Cologne Jazzweek 2025 – ein Festival der Superlative und neuen Dimensionen

Annie Bloch I depend
Annie Bloch I depend, Foto: Niclas Weber

Rekordzahlen, neue Spielorte und ein Konzert im Kölner Dom: Die fünfte Ausgabe der Cologne Jazzweek beweist, warum Köln zu den führenden Jazzstädten Europas gehört.

Die fünfte Ausgabe der Cologne Jazzweek hat gezeigt, welche Strahlkraft ein Festival entfalten kann, wenn es sich mutig weiterentwickelt, auf Vielfalt setzt und konsequent die ganze Stadt einbindet. Vom 31. August bis zum 5. September 2025 wurde Köln erneut zur pulsierenden Jazzmetropole Europas – und das mit einem neuen Besucherrekord: 10.500 Menschen strömten zu den insgesamt 50 Konzerten, von denen 20 bei freiem Eintritt erlebbar waren.

Mit mehr als 250 Musiker:innen aus über 18 Nationen und 21 Spielorten bewies die Cologne Jazzweek eindrucksvoll, dass sie zu den bedeutendsten Jazzfestivals Europas gehört. Das Konzept, Jazz nicht nur auf den klassischen Bühnen wie dem Stadtgarten, dem LOFT, der Philharmonie oder dem WDR Funkhaus zu präsentieren, sondern auch in Clubs, ungewöhnlichen Räumen und öffentlichen Orten, verlieh der diesjährigen Ausgabe eine besondere Nähe zum Publikum.

Jazz in der ganzen Stadt – und darüber hinaus

Ein zentrales Element war die neu eingeführte Reihe „Stadt.Klang.Orte“, die mit Konzerten zur Mittagszeit neue Räume erschloss: vom Japanischen Kulturinstitut über das Museum für Ostasiatische Kunst bis hin zu einem Fahrradladen. Diese Idee brachte Jazz an Orte, die bisher nicht im kulturellen Fokus standen, und öffnete das Festival in überraschender und niederschwelliger Weise.

Ein unvergesslicher Höhepunkt war das erste Jazzkonzert in der über 700-jährigen Geschichte des Kölner Doms: Der Pianist Kit Downes spielte ein intensives Solokonzert, das mit 1.100 Zuhörer:innen nicht nur einen logistischen, sondern vor allem einen emotionalen Meilenstein darstellte. Ebenso bedeutsam war die erstmalige Bespielung des Kammermusiksaals des Deutschlandfunks – ein weiterer Beweis für die enge Verzahnung von Jazz und urbaner Kultur in Köln.

Plattform für Uraufführungen und aktuelle Strömungen

Die Cologne Jazzweek präsentierte sich auch 2025 als Forum für zeitgenössische Musik. Mehrere Uraufführungen prägten das Programm, darunter Night by Night von Fabian Dudek, Meeting Room von Simon Nabatov, waring words von Emily Wittbrodt sowie ein neues Programm des Supersonic Orchestra von Gard Nilssen. Mit dieser starken Ausrichtung auf neue Musik unterstreicht das Festival seine Bedeutung als Impulsgeber in der europäischen Jazzszene.

Featured Artists als künstlerische Leitfiguren

Die diesjährigen Featured Artists waren die Pianist:innen Marta Warelis und Kit Downes. Beide präsentierten ihre Bands – Still Life with Lemons und SNAP II – und stellten neue Projekte vor, die das Festivalprogramm maßgeblich beeinflussten. Vor allem das Solokonzert von Kit Downes im Kölner Dom wird als symbolträchtiger Moment in die Festivalgeschichte eingehen.

Köln als Jazzstadt – lokale Szene im internationalen Kontext

Besonders bemerkenswert war die starke Einbindung der Kölner Szene: In 22 Konzerten waren lokale Ensembles und Musiker:innen entscheidend beteiligt. Diese Verbindung zwischen regionalen Kräften und internationalen Gästen schafft eine künstlerische Dynamik, die europaweit ihresgleichen sucht.

Auch die Verleihung des Horst & Gretl Will Stipendiums war ein wichtiger Programmpunkt. 2025 erhielt es Jorik Bergmann, die für die Jazzweek eigens ein neues Werk für Large Ensemble, Perennial Potpourri, komponierte und zur Uraufführung brachte.

Nachhaltigkeit, Förderung und Ausblick

Mit einem Gesamtbudget von 500.000 Euro, starker Förderung durch die Stadt Köln (250.000 Euro) und das Land NRW (108.000 Euro) sowie der Unterstützung durch die Medienpartner WDR und Deutschlandfunk konnte die Cologne Jazzweek auch wirtschaftlich ein deutliches Zeichen setzen. Besonders hervorzuheben ist der hohe Anteil kostenfreier Konzerte (40 %), der das Festival für ein breites Publikum zugänglich machte.

Der künstlerische Leiter Janning Trumann resümierte, die Cologne Jazzweek habe sich im internationalen Kontext selbstbewusst etabliert und zeige wie kaum ein anderes Festival, wie regionale und internationale Musiker:innen zusammenfinden und sich gegenseitig inspirieren.

Ein Blick nach vorn

Die Zukunft verspricht Großes: Im September 2026 wird erstmals die European Jazz Conference in Deutschland stattfinden – und Köln ist Gastgeberin. Damit rückt die Stadt noch stärker ins europäische Zentrum des Jazzgeschehens. Die nächste Cologne Jazzweek findet vom 29. August bis 4. September 2026 statt.

Mit ihrem Konzept, Jazz zugleich experimentell, international und lokal verankert zu präsentieren, hat die Cologne Jazzweek 2025 nicht nur neue Maßstäbe gesetzt, sondern auch Kölns Ruf als deutsche Jazzhauptstadt nachhaltig gefestigt.

Text: jazz-fun.de
Fotos: Niclas Weber

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Kommentar von Dr.Frank Steinhardt |

Danke für die tollen Jazz Nachrichten aus Köln, wo ich schon in den 60er/ 70 er Jahren als Student wunderbaren Jazz hörte wie bei GIGI CAMPI etc.
Meine Frage: gibts von Kit DOWNES ein musikalischen Mitschnitt aus dem KÖLNER DOM???
Ich bin begeistert übervdieses Event und danke auch für die großartigen Fotos!!

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