Magro - Tokyo Tree
Magro
Tokyo Tree
Erscheinungstermin: 08.11.2024
Label: Sonar Kollektiv, 2024
Diese moderne, unkonventionelle und meist tanzbare Musik entzieht sich einer einfachen Kategorisierung und ist ein Muss für jeden Liebhaber intelligenter musikalischer Fusionen, der in der Musik nicht nur Trost, Ruhe und gute Unterhaltung sucht, sondern auch Überraschungen und clevere, intelligente rhythmische und kompositorische Anwendungen. Dieses Album ist auch ein ausgefeiltes Beispiel für die Kunst des Arrangierens und die hervorragende Zusammenarbeit der Musiker. (Jacek Brun, 28.11.2024)
Über das Album von Magro "Tokyo Tree"
Seine prägenden Jahre verbrachte Magro im süddeutschen Ludwigsburg bei Stuttgart. Da seine Eltern beide klassisch ausgebildete Musiker waren, war er nie weit von einem Instrument entfernt. Mit sechs Jahren lernte er klassisches Klavier, mit zwölf wechselte er zum Schlagzeug und nahm seine Liebe zu diesem Instrument mit, als er 2015 nach Berlin zog.
Die lebendige Musikszene der deutschen Hauptstadt und der Einfluss seiner Freundin, einer Produzentin, brachten ihn auf die Idee, ins Studio zu gehen. Nachdem er in seinen Zwanzigern von der Liebe zu Golden Age Hip Hop, D'Angelo und Prince genährt worden war, wurde die Kunst der Musikproduktion schnell zu seiner Lebensaufgabe und Magro war geboren.
„Das Produzieren hat mir eine neue musikalische Welt eröffnet, weil ich gelernt habe, auf eine ganz andere Art und Weise zuzuhören“. Magro
Magro führte ein eher zurückgezogenes Leben in Berlin, feilte intensiv an seinem eigenen Stil und nahm sich die Zeit, sich mit der Musikszene der Stadt zu vernetzen. Das Warten hat sich gelohnt, denn der Schlagzeuger und Produzent hat mit Künstlern aus den unterschiedlichsten Genres zusammengearbeitet, darunter Wayne Snow, Stimulus, Nightmares on Wax, Daniel Hayn und Telemakus. Sein erstes Album „Trippin“ erschien 2021 mit großem Erfolg bei den Kritikern und wurde mit dem Deutschen Jazzpreis für das Debütalbum des Jahres ausgezeichnet.
Das Nachfolgealbum LP II" erschien ein Jahr später und kombinierte gekonnt Space-Jazz mit Hip-Hop-Beats. Der Produzent arbeitete mit dem Soulsänger Kenny Wesley und dem Rapper Rapturous zusammen, mit denen ihn bis heute eine erfolgreiche Partnerschaft verbindet.
Der Vertrag mit Sonar Kollektiv markiert einen wichtigen Moment in Magros Karriere, da er seinen unverwechselbaren, aber schwer zu kategorisierenden internationalen Sound einem neuen Publikum von Musikliebhabern näher bringen wird. Magros Debüt-EP für das Label bietet eine kurze Momentaufnahme seines wohlklingenden Sounds.
Die Tokyo Tree EP und ihr Titeltrack markieren für den Produzenten eine frühlingshafte Wiedergeburt wie die japanische Kirschblüte. Einen ersten Vorgeschmack lieferte die Single „Grief“, an der mit dem Komponisten, Produzenten und Keyboard-Wunderkind Moses Yoofee ein weiterer langjähriger Freund und Weggefährte beteiligt war. Yoofee, der selbst mehrere hochgelobte EPs veröffentlichte und mit seinem Trio den Deutschen Jazzpreis als Live-Act des Jahres gewann, fügte Magros komplex strukturiertem Background flirrende Synthesizer hinzu und bewies sein Können mit Bravour.
Die zweite Single mit dem treffenden Titel „Need A Friend“ wurde ursprünglich von Magro als Instrumentalversion produziert, bis sein langjähriger Kollaborateur Rapturous (aka RAH) den Text schrieb und seinen unverwechselbaren, sanften Gesang hinzufügte, der teils gesungen, teils gerappt ist und ein wenig an Anderson.Paak erinnert. Es ist ein Song, der die Beziehung der beiden zusammenfasst und die Freude feiert, einen Freund zu haben, der einen versteht und auf den man sich verlassen kann. RAHs Flow passt perfekt zu Magros straffen, rollenden Drums und optimistischen Keyboards.
Die produktive Zusammenarbeit setzt sich auf der EP fort. Auf „Beauty“ arbeitet Magro mit dem gefeierten New Yorker Rapper und Sänger Oswin Benjamin zusammen. Er hatte den Sänger zusammen mit dem Jazz-Superstar Robert Glasper auftreten sehen und war von dessen Freestyle-Raps so beeindruckt, dass er ihm einfach einen Instrumentaltrack schickte, über den er rappen konnte. Das Ergebnis ist ein beeindruckender Cameo-Auftritt, der den melancholischen Groove des Tracks perfekt ausbalanciert, indem Oswin sowohl einen seriösen Hip-Hop-Flow als auch ein wunderschön gesungenes Outro liefert. Und auf „Pursuit“ tut sich Magro mit der australischen Alternative/Indie-Soul-Newcomerin Jess Reiss zusammen. Es ist ein einfacher, sehnsüchtiger Song, der mit tiefen Snaredrums aufgenommen wurde, die ihm eine Art dumpfes Retro-Feeling verleihen.
An anderer Stelle auf der EP kommen Magros vielfältige Einflüsse voll zum Tragen. „Breath“ ist mit seinen kantigen Beats, Keys und Shaker-Sounds stark von Flying Lotus inspiriert, während der Track „Fly“ mit seinem straffen, funky Groove, den prägnanten Synthesizern und den dramatischen Drops (ironischerweise) eher an etwas erinnert, das Louis Cole produziert haben könnte. Um den reinen, ungefilterten Magro-Sound zu hören, sollte man sich den Track Hangout anhören, mit der Art von Kopfnickerbeats, die eng mit der Identität dieses einzigartigen Produzenten verbunden sind.
Titelliste
- Fly
- Beauty feat. Oswin Benjamin
- Breath
- Grief feat. Moses Yoofee
- Pursuit feat. Jess Reiss
- Hangout
- Need a Friend feat. Rapturous
- Tokyo Tree
jazz-fun`s recap:
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