Markus Harm - Out in Space

Markus Harm - Out in Space - Albumcover
Markus Harm - Out in Space

Markus Harm
Out in Space

Erscheinungstermin: Double Moon Records, 2024
Label: 23.08.2024

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jazz-fun`s recap:

Sehr interessante Musik, dynamisch und voller brillanter Soloparts, bei denen Andreas Feith dem Leader ebenbürtig ist. Es ist nicht nötig, über theoretische Details zu schreiben, diese Musik ist einfach sehr gut und hört sich wunderbar an. Es ist ein solides Jazz-Album, das diejenigen anspricht, die einen klassischen Sound schätzen, ohne den Wunsch nach Revolte oder Exzentrik. (Jacek Brun, 19.08.2024)

Markus Harm - Alto Saxophone
Andreas Feith - Piano
Martin Gjakonovski - Bass
Vladimir Kostadinovic - Drums

„Es gibt immer neue Wege.“ Diese Erfahrung hat Markus Harm schon oft gemacht. Solche Wege müssen nicht immer durch Neuland führen oder besonders spektakulär sein. Manchmal liegt ein besonderer Reiz, eine besondere Spannung einfach in dem, was neue Begegnungen eröffnen. Das Album „Out In Space“ ist das erste einer völlig neuen Quartettformation. Es ist aber ausdrücklich nicht das Markus Harm Quartett. Dieses existiert seit über zehn Jahren und hat - ebenfalls in klassischer Besetzung, aber mit Gitarre statt Klavier - bisher drei Alben veröffentlicht. Vor ihm gab es übrigens auch ein Quartett, die Gruppe Harmzone.

Mit seinem neuen Album „Out In Space“ hat der Saxofonist, der derzeit zwischen Franken und Wien pendelt, nun bewusst ein neues Kapitel aufgeschlagen - eine Art Neuanfang, der aber nicht mit dem Vorangegangenen bricht. „Ich hatte einfach Lust, mit anderen Lieblingsmusikern, mit denen ich in den letzten Jahren gespielt habe, eine Band zu gründen.“ Der Pianist Andreas Feith und Markus Harm sind schon lange ein eingespieltes Team. Die beiden arbeiten auch als Duo, das zweite Album ist in Planung. Den Bassisten Martin Gjakonovski traf Feith erstmals bei einem eigenen Projekt, zu dem er den Saxofonisten eingeladen hatte. Der Mazedonier lebt seit mehr als 30 Jahren in Deutschland. „Martin ist mein Held, seit ich ein kleiner Junge war“, schwärmt Markus Harm. Schlagzeuger Vladimir Kostadinovic, Serbe aus Österreich, lernte er über seinen Mentor und ehemaligen Lehrer Tony Lakatos kennen.

Für Harm war von Anfang an klar, dass er Stücke speziell für diese Besetzung schreiben wollte. Für das erste gemeinsame Konzert brachte er bereits einige mit. Andere wurden durch diesen denkwürdigen Abend inspiriert. Der brillante Saxophonist, als Bandleader und Sideman enorm erfahren, mag hier formal das Sagen haben. In Wirklichkeit versteht er sich als Teamplayer. „Bei mir muss immer alles auf Augenhöhe passieren. Das ist mir sehr wichtig. Ich denke immer im Kollektiv. Genau deshalb habe ich diese Musiker zusammengebracht. Sie haben tolle Ideen eingebracht.“ Dieser Input ist nicht zu unterschätzen - jeder trägt seinen Teil zum eigenen Charakter und Sound der Band bei.

Ein Paradebeispiel dafür ist der Titeltrack, der mit einem subtil improvisierten Dialog beginnt und sich zu einem atmosphärischen Meisterwerk des Zusammenspiels entwickelt. Was hier zählt, ist der Raum, der Space im wahrsten Sinne des Wortes, den man lässt und den man im einfühlsamen Miteinander füllt. Apropos Sinn. Den Opener mit dem eigenwilligen Titel „Ringelpulli“ hat Markus Harm als Hommage an den prominentesten Ringelpulli-Träger der Jazzwelt, Pat Metheny, konzipiert - explizit für ein Quartett ohne Gitarre. „Ups and Downs“ meint zwei Ebenen: die lebensphilosophische und die technische der beiden kompositorischen Teile. „Home“ ist eine tief empfundene Widmung an die Eltern, auf die sich Harm immer verlassen konnte, aber auch an die verschiedenen Orte, die ihm zur Heimat geworden sind, und an die Menschen, die dazu beigetragen haben. In „Trane Station“ steckt natürlich eine Verbeugung vor der Saxophon-Ikone John Coltrane. Auf Lost And Found" folgt schließlich mit Don't Scrumble, Mr. Humble" ein musikalisch reizvoller, inhaltlich bissiger Seitenhieb auf einen bestimmten Menschentypus, der leider auch im Jazz immer wieder anzutreffen ist: selbstgefällige Akteure, die ihr Ego über alles stellen und keine Demut, keinen Respekt vor anderen kennen - das Gegenteil von dem, was Markus Harm ist und lebt.

Klang und Ausdruck des Saxophonisten sind durchweg bestechend, egal ob Alt oder Sopran. Die warme, sangliche, erzählerische Qualität verliert sein Spiel auch in forcierten Titeln und Passagen nicht. „Out In Space“ ist für den Saxofonisten ein beeindruckender Schritt nach vorn. Kein Wunder, dass er dieses gut ausbalancierte Quartett auch als zukünftige Working Band etablieren will. Daneben gibt es aber auch zahlreiche Engagements als Sideman, sei es als fester Bestandteil des überaus erfolgreichen Ensembles der Klarinettistin und Komponistin Rebecca Trescher oder in diversen Big Bands. Auch im Duo mit dem Pianisten Andreas Feith geht es weiter - Konkretes ist in Planung. Harm wird sich derweil auf seine Professur für Jazzsaxophon an der renommierten Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien vorbereiten, die er 2022 antreten wird. Die wirklich Guten sind eben besonders gefragt.

Text: Double Moon Records

  1. Ringelpulli
  2. Ups and downs
  3. Home
  4. Trane station
  5. Out in space
  6. Lost and found
  7. Don t scrumble, mr. humble

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