Rezension des Albums "Peaks & Plots" von Fuchsthone Orchestra feat. Evi Filippou
Fuchsthone Orchestra feat. Evi Filippou
Peaks & Plots
Erscheinungstermin: 29.05.2026
Label: Unit Records, 2026
Zwischen Gipfeln und Geschichten – ein Orchester auf der Suche nach neuen Horizonten
Die Musik der Fuchsthone Orchestra entzieht sich konsequent jeder einfachen Kategorisierung. Was Christina Fuchs und Caroline Thon mit ihrem 22-köpfigen Ensemble erschaffen, bewegt sich weit über die Grenzen eines klassischen Jazzorchesters hinaus. Mit Peaks & Plots legt die Kölner Formation nun ihr zweites Album vor – ein Werk voller Energie, klanglicher Abenteuerlust und orchestraler Fantasie. Als besondere Solistin erweitert die griechische Vibrafonistin und Perkussionistin Evi Filippou die Klangwelt des Orchesters um zusätzliche Farben und Impulse.
Schon nach wenigen Minuten wird deutlich, dass hier nicht bloß große Arrangements präsentiert werden. Vielmehr entfaltet sich eine musikalische Dramaturgie voller Kontraste und überraschender Wendungen. Noise-artige Klangflächen treffen auf virtuos geführte Bläsersätze, dichte orchestrale Strukturen öffnen sich zu improvisierten Freiräumen, bevor sie sich erneut zu gewaltigen Klanglandschaften verdichten.
Gerade diese permanente Bewegung zwischen Ruhe und Explosion macht den besonderen Reiz des Albums aus. Flüsternde Passagen stehen neben kraftvollen Tutti-Ausbrüchen, fragile Klangmomente neben überwältigender orchestraler Wucht. Dabei verlieren Fuchs und Thon niemals die Kontrolle über Form und Entwicklung. Die Musik wirkt komplex, bleibt jedoch jederzeit nachvollziehbar und spannend.
Besonders beeindruckend ist die Qualität der beteiligten Musikerinnen und Musiker. Die Solopassagen entstehen nicht als bloße Virtuositätsdemonstrationen, sondern wachsen organisch aus den Kompositionen heraus. Evi Filippou fügt sich dabei nahtlos in das Ensemble ein und bereichert die Musik mit ihrem charakteristischen Spiel auf Vibrafon und Perkussion.
Peaks & Plots lebt von seiner klanglichen Vielfalt, seinem Mut zum Risiko und seiner außergewöhnlichen orchestralen Vorstellungskraft. Das Album fordert Aufmerksamkeit, belohnt diese aber mit einer Fülle an Details, Farben und überraschenden Perspektiven.
Wer die Fuchsthone Orchestra bislang noch nicht entdeckt hat, findet hier den perfekten Einstieg. Und wer das Ensemble bereits kennt, wird erneut erleben, warum es zu den spannendsten Großformationen der europäischen Jazzszene zählt.
Ein beeindruckendes, visionäres Orchesteralbum voller Energie, Kreativität und musikalischer Tiefe.
(Jacek Brun, 31.05.2026)
Besetzung
Christina Fuchs & Caroline Thon - Lead, Composition, Conducting
Reeds
Roger Hanschel (as/ss/sso/flute)
Julian Drach (as/ss/flute)
Veit Lange (ts/cl)
Jens Böckamp (ts/cl)
Kira Linn (bars/bcl)
Trumpets
Simon Eckert (tp/flh)
Ruven Weithöner (tp/flh)
John-Dennis Renken (tp/flh)
Matthias Bergmann (tp/flh)
Trombones
Lennard Stünkel (tb)
Matthias Schuller (tb)
Moritz Wesp (tb)
Wolf Schenk (btb/tuba)
Violin – Zuzana Leharová
Vocals – Filippa Gojo
Piano – Laia Genc
Guitar – Andreas Wahl
Double Bass – Alex Morsey
Drums – Jens Düppe
Electronics – Eva Pöpplein
Guest artist
Evi Filippou - Vibraphone, Percussion
Titelliste
- Don't forget to pay your bills
- Le champ
- Capricorn & aries
- Savita
- Taksim
- Reciprocity
- Lai nairs
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