Dominik Schürmann Quartet - Happy People

Dominik Schürmann Quartet - Happy People - Album cover
Dominik Schürmann Quartet - Happy People

Dominik Schürmann Quartet
Happy People

Erscheinungstermin: 29.08.2025
Label: Mons Records, 2025

Dominik Schürmann Quartet - Happy People - bei Spotify anhören

jazz-fun`s recap:

Das neue Album von Dominik Schürmann und seinem Quartett trägt den Titel Happy People – und genau das spürt man schon nach den ersten Takten. Die Musik strahlt eine Leichtigkeit und Freude aus, die sofort ansteckend wirkt. Hier gibt es keine Effekthascherei, sondern ehrlichen, transparent gespielten Jazz, getragen von der Liebe zur Musik.

Besonders hervorzuheben sind die fein ausgearbeiteten Arrangements und die Soli, die nie nur technische Fingerübungen bleiben, sondern stets voller Gefühl und Ausdruck sind. Die Musiker begegnen sich auf Augenhöhe, hören einander zu und schaffen so eine Atmosphäre, die den Kern des Jazz ausmacht: Kommunikation, Interaktion und gegenseitige Inspiration.

Happy People ist ein Album, das in der Tradition verwurzelt ist, ohne altmodisch zu wirken. Es erinnert uns daran, dass Jazz nicht nur komplex oder intellektuell sein muss, sondern vor allem Freude bereiten soll – den Musikern ebenso wie den Zuhörern. Ein rundum gelungenes Werk, das beweist: Glück und Jazz gehören zusammen.

(Jacek Brun, 01.09.2025)

Besetzung

Max Ionata - tenor saxophone
Frits Landesbergen - vibes
Dominik Schürmann - bass
Elmar Frey - drums

Glück in Noten: Dominik Schürmann Quartet präsentiert „Happy People“

Für diese Aufnahme versammelte Schürmann eine Gruppe renommierter europäischer Musiker, die nicht nur wunderbar mit seinen Kompositionen harmonieren, sondern auch einen künstlerischen Mehrwert zu diesem beeindruckenden Set beitragen. Der in Italien lebende Saxophonist Max Ionata ist laut Schürmann „der ideale Tenorsaxophonist”. Sein sensibles Spiel und sein weicher, voller Klang verleihen den Kompositionen genau das passende Timbre. Er hat ein starkes Gespür für die Tradition und hat seinen eigenen, persönlichen Sound entwickelt.“

Der niederländische Vibraphonist Frits Landesbergen ist nicht nur ein begnadeter Solist, sondern auch ein hervorragender Begleiter. „Frits Landesbergen ist eine fantastische Bereicherung für diese Formation. Sein Spiel zeichnet sich durch beeindruckende Virtuosität, Musikalität und Erfahrung aus.“

Komplettiert wird die Besetzung durch den Schweizer Schlagzeuger Elmar Frey. Schürmann weiter: „… ein ungemein swingender und temposicherer Schlagzeuger, der es versteht, seinen Mitmusikern zuzuhören und auf ihr Spiel geschickt und sensibel zu reagieren.“

Schürmann (1971) ist ein großer Liebhaber der Swing-, Bebop- und Hardbop-Ära. Ray Brown, Sam Jones, Wynton Kelly und Bill Evans gehören zu seinen Idolen, um nur einige wenige zu nennen. Seine Kompositionen entstehen aus der Tradition dieser Musikepochen heraus. Sowohl als Komponist als auch als Instrumentalist folgt Schürmann seiner Leidenschaft: die Interpretation von Melodien und das Solieren über eine ausgefeilte, runde Harmonik mit dem steten Puls einer sattelfesten Swing- und Latinbegleitung.

Schürmann ist mit Jazz aufgewachsen. Sein Vater, ein Jazzpianist aus Basel, unterstützte und förderte sein Talent. Bald war er ein gefragter und gern gehörter Bassist in der Schweizer und europäischen Jazzszene. Er spielt regelmäßig mit international renommierten Musikern zusammen. So entstanden Projekte und Konzerte mit Max Ionata, Martin Sasse, Frits Landesbergen, Oskar Klein, Jorge Rossy, Hendrik Meurkens, Luis Bonilla, George Gruntz, Karl Ratzer, Adrian Mears, Vince Benedetti, Isla Eckinger und vielen anderen.

Zu Schürmanns größten Erfolgen gehört seine Ballade „Moon Ago”, die in der Interpretation mit Max Ionata millionenfach gestreamt wurde. Ebenso zu erwähnen ist sein Trio-Album mit Tilman Günther am Piano und Samuel Dühsler am Schlagzeug. Es wird auf der Liste der besten Jazzalben von 2024 aufgeführt, die von der weltweit größten Jazzplattform „AllAboutJazz” erstellt wurde.

