Joe Haider Quintet - The Miles Davis Project 2025

Joe Haider Quintet - The Miles Davis Project 2025 - Album cover
Joe Haider Quintet - The Miles Davis Project 2025

Joe Haider Quintet
The Miles Davis Project 2025

Erscheinungstermin: 06.06.2025
Label: Laika Records, 2025

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jazz-fun`s recap:

Manchmal, zwischen all den neuen Trends, frischen Konzepten und experimentellen Klangwelten, braucht es einen Moment des Innehaltens. Einen Schritt zurück – oder besser gesagt: zur Seite. Denn ohne den Blick nach hinten zu richten, lässt man sich atemlos fallen in das, was uns seit jeher begeistert: reiner Jazz. Unverfälscht, voller Blues, Groove und dieser unvergleichlichen Freiheit der Improvisation. Genau das schenkt uns dieses Album – und zwar mit Nachdruck. Schon der Blick auf das Line-up zaubert ein freudiges Lächeln ins Gesicht, und sobald die Musik erklingt, breitet sich einfach pures Glück aus. Joe Haider und sein Quintett ehren das musikalische Vermächtnis von Jazz – aber ohne museale Ehrfurcht. Es ist vielmehr eine lebendige, energetische Liebeserklärung an den Geist des Jazz, wie er sein sollte: tief empfunden, meisterhaft gespielt und immer im Moment verankert. Die Klangschönheit der Instrumente, die feinsinnigen Arrangements und die freien, inspirierten Improvisationen ergeben eine Musik, ohne die das Leben zwar möglich – aber ganz sicher sinnlos wäre. (Jacek Brun, 08.06.2025)

Besetzung

Claus Reichstaller - trumpet
Toni Lakatos - tenorsax
Joe Haider - piano
Lorenz Beyeler - bass
Dominic Egli - drums

Joe Haider Quintet – The Miles Davis Project 2025: Jazz in Reinform – zeitlos, ehrlich, inspirierend

Um sich an einen Namen wie Miles Davis zu versuchen, muss man nicht nur über musikalische Fähigkeiten und Erfahrungen verfügen, sondern auch über den nötigen Scheit, um diesem nicht ungerecht zu werden. Ob Joe Haider über die entsprechenden Fähigkeiten und Erfahrungen verfügt, steht nach seinem mittlerweile über siebzig Jahre währenden Wirken als Pianist, Komponist und Bandleader in der Welt des Jazz außer Frage. Dass er auch über den nötigen Scheit verfügt, beweist er nun eindrücklich mit „The Miles Davis Project 2025“.

Dieses Projekt ist als Hommage an den großen amerikanischen Trompeter gedacht. Dabei werden die Stücke, die Davis zwischen 1955 und 1960 mit seinem legendären ersten Quintett gespielt hat, „in seinem Geiste und seiner Konzeption einstudiert und aufgeführt“. Für ein solch ambitioniertes Projekt benötigt selbst eine Jazz-Größe wie Haider Mitstreiter, die im gleichen Maße für Qualität und einen virtuosen Umgang mit dem eigenen Instrument stehen wie er selbst und die Musiker des Miles-Davis-Quintetts. Die Rhythmusgruppe bilden der Schweizer Bassist Lorenz Beyeler und der Schlagzeuger Dominic Egli. Beide haben bereits in verschiedenen Projekten (Joe Haider Trio, Sextett 2022 und Joe Haider Jazz Orchestra) mit Haider zusammengearbeitet und sind mit seiner Arbeitsweise vertraut. Auch der ungarische Tenorsaxophonist Toni Lakatos und der Trompeter Claus Reichstaller waren bereits Teil des „Slide Hampton Project“ von Haider. Für die Position von Miles Davis konnte Haider den Trompeter Claus Reichstaller gewinnen. Alles in allem ist dies eine Besetzung von internationaler Größe und Strahlkraft. Dennoch merkt der Bandleader an: „Wir sind natürlich nicht das Miles Davis Quintet, aber aufgrund unserer langjährigen Erfahrung als Jazzmusiker im In- und Ausland durchaus in der Lage, dieses Projekt durchzuführen.“

