Rezension des Albums "Fickle" von Judyta Pisarczyk Quartet

Judyta Pisarczyk Quartet - Fickle - Album cover
Judyta Pisarczyk Quartet - Fickle

Judyta Pisarczyk Quartet
Fickle

Erscheinungstermin: 24.04.2026
Label: SJRecords, 2025

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Unberechenbar schön – Judyta Pisarczyk erzählt in Klang und Stimme

jazz-fun`s recap:

Mit Fickle präsentiert das Judyta Pisarczyk Quartet ein Album, das sich der Unbeständigkeit widmet – in Gefühlen, Gedanken und musikalischen Entwicklungen. Die Sängerin Judyta Pisarczyk, eine der spannenden Stimmen der jungen polnischen Jazzszene, führt ihr Quartett durch ein Programm, das zwischen Komposition und Improvisation bewusst offen bleibt.

Die Stücke – überwiegend Eigenkompositionen der Bandleaderin – sind klar auf die Stimme zugeschnitten, ohne sie zu isolieren. Vielmehr entstehen Räume, in denen sich das gesamte Ensemble entfalten kann. Pianist Franciszek Raczkowski, Bassist Alan Wykpisz und Schlagzeuger Grzegorz Pałka agieren als gleichberechtigte Partner in einem kontinuierlichen Dialog.

Musikalisch bewegt sich Fickle im Feld des modernen Mainstream-Jazz, erweitert durch individuelle Akzente und überraschende Wendungen. Die Arrangements lassen Platz für spontane Entwicklungen, für Interaktion und für Momente, in denen sich die Musik neu formt.

Im Zentrum steht dennoch die Stimme. Judyta Pisarczyk überzeugt mit einem unverwechselbaren Timbre – leicht rau, tief gefärbt und zugleich von einer weichen, fast samtigen Qualität. Ihre Phrasierung ist flexibel, ihre Improvisationen wirken durchdacht und gleichzeitig intuitiv. Gerade in den vokalen Solopassagen zeigt sich ihre Stärke als Gestalterin von Klang und Ausdruck.

Auch die Auswahl der Standards – Invitation und 'Round Midnight – unterstreicht den konzeptionellen Ansatz des Albums. Sie werden nicht einfach interpretiert, sondern in neue Kontexte gestellt, die ihre bekannten Strukturen aufbrechen und erweitern.

Das Zusammenspiel des Quartetts ist geprägt von Aufmerksamkeit und gegenseitigem Vertrauen. Jeder Musiker bringt eine eigene Stimme ein, ohne die Balance des Ganzen zu stören. Gerade diese Offenheit macht die Musik lebendig und vielschichtig.

Fickle ist kein Album, das eindeutige Antworten liefert. Es lädt vielmehr dazu ein, zuzuhören, sich treiben zu lassen und eigene Bedeutungen zu entdecken.

Ein sensibles, klug gestaltetes und musikalisch reifes Werk – und ein weiterer überzeugender Schritt einer Künstlerin, die ihre eigene Sprache im Jazz konsequent entwickelt.

(Jacek Brun, 01.05.2026)

Besetzung

Judyta Pisarczyk – vocals
Franciszek Raczkowski – piano
Alan Wykpisz – double bass
Grzegorz Pałka – drums

Titelliste

  1. Fickle
  2. Confession
  3. Anticipation
  4. Transience
  5. Invitation
  6. For C.
  7. Revival
  8. Round Midnight

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