Rezension des Albums "Blink 7" von Marcus Klossek

Marcus Klossek - Blink 7 - Album cover
ELMO NERO Perspectivity

Marcus Klossek
Blink 7

Erscheinungstermin: 01.05.2026
Label: Double Moon Records, 2026

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Aus Stimmen wird ein Klangkörper – Marcus Klosseks musikalische Vision

jazz-fun`s recap:

Mit Blink 7 präsentiert der Berliner Gitarrist und Komponist Marcus Klossek ein Album, das eindrucksvoll zeigt, wie stark Musik werden kann, wenn Komposition gezielt für die individuellen Stimmen eines Ensembles geschrieben wird. Seit Jahren zählt Klossek mit seinem charakteristischen Sound auf der Fender Telecaster zu den markanten Stimmen der deutschen Jazzszene – auf Blink 7 führt er diesen Weg konsequent weiter.

Im Unterschied zum Vorgängeralbum Blink 6 entstanden die acht Kompositionen diesmal speziell für die beteiligten Musikerinnen und Musiker. Klossek schrieb nicht nur für Instrumente, sondern für Persönlichkeiten – mit einem klaren Gespür für deren individuelle Ausdrucksmöglichkeiten und klangliche Stärken. Das Ergebnis ist ein Ensembleklang, der organisch wirkt und zugleich außergewöhnlich präzise ausbalanciert erscheint.

Schon nach wenigen Stücken wird deutlich, wie tief dieses Projekt im gemeinsamen musikalischen Verständnis verwurzelt ist. Die Musik bewegt sich souverän zwischen detailliert ausgearbeiteten Kompositionen und offenen Passagen kollektiver Improvisation. Nichts wirkt zufällig, und doch bleibt jederzeit genug Raum für spontane Entwicklungen.

Besonders überzeugend ist die Balance zwischen Form und Freiheit. Die Arrangements besitzen Struktur und Richtung, ohne die Musik einzuengen. Immer wieder öffnen sich Räume, in denen individuelle Stimmen hervortreten dürfen – nicht als Selbstzweck, sondern als Erweiterung eines gemeinsamen musikalischen Gedankens.

Die Besetzung trägt entscheidend zur klanglichen Vielfalt des Albums bei: Die Stimme von Chamin, die Bläserfarben von Anke Lucks, Ignaz Dinné und Nikolaus Neuser erweitern Klosseks Gitarrensprache um zusätzliche Perspektiven. Getragen wird alles von der präzisen Rhythmusarbeit von Carsten Hein und Derek Scherzer.

Gerade diese Mischung aus kompositorischer Klarheit und improvisatorischer Offenheit macht Blink 7 so reizvoll. Die Musik bleibt lebendig, kommunikativ und voller subtiler Details, die sich mit jedem Hören stärker entfalten.

Ein hervorragend ausbalanciertes Album, das die Kraft gemeinsamer musikalischer Identität eindrucksvoll hörbar macht.

(Jacek Brun, 15.05.2026)

Besetzung

Chamin - Vocals
Anke Lucks - Trombone
Ignaz Dinné - Tenor Saxophone
Nikolaus Neuser - Trumpet
Marcus Klossek - Electric guitar, Composition
Carsten Hein - Bass
Derek Scherzer - Drums

Titelliste

  1. Violet Shift
  2. Go | Not
  3. Half Past Never
  4. Ephyra (Third Dance)
  5. Another One Beyond
  6. Begin Again, Swift
  7. Glass Bridges
  8. Unexpected Return

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