Rezension des Albums "The Transcendent Triptych" von János Áved / David Six / Tilo Weber

János Áved / David Six / Tilo Weber - The Transcendent Triptych - Album cover
János Áved / David Six / Tilo Weber - The Transcendent Triptych

János Áved / David Six / Tilo Weber
The Transcendent Triptych

Erscheinungstermin: 24.04.2026
Label: BMC Records, 2026

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Die „Band der Bandleader“ begeistert mit nuancenreich arrangiertem Klangsinn

jazz-fun`s recap:

„Minta“ heißt das erste Stück dieses Albums, und wie der Name schon andeutet – das ungarische Wort lässt sich als Muster, Form, Modell übersetzen –, wird hier der Ton für das, was in den nächsten fast 55 Minuten noch kommt, gesetzt.

Wir hören zunächst eine feste Größte der Berliner Musikszene, Tilo Weber, am Vibraphon mit einem rhythmisch fein strukturiertem Klangmuster, über das schon bald der ungarische Saxophonist János Áved eine mit sanfter Anmut skizzierte Melodie zaubert. Dazu inspiriert, sich über diesem Muster eine Melodie auszudenken, hat ihn der Dritte im Bunde, der österreichische, auf dem Album auch am Cembalo zu hörende Pianist David Six. Und was auf diese Weise entstand, zeigt nichts weniger als das Wunder der Musik, bei dem sich drei gleichgesinnte Geister ungeachtet jeglicher, und schon gar nicht nationaler Grenzen zu einem gemeinsamen Ganzen vereinen.

Dass man das Trio auch als „Band der Bandleader“ bezeichnen könnte, macht deutlich, dass wir es hier mit drei starken, eigenständigen Musikerpersönlichkeiten zu tun haben, die es jeder für sich gewohnt sind, in eigenen Projekten den Ton anzugeben. Tilo Weber jedenfalls, der auf dem Album neben dem Vibraphon noch Schlagzeug und Percussion spielt, meint, eine solche Kollaboration wie zwischen ihm und Áved in „Minta“ geschehen, könne ja auch „schrecklich schiefgehen“. Dass man Stücke gemeinsam schreibe, „wie eine Rockband“, sei für ihn eine neue Erfahrung gewesen – üblicherweise spielten die anderen seine Kompositionen oder er die von anderen. Auf acht weiteren Stücken des Albums ist das auch hier der Fall: zwei schrieb Tilo Weber, je drei schrieben David Six und János Áved.

Ein weiteres Stück, „Visszhang“ (deutsch: Echo), verzeichnet alle drei als Komponisten. Ergibt in Summe ein exzellent produziertes, bis in die einzelnen Verästelungen transparent klingendes Album eines sich zum „transzendenten Triptychon“ formierenden, seine Inspiration auch aus Alter Musik, Klassik und Folkloristischem schöpfenden Avantgarde-Jazztrios, dessen einendes Band János Áved mit diesen Worten auf den Punkt bringt: „We talk the same dialect in music.“ Wobei man sich, da das alles überwiegend in leisen, zarten, behutsam das (Klang-)Feld erkundenden Suchbewegungen geschieht, auf die Musik dieses ungewöhnlich besetzten Trios auch einlassen muss. – Um dann umso reicher belohnt zu werden.

(Robert Fischer, 24.04.2026)

Besetzung

David Six - piano, harpsichord (3, 4, 6, 7)
János Ávéd - tenor saxophone
Tilo Weber - drums, percussion, vibraphone (1, 7, 8)

Titelliste

  1. Minta
  2. David’s Dream
  3. Pastel
  4. Da fällt es ab von ihm
  5. Pastorale
  6. Gólya
  7. Lound
  8. Kleiner Trost
  9. Visszhang
  10. Transfiguration (μεταμόρφωση)

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