Rezension des Albums "Panta Rhei" von Francesca Guccione
Francesca Guccione
Panta Rhei
Erscheinungstermin: 20.03.2026
Label: Neue Meister, 2025
Violine und Elektronik in poetischem Dialog
Mit Panta Rhei legt die aus Sizilien stammende Komponistin und Geigerin Francesca Guccione ein Album vor, das sich zwischen klanglicher Forschung und emotionaler Ausdruckskraft bewegt. Schon früh entwickelte sie ein besonderes Interesse an der Beziehung zwischen Klang und Bild – eine Verbindung, die sie durch ihr Studium der Komposition und Filmmusik weiter vertiefte. Diese doppelte Perspektive prägt auch die Ästhetik ihres aktuellen Werkes.
Der Titel Panta Rhei – „alles fließt“ – beschreibt treffend die musikalische Grundidee des Albums. Die Stücke entfalten sich wie ein kontinuierlicher Strom von Klang, getragen vom Dialog zwischen Violine und subtil eingesetzter Elektronik.
Die Violine steht dabei stets im Mittelpunkt der musikalischen Landschaft. Ihre Linien wirken gleichzeitig lyrisch und suchend, während elektronische Klangschichten den Raum erweitern und eine Atmosphäre zwischen Realität und Traum entstehen lassen. Gerade diese Balance zwischen akustischer Präsenz und elektronischer Weite verleiht dem Album seinen besonderen Charakter.
Gucciones Musik bewegt sich dabei fern von spektakulären Gesten. Vielmehr entwickelt sie eine poetische Klangsprache, in der sich Spannung, Stille und Bewegung in einem kontinuierlichen Fluss verbinden. Die Kompositionen wirken sorgfältig gestaltet und dennoch offen genug, um ihre eigene Dynamik zu entfalten.
Panta Rhei entfaltet seine Wirkung vor allem durch diese ruhige Intensität. Die Musik lädt zum Eintauchen ein – von der ersten bis zur letzten Minute entsteht eine Atmosphäre, die zugleich meditativ und emotional berührend wirkt.
Ein Album voller Sensibilität und klanglicher Eleganz, das die poetische Seite zeitgenössischer improvisierter Musik besonders eindrucksvoll zur Geltung bringt.
(Jacek Brun, 05.04.2026)
Besetzung
Francesca Guccione - violine, synthesizers
Antonella Solimine - violine
Bryan Senti - violine
Francesco Angelo - cello
Chara Trentin - cello
Robert Gromotka - piano
Frieder Nagel - synthesizers
Titelliste
- Movement I
- Movement II
- Movement III
- Movement IV
- Movement V
- Movement VI
- Movement VII
- Movement VIII
- Movement IX
- Movement X
Unterstützen Sie unabhängigen Jazzjournalismus
Wenn Ihnen unsere Arbeit gefällt, können Sie Teil der jazz-fun.de Community werden.
jazz-fun`s recap:
Einen Kommentar schreiben