, 7, 8)
Daniel Stawinski - p

Zwischen Welten und Emotionen: BalkaNova – July Morning

"July Morning" oder einfach „JULAYA“ ist in Bulgarien seit den 70er Jahren eine lebendige Tradition. Viele Menschen reisen in der Nacht zum 30. Juni an die Schwarzmeerküste, um an den Klippen und Stränden den Sonnenaufgang am Morgen des 1. Juli zu erleben. Traditionell wird dabei das Lied „July Morning“ der britischen Hardrock-Band Uriah Heep gespielt und gesungen. In der osteuropäischen Kultur werden Traditionen seit jeher gekreuzt, verwoben und in die Gegenwart getragen, so dass sich „July Morning“ nahtlos in die vielfältige Kultur Bulgariens einfügt.

Auch das international besetzte Trio BalkaNova sorgt seit 20 Jahren für eine lebendige Erneuerung der bulgarischen Volksmusik. Mitte 2005 gab es sein erstes Konzert in Berlin. Im vergangenen Jahr erhielten sie den Studiopreis des Berliner Senats und nahmen ihr neues Album auf. Es erscheint zum 20-jährigen Bestehen des Ensembles.

Die in jahrhundertealten Traditionen verwurzelten Volksmusikstile, die mit Melismen verzierten Melodien auf exotischen Tonleitern und die für den Balkan typische ungerade Metrik fügen sich überraschend gut in neue Fusionen mit Jazz, Folk und anderen Musikstilen. Traditionsbewusst und weltoffen bietet BalkaNova der bulgarischen Volksmusik einen Sonnenaufgang, und so heißt das zweite Album des Trios folgerichtig „July Morning“.

Die bulgarische Sopranistin Viktoria Lasaroff, die auch Akkordeon und Perkussion spielt, der deutsche Gitarrist Andreas Brunn, der hier unter anderem auf seiner siebensaitigen Gitarre zaubert, und der kanadische Kontrabassist Robin Draganic bilden die Kernbesetzung von BalkaNova. "July Morning" erzählt von der ersten Liebe, vom Kennenlernen, vom Zusammenleben, von Emigration, von Familienverhältnissen, von Trennung, Neuverliebtsein, vom Alltag und vom Glücklichsein", beschreibt Viktoria Lasaroff die Liederfolge des Albums. Für die Aufnahmen hat sich das Trio hochkarätige Gäste eingeladen: Mit dem international bekannten Stoyan Yankoulov (Tupan, Percussion, Schlagzeug), Vladimir Karparov (Sopransaxophon), Mladen Stoyanov (Violine), Philipp Bernhardt (Schlagzeug, Percussion) und Daniel Stawinski (Klavier) begibt sich BalkaNova auf eine musikalische Reise.

Dabei führen die innovativen Arrangements von Viktoria Lasaroff und Andreas Brunn die musikalische Tradition Bulgariens heute in die moderne Weltmusik. Das harmonisch farbenreiche Spiel in verschiedenen ungeraden Taktarten, die von den Instrumenten kommentiert und beschrieben werden und die facettenreiche und unglaublich wandlungsfähige Stimme von Viktoria Lasaroff erzeugen eine ganz besondere emotionale Kraft. „Die bulgarische & Balkan-Musik schöpft aus einem großen Reichtum an vielfältigen, in Mitteleuropa zum Teil völlig unbekannten Rhythmen sowie einer wahren Hochkultur im Umgang mit Melodielinien“, so Andreas Brunn, der im Rahmen eines Stipendiums unter anderem bei Stoyan Yankoulov (Perkussion) und Ateshan Hiusseinov (Gitarre) in Bulgarien studieren konnte, Musiker, die die zeitgenössische Musik ihres Landes maßgeblich prägen.

