Burghauser Nachwuchs-Jazzpreis 2026: Trio Renner gewinnt
Starker Jahrgang und beeindruckende Finalisten in Burghausen
Der Burghauser Nachwuchs-Jazzpreis hat auch in seiner 16. Ausgabe erneut eindrucksvoll gezeigt, wie lebendig und vielfältig die junge Jazzszene ist. Am 17. März wurde der Wettbewerb im Stadtsaal Burghausen ausgetragen – mit fünf hochkarätigen Finalisten, die der Jury die Entscheidung alles andere als leicht machten.
Am Ende setzte sich das Münchner Trio Renner durch und sicherte sich den mit 5.000 Euro dotierten ersten Preis.
Ein Trio mit klarer musikalischer Handschrift
Die Jury, zu der unter anderem Ralf Dombrowski, Reinhard Köchl, Roland Spiegel, die Pianistin Johanna Summer sowie Vorjahressieger Filippo Deorsola gehörten, würdigte die besondere Qualität des Ensembles.
Die Besetzung – Posaune, Kontrabass und Schlagzeug – wirkt zunächst reduziert, entfaltet jedoch eine bemerkenswerte klangliche Dichte. Moritz und Valentin Renner sowie Bassistin Tabea Kind überzeugen durch eine präzise, gleichzeitig spielerische Kommunikation und eine ausgeprägte musikalische Eigenständigkeit.
Die Jury hob insbesondere hervor, wie selbstverständlich sich in der Musik des Trios Tradition und Gegenwart verbinden. Renner bewege sich bereits „auf dem Niveau der Meister“ und zeige eine klare künstlerische Perspektive für den jungen Jazz.
Eröffnung der Jazzwoche Burghausen
Der Gewinn bringt nicht nur Preisgeld, sondern auch eine prominente Bühne mit sich: Das Trio Renner eröffnete als Vorgruppe des Gitarristen Mike Stern die Internationale Jazzwoche Burghausen in der Wackerhalle.
Weitere Preisträger
Auch die weiteren Finalisten überzeugten mit eigenständigen Konzepten und hohem künstlerischen Niveau:
2. Platz (3.000 Euro): Phemo Quartet (Großbritannien)
3. Platz (2.000 Euro): BÖE (Deutschland/Belgien)
Sonderpreise (je 500 Euro): Percusiano (Deutschland), Know Material (Polen)
Wettbewerb als Ort der Begegnung
Jurymitglied Filippo Deorsola reflektierte in seinem Statement die besondere Rolle des Wettbewerbs. Musik lasse sich nicht objektiv vergleichen, so Deorsola, da sie keinem festen Maßstab unterliege.
Stattdessen sei der Wettbewerb vor allem als ein Ort zu verstehen, an dem sichtbar werde, was Musizieren für die Beteiligten bedeutet – für Künstler:innen ebenso wie für das Publikum. In Burghausen gehe es daher weniger um Konkurrenz als um gemeinsames Erleben.
Sein Fazit: Musik sei ein zutiefst kollektiver Prozess – ein Zusammenspiel, das Menschen verbindet.
Mit dieser Haltung bestätigt der Burghauser Nachwuchs-Jazzpreis einmal mehr seinen Ruf als wichtige Plattform für junge Talente und als Ort, an dem sich die Zukunft des Jazz bereits heute erahnen lässt.
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