Das Album „Happy People” wird mit der Medium-Swing-Nummer „One For Doris” eröffnet. Wie viele Jazzmusiker widmete Schürmann einige seiner Kompositionen nahestehenden Personen. „One For Doris” ist seiner Mutter gewidmet. Der Album-Opener ist eine Swing-Nummer im Mediumtempo, bei der sich alle vier Bandmitglieder solistisch vorstellen. Im Kontrast zum fließenden Swing der Melodie steht ein rhythmisiertes Intro. Eine Straight-Ahead-Nummer ohne Schnörkel, die sogleich zur Sache kommt.

Es folgt das Titelstück „Happy People”. „Happy People“ – glücklich sind die Menschen, die die Möglichkeit haben, ihre Träume zu verwirklichen. Schürmann hat sein Glück und seine Bestimmung im Jazz gefunden. Swing, Groove und die improvisatorische Freiheit sind seine große Leidenschaft. Das Stück „Happy People” mutet eher lyrisch-poetisch als fröhlich an. Es ist quasi eine Reflexion über diesen Glückszustand, den Schürmann nicht als selbstverständlich hinnimmt.

„Wishes“ ist Schürmanns neueste Komposition. Im Dreivierteltakt ist diese Komposition unseren persönlichen Wünschen gewidmet. Es ist ein poetisch-lyrischer Song, der sich von einem balladesk anmutenden Walzer zu einer vorwärts treibenden Swing-Nummer entwickelt. Manch einem James-Bond-Fan mögen dabei die Harmonien der ersten vier Takte bekannt vorkommen.

Die Ballade „The Seagull’s Serenade” entstand im Jahr 2022, in den Tagen, als der Ukraine-Krieg begann. Schürmann hatte dabei das Bild einer Möwe vor Augen, die unbeirrt und ruhig durch stürmische Winde hoch über der See durch die Luft gleitet. Schürmanns Komposition basiert auf einer ungeraden Taktzahl. Die Musiker lassen sich davon nicht beirren und gleiten wie die Möwe durch die Lüfte: ruhig und virtuos über Vibraphonplatten, Saiten und Schlagzeugbecken. Schürmanns persönliche Hymne an den Frieden ist ein Feature für den niederländischen Vibraphonisten Frits Landesbergen.

Das Stück „November” entstand an einem nebligen Tag im November. Der Titel war schnell gefunden, denn es entstand ein poetisch-lyrisches Stück, das die Stimmung dieses Tages widerspiegelt. Es ist eine schöne, stimmungsvolle Melodie, die von einer ausgefeilten Harmonik getragen wird. Die Solisten Max Ionata und Frits Landesbergen adaptieren mühelos den Charakter dieses Songs und kreieren dabei ihren eigenen stimmungsvollen Novembertag.

Schürmanns Leidenschaft gehört dem melodiösen Swing, der auf einer natürlich fließenden, traditionellen Harmonik basiert. Dabei versucht er immer wieder, Konventionen aufzubrechen und Neues auszuprobieren. So auch bei „Holding the Line”. Die Herausforderung bei diesem kompositorischen Prozess besteht für Schürmann darin, eine logische Harmonie- und Melodieführung beizubehalten. Dieses Bestreben und dieser Anspruch führten zum Titel dieses Songs.

Schürmanns Heimatstadt ist Basel in der Schweiz. Die Stadt liegt direkt an der Grenze zu Frankreich und heißt im Französischen „Bâle”. „Sambâle” ist eine Wortkombination aus „Samba” und „Bâle”, welche Schürmanns beschwingter lateinamerikanischer Komposition den Namen gibt. Aufgrund der Endung „-le” klingt „Sambâle” im Schwäbischen nach einem „kleinen Samba”, was durchaus auch zutreffend für diesen Song ist.

Ebenfalls im Album-Repertoire enthalten sind je ein Stück von Max Ionata und von Elmar Frey. Beide Songs basieren harmonisch auf bekannten Jazzstandards. Die Up-Tempo-Nummer „It’s Me” von Max Ionata basiert auf den Harmonien von „It’s You or No One” von Jule Styne aus dem Jahr 1948. Die Medium-Tempo-Nummer „Slippery Jack” von Elmar Frey entspricht harmonisch der Komposition „Doxy” von Sonny Rollins aus dem Jahr 1954.

Text: Mons Records

Titelliste

  1. One For Doris
  2. Happy People
  3. Wishes
  4. It's Me
  5. The Seagull's Serenade
  6. November
  7. Holding Line
  8. Slippery Jack
  9. Sambâle

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