Rezension des Jazz-Albums "The Modern Ark" von Jake Mason Trio
Jake Mason Trio
The Modern Ark
Erscheinungstermin: 13.02.2026
Label: Soul Messin' Records, 2025
Jazz zwischen Tradition und Gegenwart
Mit The Modern Ark legt das Jake Mason Trio sein bislang ambitioniertestes Studioalbum vor. Der ARIA-nominierte Organist Jake Mason kehrt gemeinsam mit Gitarrist James Sherlock und Schlagzeuger Danny Fischer zurück und verbindet auf zehn Eigenkompositionen den rauen Soul Jazz der 1960er-Jahre mit einer zeitgenössischen Perspektive. Inhaltlich greift das Album auch ökologische Fragestellungen auf und reflektiert das ambivalente Verhältnis des Menschen zur Umwelt – ohne dabei die energetische Grundhaltung des Trios zu verlieren.
Die Sessions wurden live auf Band im Vintage-Stil aufgenommen. Diese Produktionsweise unterstreicht das organische Zusammenspiel dreier Musiker, die seit Jahrzehnten eine gemeinsame musikalische Sprache sprechen. Sherlocks harmonische Feinheit, Fischers präziser, zugleich kraftvoller Groove und Masons charakteristischer Hammond-B3-Sound greifen nahtlos ineinander. Das Trio agiert geschlossen, mit klarer Rollenverteilung und gleichzeitig großer improvisatorischer Offenheit.
Klangästhetisch knüpft die Produktion an die klassische Ära von Rudy Van Gelder und die Tradition des Labels Blue Note Records an. Wärme, Präsenz und Transparenz bestimmen das Klangbild. Die zusätzliche Dolby-Atmos-Abmischung erweitert den Raum und öffnet die Musik in eine immersive Dimension, ohne die unmittelbare Energie des Trios zu relativieren.
Musikalisch dominiert ein kraftvoller Groove, gespeist aus bluesnahen Strukturen und treibenden Rhythmen. Die Soli entwickeln sich mit Selbstverständlichkeit aus dem Ensembleklang heraus und zeigen die technische Souveränität aller Beteiligten. Jeder Musiker erhält ausreichend Raum, individuelle Akzente zu setzen, während die kompositorische Klammer stets erhalten bleibt. Der Gastauftritt von Kurt Elling im Titelstück fügt dem Album eine zusätzliche expressive Ebene hinzu und erweitert das Trioformat um eine markante vokale Farbe.
The Modern Ark präsentiert sich als geschlossenes Werk, das Tradition und Gegenwart produktiv miteinander verknüpft. Das Album steht für stilistische Kontinuität, handwerkliche Präzision und die anhaltende Vitalität des modernen Orgeltrios.
(Jacek Brun, 28.02.2026)
Besetzung
Jake Mason - Hammond Organ
Danny Fischer - Drums
James Sherlock - Guitar
Kurt Elling - Vocal at "The Modern Ark"
Titelliste
- The Last Piece
- The Modern Ark feat. Kurt Elling
- Boogaloo Popcorn
- Green Pick
- Sharks in the Paddock
- Virgin River
- Stop Searching For Love feat. Kate Ceberano
- Danny's Blues
- Beyond Kavik
- Here's Your Change
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