Rezension des Albums "Cracks in the Silence" von Jonas Sorgenfrei

Jonas Sorgenfrei - Cracks in the Silence - Album cover
Jonas Sorgenfrei - Cracks in the Silence

Jonas Sorgenfrei
Cracks in the Silence

Erscheinungstermin: 09.01.2026
Label: Unit Records, 2025

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Dort, wo das Schweigen zu sprechen beginnt

jazz-fun`s recap:

Nicht jedes Album verfolgt eine einzige Idee oder Stimmung. Manche Werke gewinnen ihre Stärke gerade aus ihrer Vielfalt. Genau dazu gehört Cracks in the Silence, das fünfte Album des Schlagzeugers und Komponisten Jonas Sorgenfrei. Nach den eher geschlossen konzipierten Vorgängern präsentiert sich dieses neue Werk als vielschichtige musikalische Landschaft voller Kontraste, Perspektivwechsel und überraschender Entwicklungen.

Von intimen Solo-, Duo- und Triomomenten bis hin zu kraftvollen Ensemblepassagen spannt das Album einen weiten Bogen. Dabei entsteht keine lose Sammlung von Stücken, sondern eine sorgfältig gestaltete musikalische Mosaikarbeit, deren unterschiedliche Facetten immer wieder neue Verbindungen eingehen.

Besonders beeindruckend ist die Art, wie Sorgenfrei Komposition und Improvisation miteinander verzahnt. Die Stücke bieten klare Strukturen und starke melodische Ideen, lassen den beteiligten Musikern jedoch zugleich viel Raum für eigene Entwicklungen. Dadurch entstehen zahlreiche faszinierende Momente musikalischer Entdeckung, in denen sich rhythmische Raffinesse, harmonische Offenheit und spontane Kreativität begegnen.

Die Solopassagen wirken dabei niemals wie bloße Demonstrationen technischer Fähigkeiten. Vielmehr entwickeln sie sich organisch aus den Kompositionen heraus und werden zu einem wesentlichen Bestandteil der musikalischen Erzählung. Alle Mitglieder des Ensembles erhalten die Möglichkeit, ihre eigene Stimme einzubringen und prägen den Charakter des Albums entscheidend mit.

Sorgenfrei selbst überzeugt nicht nur als exzellenter Schlagzeuger, sondern vor allem als Komponist und musikalischer Impulsgeber. Seine Stücke schaffen Räume, in denen Ideen wachsen können, während sein sensibles Schlagzeugspiel die Musik zusammenhält und gleichzeitig vorantreibt.

Zur besonderen Qualität des Albums trägt auch die Produktion von Wanja Slavin bei. Das Klangbild wirkt transparent, detailreich und atmosphärisch dicht, ohne jemals künstlich zu erscheinen. Die Balance zwischen akustischen Instrumenten und elektronischen Elementen gelingt dabei ausgesprochen überzeugend.

Mit Florian Trübsbach, Rainer Böhm, Philipp Brämswig, Matthias Akeo Nowak und Wanja Slavin hat Sorgenfrei zudem ein Ensemble versammelt, das jede Komposition mit großer Sensibilität und künstlerischer Eigenständigkeit gestaltet.

Cracks in the Silence ist ein Album voller Ideen, Klangfarben und musikalischer Tiefe. Je häufiger man es hört, desto mehr Details und Verbindungen werden sichtbar.

Ein beeindruckendes Werk eines der interessantesten deutschen Schlagzeuger und Komponisten seiner Generation – und ein Album, das man unbedingt hören sollte.

(Jacek Brun, 02.06.2026)

Besetzung

Florian Trübsbach - saxophone
Rainer Böhm - piano
Philipp Brämswig - guitar
Wanja Slavin - synthesizer & production
Matthias Akeo Nowak - bass
Jonas Sorgenfrei - drums, live electronics & compositions

Titelliste

  1. Cool As A Cucumber
  2. Dad's Car
  3. In Flight
  4. Reminiscing
  5. Rainy Days
  6. A New Dawn
  7. Mirror Maze
  8. Where Are The Angels In The Sky?
  9. Jungle After Dusk
  10. Pacman's Revival

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