Duboule, Tavelli, Oester - Isobar

Duboule, Tavelli, Oester - Isobar - Album cover
Duboule, Tavelli, Oester - Isobar

Duboule, Tavelli, Oester
Isobar

Erscheinungstermin: 07.11.2025
Label: Unit Records, 2025

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jazz-fun`s recap:

Man könnte versucht sein, Isobar irgendwo zwischen Jazzrock und progressiven Strukturen einzuordnen – doch schon nach wenigen Takten wird klar, dass diese Schubladen viel zu eng wären. Das Trio Duboule, Tavelli und Oester bewegt sich frei über stilistische Grenzen hinweg, verbindet jazzige Pulsationen mit afrikanisch gefärbten Energieschüben und wagt improvisatorische Ausbrüche, die sich bewusst jedem Konventionsdenken entziehen.

Auch das Klangbild ist alles andere als eindeutig: Die elektrische Gitarre mit rockigem Crunch wechselt sich immer wieder mit dem warmen, klaren Ton einer akustischen Gitarre ab. Die Rhythmusgruppe spielt nicht nur begleitend, sondern treibt das Geschehen voran, reagiert, öffnet Räume – mal erdig und groovend, mal federnd und kammermusikalisch durchlässig.

Ein besonderes Leuchten erhält die Musik durch den Gast Matthieu Michel, dessen Trompetenklang der Band zusätzliche Farben, Sanftheit und poetische Leichtigkeit schenkt.

Isobar ist ein Album, dessen Dramaturgie sich organisch entfaltet. Die Stücke greifen ineinander, entwickeln einen inneren Sog und führen uns in einen musikalischen Kosmos, der gleichzeitig experimentell, zugänglich und atmosphärisch dicht ist. Ein Werk, das man mit zunehmender Begeisterung von Anfang bis Ende hört.

(Jacek Brun, 28.11.2025)

Besetzung

Théo Duboule – E- und Akustikgitarre
Noé Tavelli – Schlagzeug und Perkussion
Bänz Oester – Kontrabass

Special Guest:
Matthieu Michel – Flügelhorn

Isobar – Wo Improvisation zu Erzählung wird

Das Schweizer Trio Duboule | Tavelli | Oester (DTO) zählt zu den eigenwilligsten und innovativsten Ensembles der aktuellen Jazzszene. Geleitet von dem Gitarristen Théo Duboule und dem Schlagzeuger Noé Tavelli, die eine tiefe Verbundenheit mit afro-diasporischen Traditionen, kühner experimenteller Improvisation und einem radikal-künstlerischen Geist teilen, kreiert das Trio einen rohen und dringlichen Sound.

Nach dem von der Schweizer Kritik gefeierten Debütalbum „Street Sight” (Hout Records, 2022) geht das Trio am 07.11.2025 mit den Labels Isobar und Unit Records als Partner nun den Schritt über die Landesgrenzen hinaus. Es ist ein kompromissloses, intensives Album geworden, das im September 2024 innerhalb von nur zwei Tagen im Studio de la Fonderie in Fribourg aufgenommen wurde. Als besonderer Gast ist auf drei Stücken der legendäre Trompeter und Träger des Schweizer Musikpreises Matthieu Michel am Flügelhorn zu hören.

Im Gegensatz zu vielen nach harmonischer Dichte strebenden, gitarrengeführten Jazzgruppen schlägt D | T | O einen anderen Weg ein – eher vergleichbar mit McCoy Tyners modaler Kraft als mit Bill Evans' harmonischem Reichtum. Die Band setzt auf Klangfarbe, Antrieb und Energie statt auf Komplexität, wodurch in ihrer Erfahrung verwurzelte Stücke entstehen, die unmittelbar und körperlich sind.

Das Album spiegelt auch die langjährige künstlerische Verbindung zwischen Tavelli und Duboule wider. Sie begegneten sich als Teenager an der legendären Association pour l’encouragement de la Musique improvisée (AMR) in Genf, bevor sie gemeinsam an der Haute École de Musique in Lausanne studierten. Ihre gemeinsame Geschichte verleiht der Musik ein tiefes gegenseitiges Verständnis und eine instinktive Interaktion, die über mehr als ein Jahrzehnt der Zusammenarbeit gewachsen sind.

Der Bassvirtuose Bänz Oester und der Gastmusiker Matthieu Michel führen auf dem Album ihre musikalische Sprache weiter als je zuvor und verstärken den starken Drive der Gruppe. Die Musik ist aufgeladen, spontan und von Emotionen durchdrungen. Sie schöpft aus Hip-Hop, Grunge, karibischen Rhythmen, Nirvana, Hendrix, Coltrane und vielen anderen afroamerikanischen Musiker:innen der 1960er Jahre.

In den Stücken von Isobar koexistieren Feuer und Nebel. „Materialism” und der Titelsong „Isobar” brennen mit verzerrter Dringlichkeit, während „Swishes” und „Nihilism” wie Rauch dahingleiten – schwebend und subtil. Michels Flügelhorn erhebt sich darüber – nie bloß dekorativ, sondern als emotionale Linie, die alles verbindet.

„Isobar“ ist ein Bekenntnis zu einer Musik, die frei, spannungsvoll und ungefiltert emotional ist.

Noé und Théo, beide 1992 in Genf geboren, begegneten sich an der legendären AMR, wo sie als junge Musiker zögerlich anfingen, sich für Improvisation zu interessieren. Ihre Verbindung vertiefte sich während des gemeinsamen Studiums an der Jazzabteilung der HEMu Lausanne, wo sie prägende Lehrpersonen trafen, darunter die Schweizer Größen Bänz Oester und Matthieu Michel.

Noé zog später nach New York, Théo nach Zürich und Berlin. Die Zusammenarbeit riss nie ab, beispielsweise im Trio mit dem Saxophonisten Ohad Talmor oder in einem Jazz-Workshop, den sie seit 2017 jeden Sommer in Genf veranstalten.

2020 beschlossen sie schließlich, ihr erstes gemeinsames Album Street Sight mit Bänz Oester am Bass aufzunehmen. Seitdem haben sie über 20 Konzerte in der Schweiz gespielt.

Text: Unit Records

Titelliste

  1. Truism
  2. Franklin's Midnight Walk
  3. Isobar
  4. Naturalism
  5. Swishes
  6. Whistle Blues
  7. Materialism
  8. Nihilism
  9. Valse Hot

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