Das Festival in Wuppertal zelebriert die Kunst der Improvisation.

INSEL BROEtz 2025
INSEL BROEtz 2025, Foto: Elmar Petzold

Wuppertal und die freie Musik – das gehört zusammen. Spätestens seit Peter Brötzmann hier seine unverwechselbare Stimme fand, ist die Stadt zu einem Synonym für eine radikale, kompromisslose Form musikalischer Ausdruckskraft geworden. Zwei Jahre nach Brötzmanns Tod lebt sein Geist in einem Festival weiter, das seinen Namen trägt: INSEL BROEtz.

Vom 10. bis 12. Oktober trafen sich auf der INSEL Musikerinnen und Musiker, die sich dem Abenteuer Improvisation verschrieben haben. Keine vorbereiteten Sets, keine vorgegebenen Strukturen – stattdessen spontane Begegnungen, riskante Konstellationen und ein lebendiger Dialog auf Augenhöhe. Was auf der Bühne geschah, war so unmittelbar wie intensiv: frei im besten Sinne, voller Energie, mit einer emotionalen Wucht, die sich unmittelbar auf das Publikum übertrug.

Die Besetzung war ein Who’s who der europäischen Improvisationsszene: Farida Amadou (E-Bass), Kaja Draksler (Piano), Gunda Gottschalk (Violine), Achim Kaufmann (Piano), Jelena Kuljić und Almut Kühne (Stimme), Robert Landfermann, Jan Roder (Bass), Christian Lillinger und Dominik Mahnig (Drums), Bart Maris (Trompete), Matthias Müller (Posaune), Kathrin Pechlof (Harfe), John-Dennis Renken (Trompete), Johannes Schleiermacher und Wolfgang Schmidtke (Reeds), Aki Takase (Piano), Kazuhisa Uchihashi (Dax, Gitarre) sowie Els Vandeweyer (Vibraphon). Jede dieser Persönlichkeiten brachte ihre eigene Klangsprache, ihr eigenes Konzept von Freiheit ein – und gemeinsam schufen sie ein pulsierendes musikalisches Universum, das sich in keinem Moment wiederholte.

Die Musiker trafen sich in spontan gebildeten Bands und improvisierten. Doch was diese Einfachheit verschleiert, ist die Tiefe und Sensibilität, mit der hier gespielt wurde. Jeder Klang, jedes Geräusch, jeder Atemzug wurde Teil eines größeren Ganzen – einer kollektiven Suche nach Bedeutung im Moment.

INSEL BROEtz 2025 führte damit fort, was einst mit BROEtz 80! begann: ein lebendiges Laboratorium für neue musikalische Ideen, das sich jeder Routine widersetzt. Es war ein Wochenende voller Begegnungen, Entdeckungen und Überraschungen – und eine eindrucksvolle Erinnerung daran, dass freie Musik nicht nur ein Stil, sondern eine Haltung ist.

Die Fotografien von Elmar Petzold, der das Festival mit großem Gespür für Ausdruck und Intensität dokumentierte, zeigen genau das: Musikerinnen und Musiker in höchster Konzentration, im Austausch, im Fluss. Bilder, die die Energie und Schönheit dieses besonderen Festivals festhalten – für alle, die dabei waren, und für jene, die es im Geiste miterleben möchten.

Text: jazz-fun.de
Fotos: Elmar Petzold

INSEL BROEtz Internetseite:
https://insel.news/festival

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