Deutscher Jazzpreis 2025 – Ein Fest des Jazz in Köln
Am Abend des 13. Juni 2025 wurden im Kölner E-Werk im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung die Gewinnerinnen und Gewinner des Deutschen Jazzpreises geehrt. Aus insgesamt 76 Nominierten in 22 Kategorien – von künstlerischen Leistungen über Albumproduktionen bis hin zu Festivals, Journalismus und Vermittlungsprojekten – wählte eine internationale Jury 22 herausragende Persönlichkeiten und Projekte aus.
Die Preisträgerinnen und Preisträger erhielten neben der prestigeträchtigen Trophäe ein Preisgeld in Höhe von 12.000 Euro. Auch die Nominierten, die nicht ausgezeichnet wurden, konnten sich über 4.000 Euro freuen.
Zur Gala kamen zahlreiche Nominierte, Journalist:innen aus ganz Europa, Kulturschaffende, Promoter und Produzent:innen zusammen, um dieses bedeutende Ereignis gemeinsam zu feiern. Das musikalische Rahmenprogramm spiegelte eindrucksvoll die stilistische Vielfalt und kreative Kraft des zeitgenössischen Jazz wider. Live auf der Bühne standen unter anderem Nduduzo Makhathini mit Omagugu Makhathini, Philo Tsoungui mit Ludwig Wandinger sowie Sonic Interventions.
Sonic Interventions wurde als Debüt des Jahres ausgezeichnet. Das transdisziplinäre Kollektiv entstand 2020 während wöchentlicher Open-Air-Sessions auf dem Tempelhofer Feld in Berlin. Improvisierte Musik, Poesie und Tanz bilden das Herz ihrer Performances, die Ritual, kosmisch inspirierte Klänge und tranceartige Rhythmen zu einem einzigartigen Erlebnis verbinden. Ihr Debütalbum „Do You Remember?“ erschien im November 2024 bei Agogo Records.
In der Kategorie Holzblasinstrumente gewann Ingrid Laubrock, eine visionäre Saxofonistin und Komponistin, die für ihre genreübergreifenden Arbeiten bekannt ist. Sie spielte mit Künstlern wie Anthony Braxton, Mary Halvorson oder Jason Moran und lehrt aktuell an der Columbia University und The New School in New York.
Zur Künstlerin des Jahres wurde Eva Klesse gekürt – Jazzschlagzeugerin, Komponistin und Bandleaderin. Sie veröffentlichte sechs Alben unter eigenem Namen und wurde bereits mit dem Echo Jazz, dem Westfalen Jazz Preis und dem SWR Jazzpreis ausgezeichnet. Seit 2018 ist sie Professorin für Jazzschlagzeug an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.
Zum Album des Jahres wurde „Love Avatar“ von Peter Gall gewählt – eine klanglich dichte, futuristische Mischung aus Jazz, Indie, Fusion und elektronischen Elementen. Der Schlagzeuger und Komponist versteht seine Musik als musikalischen „Avatar der Liebe“.
Die Auszeichnung für Komposition/Arrangement des Jahres erhielt Birgitta Flick für ihre Arbeit PlanetWoman, ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Vokalensemble VoNo, Lone Larsen und Zsuzsanna Ardó. Das Werk entstand in einem offenen, kollaborativen Prozess, der Improvisation und präzise Notation miteinander verknüpft.
Als Internationales Großes Ensemble des Jahres wurde die Jihye Lee Orchestra ausgezeichnet. Die in Brooklyn lebende Komponistin verbindet westliche Musiktraditionen mit koreanischen Rhythmen und tief persönlichen Geschichten. Ihre neueste Arbeit „Infinite Connections“ wurde von internationalen Medien hochgelobt.
Kulturminister Wolfram Weimer würdigte die Ausgezeichneten und die Bedeutung des Jazz:
„Jazz ist ein bedeutender Bestandteil des Musiklebens in Deutschland. Seit 2021 unterstützt die Bundesregierung den Deutschen Jazzpreis. Die Auszeichnung steht nicht nur für künstlerische Exzellenz – sie zeigt auch, wie lebendig, spannend und vielfältig die Jazzszene ist. So fördern wir die Popularität des Jazz in Deutschland und darüber hinaus.“
Preisträger*innen des Deutschen Jazzpreises 2025 – vollständige Liste
KÜNSTLER:INNEN
Gesang: Sera Kalo
Holzblasinstrumente: Ingrid Laubrock
Blechblasinstrumente: Dima Bondarev
Klavier/Tasteninstrumente: Kit Downes
Saiteninstrumente: Nick Dunston
Schlagzeug/Percussion: Philo Tsoungui
Künstlerin des Jahres: Eva Klesse
Großes Ensemble des Jahres: Carl Wittigs Aurora Oktett
Internationaler Künstlerin des Jahres: Marshall Allen
Internationales Großes Ensemble des Jahres: Jihye Lee Orchestra
AUFNAHME & PRODUKTION
Album des Jahres: Love Avatar – Peter Gall
Debüt des Jahres: Do You Remember? – Sonic Interventions
Radioproduktion des Jahres: Allgäu meets India – hr-Bigband feat. Matthias Schriefl
Internationales Album des Jahres: ØKSE – ØKSE
Internationales Debüt des Jahres: Good Intentions – Alden Hellmuth
LIVE
Festival des Jahres: PENG Festival
Live-Act des Jahres: Andromeda Mega Express Orchestra
Internationaler Live-Act des Jahres: Nduduzo Makhathini
KOMPOSITION/ARRANGEMENT
PlanetWoman – Birgitta Flick
SONDERPREISE
Journalistische Leistung: JazzFacts Deutschlandreise – Deutschlandfunk
Lebenswerk: Uschi Brüning
Musikvermittlung & Teilhabe: Jazzpilot:innen
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Alle PreisträgerInnen, Foto: Robert Winter -
Publikum, Foto: Robert Winter -
Sonic Interventions, Foto: Robert Winter -
Philo Tsoungui und Ludwig Wandinger, Foto: Robert Winter -
Diego Piñera, Foto: Robert Winter -
Eva Klesse und Laudator Vincent Bababoutilabo, Foto: Robert Winter -
Eva Klesse, Foto: Robert Winter -
Birgitta Flick, Foto: Robert Winter -
Jihye Lee, Moderatorin Hadnet Tesfai und Laudatorin Marieke Meischke, Foto: Robert Winter -
PENG Festival, Foto: Robert Winter -
Günther Firscher und Uschi Brüning, Foto: Robert Winter -
Uschi Brüning, Foto: Robert Winter
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