Götz Bühler, Sybille Kornitschky, Jacob Karlzon, Anneli Strömqvist, Christian Gutschmidt am Jazzport, Foto: Jan Rathke
Götz Bühler, Sybille Kornitschky, Jacob Karlzon, Anneli Strömqvist, Christian Gutschmidt am Jazzport, Foto: Jan Rathke

Die jazzahead! 2025 in Bremen war ein voller Erfolg: Erstmals seit den 2010er-Jahren überschritt das Festival wieder die Marke von 20.000 Besucher:innen – insgesamt strömten über 23.000 Musikbegeisterte von Mittwochabend bis Sonntagmittag zu den Veranstaltungen. Rund 130 Konzerte zwischen Jazz, Funk, Afrobeat, Electronica und weiteren Genres lockten das Publikum auf mehr als 40 Bühnen in ganz Bremen. Besonders im Fokus standen 38 internationale Showcase-Konzerte, darunter neun Auftritte von Bands aus der diesjährigen Partnerregion Spanien, Frankreich und der Schweiz – ein beeindruckender Querschnitt durch die Vielfalt und Kreativität der aktuellen Jazzszene.

Schweden wird Partnerland 2026

Mit der feierlichen Übergabe des Staffelstabs endete die Messe am Sonntag, 27. April 2025. Das künftige Partnerland ist Schweden – ein Land, das den europäischen Jazz seit Jahrzehnten maßgeblich geprägt hat. Christian Gutschmidt, Referatsleiter Internationales der Stadt Bremen, überreichte einen Seesack voller Geschenke an Anneli Strömqvist, Botschaftsrätin für kulturelle Fragen an der Schwedischen Botschaft in Berlin.

Strömqvist betonte: „Schon in den 1950er- und 60er-Jahren reisten schwedische Musiker:innen nach Deutschland, um zu touren und gemeinsam Musik zu machen. Deutsche Künstler:innen ließen sich von dem nordischen Klang und der charakteristischen Melancholie inspirieren. Dass Schweden 2026 Partnerland der jazzahead! wird, ehrt unsere lebendige Jazzszene und bietet die Chance, unser reichhaltiges Netzwerk aus Musiker:innen, Produzent:innen, Booker:innen und Festivals sichtbarer zu machen und die deutsch-schwedische Zusammenarbeit im Jazz weiter auszubauen."

Ein Marktplatz für die Jazzbranche

Die jazzahead! bleibt der weltweit wichtigste Treffpunkt für Jazz-Professionals. Über 3.000 Fachbesucher:innen kamen bis zum 26. April nach Bremen, um sich auszutauschen, Konzerte zu buchen und neue Projekte zu initiieren. In rund 50 Panels, Workshops und Diskussionsrunden standen Themen wie Künstliche Intelligenz und neue Medientrends im Fokus.

Ein Highlight war die Vorstellung der neuen Plattform CooProg Music, die grenzüberschreitende nachhaltige Tourneen ermöglicht und den ökologischen Fußabdruck der Live-Branche reduzieren will – ein wegweisendes Projekt deutsch-französischer Kooperation.

Clubnight begeistert Bremen

Die traditionelle jazzahead! Clubnight am Freitag, 25. April, übertraf alle Erwartungen: In 85 Konzerten an zahlreichen Spielorten – von Clubs über Bars bis zu Museen und Theatern – präsentierten Künstler:innen aus aller Welt ihr Können. Die Clubnight etablierte sich damit endgültig als gleichwertiges Highlight neben den offiziellen Showcases. Viele Landesverbände haben bereits ihr Interesse bekundet, auch 2026 wieder teilzunehmen.

Jazzport: Eine neue Open-Air-Bühne für Bremen

Ein weiterer Höhepunkt 2025 war die Eröffnung der neuen Umsonst-und-draußen-Bühne Jazzport auf dem Bremer Messegelände. Gefördert von der Stadt Bremen, lockte die Open-Air-Spielstätte an drei Abenden rund 6.000 Besucher:innen an. Sänger Max Mutzke begeisterte zum Auftakt am 24. April mit einer jazzigen Interpretation von Billy Joels Klassiker „New York State of Mind“ – natürlich im „Bremen state of mind“.

Herausragender Livesound

Ein besonderes Lob erhielt die jazzahead! 2025 für ihre ausgezeichnete Klangqualität: Die kenianische Perkussionistin und Sängerin Kasiva Mutua begeisterte sowohl auf der Jazzport-Bühne als auch in den Messehallen mit energiegeladenen Auftritten. Sie selbst erklärte, selten zuvor einen besseren Livesound erlebt zu haben – eine Einschätzung, die auch viele Fachbesucher:innen und Medien teilten.

Deutscher Jazzpreis kehrt 2026 zurück nach Bremen

Eine weitere erfreuliche Nachricht: Der Deutsche Jazzpreis wird 2026 wieder im Rahmen der jazzahead! verliehen – am Samstag, den 25. April. Katja Lucker, Geschäftsführerin der Initiative Musik, unterstrich die Bedeutung dieser Entscheidung:
„Die Verleihung des Deutschen Jazzpreises im Rahmen der jazzahead! sendet ein starkes Signal für seine Relevanz als wichtigste bundespolitische Auszeichnung im Jazz. Diese Partnerschaft stärkt die Synergien zwischen dem wichtigsten Branchentreffen der internationalen Jazzszene und den Akteur:innen des Deutschen Jazzpreises."

Save the Date

Die nächste jazzahead! findet vom 22. bis 26. April 2026 statt – und feiert dann ihr 20-jähriges Jubiläum. Partnerland wird Schweden sein – ein Fest der Musik und der europäischen Jazzkultur steht bevor.

Text: Jacek (jazzek) Brun, jazzahead!
Foto: Jan Rathke, Elmar Petzold

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