Die zehn Titel des Albums klingen exotisch und doch vertraut. Der Opener „Sednalo e Djore, dos“ (Georgy strickt bunte Socken), eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, beginnt als ruhiger Reggae, nimmt im humorvollen Mittelteil an Fahrt auf, steigert sich zu einem kraftvollen Basssolo, wird vom Saxophon aufgepeppt und endet in einem leidenschaftlichen Swing - und bleibt doch ein traditionelles bulgarisches Liebeslied. Dieses abwechslungsreiche, teils kammermusikalische Spiel zieht sich durch alle Lieder. „Ayde, Yano“ (Los, Yano) reist musikalisch von Serbien nach Kuba, wo Viktoria Lasaroff einmal im Jahr als Gastdozentin Gesangsseminare in Havanna leitet. Komplexe kubanische Rhythmusmuster, von Stoyan Yankoulov perfekt gespielt, verschmelzen mit dem für Ostserbien, Nordmazedonien und Westbulgarien typischen 7/8-Takt. „Das sich allmählich steigernde Tempo unterstreicht das Loslassen von materiellen Werten und schafft Raum, Glück in jeder Lebenslage zu empfinden, indem es einfach getanzt wird“, beschreibt Viktoria Lasaroff das Lied.

Der letzte Titel des Albums „Dragieva Cheshma“ (Dragieva Brunnen) ist ein bekanntes Lied der bulgarischen Folklore, das von der Schönheit der Natur erzählt, die zum Wandern und Feiern einlädt, was in letzter Zeit wieder ein Trend bei der bulgarischen Jugend ist. Berühmt wurde das im Tangorhythmus gesungene Lied in den Tanzsalons der 40er Jahre im Potpourri der Stari Gradski Pesni (Musikrichtung, in der bulgarische Lieder meist im gängigen Tanzrhythmus gespielt werden). „Im Gegensatz zu den etwas lauteren und hektischeren heutigen Versionen schafft dieses Arrangement mit seinem Samba-Feeling und der jazzigen Harmonisierung eine ruhige und entspannte Atmosphäre. Dazu tragen auch das Wasserplätschern am Anfang und am Ende und die gepfiffene Melodie bei. Es klingt, als ob man sich nach einem Waldspaziergang einer frischen Quelle nähert und es sich dort gemütlich macht. Die Violine schlägt den Bogen zu den ursprünglichen Interpretationen in den Tanzsalons des letzten Jahrhunderts“, beschreibt Viktoria Lasaroff ihr Arrangement.

Und Andreas Brunn ergänzt: „Unbedingt erwähnenswert ist, dass Stoyan Yankoulov in seinem Studio in Sofia bei vier Titeln Schlagzeug und Percussion eingespielt hat und wir diese musikalischen Highlights in unsere CD integrieren konnten. Auf "Gankino Horo" spielt er ein wirklich unglaubliches "Tupan Solo" (eine traditionelle Trommel mit einem tiefen und einem hohen Fell).

„July Morning“ ist eine lebendige Erneuerung der uralten bulgarischen Folklore. Es übersetzt die Geschichten des Balkans respektvoll in eine zeitgemäße Sprache - ein lebendiger Stilmix, professionell und modern arrangiert, virtuos gespielt und gesungen.

Text: Laika Records

Titelliste

  1. Sednalo e Djore, dos (trad. Bulg. / arr. Lasaroff & Brunn)
  2. Devoyko, mari, hubava (trad. Bulg. / arr. Lasaroff)
  3. Ayde, Yano (trad. Serbian / arr. Lasaroff & Brunn)
  4. Dilmano, Dilbero (trad. Bulg. / arr. Lasaroff)
  5. Skarali se dve svati (trad. Bulg. / arr. Lasaroff)
  6. Ya kazhi mi, oblache le byalo (trad. Bulg. lyrics from a poem by the Bulgarian poet Gencho Stanchev Negencov - Ran Bosilek / arr. Lasaroff & Brunn)
  7. Otishla e byala Yana (trad. Bulg. / arr. Brunn)
  8. Rosni mi, rosni, Rosice (trad. Bulg. / arr. Lasaroff)
  9. Gankino Horo (trad. Bulg. / arr. Brunn)
  10. Dragieva cheshma (trad. Bulg. / lyrics by Bojadzhiev Gyulmezov / arr. Lasaroff)

Einen Kommentar schreiben

Bitte rechnen Sie 7 plus 6.