Rezension des Albums "Echo Fields" von Julian Argüelles
Julian Argüelles
Echo Fields
Erscheinungstermin: 27.03.2026
Label: Escapade Records, 2025
Klassischer Jazz mit moderner Freiheit
Der vielfach ausgezeichnete Saxophonist und Komponist Julian Argüelles gehört seit Jahrzehnten zu den markanten Stimmen des europäischen Jazz. Mit einer umfangreichen Diskografie und zahlreichen internationalen Projekten hat er sich einen Ruf als Musiker erarbeitet, der stets mit großer musikalischer Ruhe und künstlerischer Klarheit arbeitet.
Auf Echo Fields kehrt Argüelles zu einer der zugleich reduziertesten und offensten Formationen des Jazz zurück: dem Trio ohne Harmonieinstrument. Gerade diese scheinbare Einschränkung eröffnet jedoch einen besonders weiten Raum für kreative Interaktion.
An seiner Seite spielen zwei herausragende Musiker der internationalen Szene: der amerikanische Bassist Larry Grenadier und der katalanische Schlagzeuger Jorge Rossy. Beide sind bekannt für ihr feinsinniges Gespür für Klangnuancen und ihre Fähigkeit, improvisierte Musik in einen lebendigen musikalischen Dialog zu verwandeln.
Das klangliche Zentrum des Albums bildet Argüelles’ Saxophonspiel. Seine Linien entfalten sich oft in langen, erzählerischen Bögen, die sich scheinbar mühelos aus den Kompositionen entwickeln. Die Stücke beginnen häufig mit einem klaren melodischen Motiv, das anschließend vom Trio frei weiterentwickelt wird.
Gerade diese offene Struktur verleiht der Musik ihre besondere Dynamik. Präzise komponierte Passagen gehen fließend in spontane Improvisationen über, während Bass und Schlagzeug immer wieder neue rhythmische und klangliche Perspektiven eröffnen.
So entsteht ein musikalisches Geflecht, in dem alle drei Musiker gleichermaßen präsent sind. Grenadiers melodischer Bass und Rossys subtil strukturierte Rhythmik erweitern die Ideen des Leaders und verleihen den Stücken zusätzliche Tiefe.
Echo Fields überzeugt durch seine elegante Klarheit und seine klassische Trio-Ästhetik. Ein Album voller musikalischer Dialoge, feiner Klangfarben und improvisatorischer Freiheit – Jazz in einer Form, die zeitlos und zugleich lebendig wirkt.
(Jacek Brun, 06.04.2026)
Besetzung
Julian Argüelles - tenor & ssoprano saxophone
Larry Grenadier - double bass
Jorge Rossy - drums
Titelliste
- Lek-Lock
- Leap Year Marvel
- Blues For Dudu
- Piece For Jess
- Nimrod
- Such Sweet Madness
- The Invisible Thread
- The Canary's Song
- Beating About the Bush
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