Das Album startet mit dem Bebop-Klassiker „AH-LEU-CHA“, den der Altsaxophonist Charlie Parker 1948 komponierte und den Miles Davis 1955 neu arrangierte und mit John Coltrane am Saxophon auf dem Album „Round About Midnight“ veröffentlichte. In der Version des Joe Haider Quintetts sticht insbesondere Toni Lakatos hervor, dessen Spiel trotz des zügigen Tempos mit präziser Souveränität überzeugt und an das von Coltrane heranreicht. Das 1955 von Dave Brubeck komponierte Stück „In Your Own Sweet Way“ wurde nach den ersten beiden Versionen von Miles Davis mehr als 300-mal gecovert. Das Joe Haider Quintet bezieht sich auf die mit Zwischenspielen und Akkordsubstitutionen erweiterte Version des Miles-Davis-Albums „Workin’ With The Miles Davis Quintet“ von 1956.
Besonders Lorenz Beyeler zeigt hier sein Fingerspitzengefühl für den unverwechselbaren Sound von Paul Chambers. Die 1937 von Richard Rodgers komponierte Ballade „My Funny Valentine“, welche Miles Davis erstmals 1955 mit seinem Quintett einspielte, ist fester Bestandteil des Modern Jazz und wurde etliche Male referenziert – nicht nur im Jazz, sondern auch in der Popularmusik. Claus Reichstaller stellt bei der Version des Joe Haider Quintetts ebenso wie bei der von Frank Loesser komponierten Ballade „If I Were a Bell“ eindrücklich sein Verständnis und Gefühl für das ausdrucksstarke Trompetenspiel von Miles Davis unter Beweis. Auch bei den Versionen von All Blues und Round Midnight (1959 auf „Kind of Blue“ und 1957 auf „Round About Midnight“ veröffentlicht) gelingt es ihm, die melodische Brillianz von Davis' Trompetenspiel einzufangen. Dominic Egli erweist am Schlagzeug dem leichten und flüssigen Spiel Jimmy Cobbs (All Blues) und dem besonderen Stil von Philly Joe Jones (Round Midnight u. a.) alle Ehre. DDas Schlusslicht des Albums bildet das Stück Seven Steps to Heaven von Victor Feldmann und Miles Davis, das 1963 veröffentlicht wurde. Es ist das einzige Stück des Albums, das vom zweiten Miles-Davis-Quintett (u. a. mit Herbie Hancock) eingespielt wurde.

Das „The Miles Davis Project 2025” umfasst Stücke verschiedener Komponisten, die als Standardwerke ihres Genres gelten. Einige davon wurden von Miles Davis für sein Quintett neu bearbeitet und sind inzwischen so eng mit seinem Namen verbunden, dass sie als Eigenkompositionen gelten. Dem Joe Haider Quintet gelingt es, den Geist des Miles Davis Quintetts einzufangen und die Varianz der einzelnen Instrumente gekonnt herauszuarbeiten. Neben seinem virtuosen Pianospiel beweist Joe Haider auch sein Einfühlungsvermögen und sein Konzeptionsverständnis für die Musik von Miles Davis. Mit der tatkräftigen Unterstützung seiner Mitmusiker gelingt es ihm, dem legendären Trompeter, dessen Quintett und dessen Werk gerecht zu werden. Er entführt die Hörer in diese besondere Zeit der Jazzgeschichte und vermittelt ein Gefühl für die herausragenden Leistungen der einzelnen Mitglieder des Miles-Davis-Quintetts.

Text: Laika Records

Titelliste

  1. Ah-Leu-Cha
  2. In Your Own Sweet Way
  3. My Funny Valentine
  4. If I Were A Bell
  5. All Blues
  6. 'Round Midnight
  7. Seven Steps To Heaven

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