Martin Dupont - You Smile When It Hurts
Martin Dupont
You Smile When It Hurts
Erscheinungstermin: 05.12.2025
Label: Caravane, 2025
Dieses Album verdient es ohne jeden Zweifel, in einem Jazzmagazin vorgestellt zu werden. Rock? New Wave? Ja, unbedingt. Und hat das etwas mit Jazz zu tun? Ich denke: ja. Denn längst geht es nicht mehr nur um Harmonielehre oder die Frage, ob Musik improvisiert ist oder nicht. Es geht um Haltung, um Offenheit, um den Mut zur Suche.
„You Smile When It Hurts“ von Martin Dupont steht genau für jene Musik, mit der viele von uns aufgewachsen sind. Musik, die sich nie an modischen Trends orientierte, sondern eigene Wege ging. Wir suchten – und diese Suche führte uns später in Jazzclubs, zu improvisierter Musik, zu neuen Klangwelten. Doch das, was wir auf diesem Weg gehört haben, bleibt in uns. Es ist ein innerer Kompass.
Vielleicht kann dieses Album genau das auch für eine neue Generation sein: ein Einstiegspunkt für jene, die nicht nur Playlists konsumieren, sondern nach Klängen und Erzählungen suchen, die über gängige popkulturelle Standards hinausgehen. Nur so entwickeln wir unser ästhetisches Empfinden weiter – und nur so bleibt Kunst lebendig.
Geben wir „You Smile When It Hurts“ also die Chance, sich zu entfalten. Nicht nur bei jenen, die die frühen Jahre dieser Band noch kennen, sondern auch bei Hörer:innen, die heute – so wie wir damals – nach etwas Neuem, Unbekanntem und vor allem Inspirierendem suchen.
Dieses Album wirkt wie ein Licht, das einen anderen Blick auf Kunst ermöglicht. Die Empfindungen mögen aus der Vergangenheit stammen, doch durch unsere heutigen Erfahrungen erscheinen sie neu, verändert, vertieft.
Möge diese Musik dem jungen Publikum neue Horizonte öffnen – und uns zugleich daran erinnern, warum wir einst angefangen haben zu suchen.(Jacek Brun, 08.01.2026)
Besetzung
Alain Seghir - Music and lyrics, programming, vocals, synth and mixing
Sandy Casado - Lyrics and vocals
Beverley Jane Crew - Vocals, clarinet and tenor saxophone on stage
Thierry Sintoni - Music, programming, synth, guitar and mixing
Ollivier Leroy - Backing vocals, programming and keyboards on stage
Ferdinand Chupin - Strings and winds arrangements
Zwischen Erinnerung, Suche und neuer Offenheit
Mit „You Smile When It Hurts“ melden sich Martin Dupont, die Kultikonen der französischen New-Wave-Szene der 1980er Jahre, eindrucksvoll zurück. Über drei Jahrzehnte nach ihrem letzten Studioalbum präsentiert die Band ein Werk, das Vergangenheit und Gegenwart zu einem neuen Klanguniversum verschmilzt: elegant, intensiv und kompromisslos modern.
Gegründet im Marseille der frühen 1980er Jahre, prägten Martin Dupont mit ihrem melodischen Minimalismus, pulsierenden Elektronikflächen und ihrer unverwechselbaren Melancholie eine ganze Generation. Oft mit Depeche Mode, New Order oder Joy Division verglichen, blieb ihre Musik stets einzigartig: subtil, poetisch und voller emotionaler Tiefe.
Nach ihrer Auflösung im Jahr 1987 erlangte ihr Werk durch Wiederveröffentlichungen auf dem Label Minimal Wave Kultstatus und inspirierte Künstler:innen wie Madlib, Tricky oder Theophilus London, die ihre Songs neu interpretierten und sampelten. Mit „You Smile When It Hurts” knüpfen Alain Seghir und Beverley Jane Crew gemeinsam mit Sandy Casado, Thierry Sintoni und Olivier Leroy an diese legendäre Ära an, ohne in Nostalgie zu verfallen.
Analoge Synthesizer treffen auf zeitgenössische Produktion, Dunkelheit auf Licht, Struktur auf Freiheit. So entsteht ein Album, das die Essenz von Martin Dupont bewahrt und zugleich ihre künstlerische Erneuerung feiert. Diese Wiedergeburt wird von einer Welttournee begleitet und zeigt eindrucksvoll: Martin Dupont sind nicht nur ein Stück Musikgeschichte, sondern ein lebendiger Beweis dafür, dass echte Visionen keine Zeit kennen.
Titelliste
- You Smile When It Hurts
- Dreamin
- Time
- Blue Dragonfly
- Arabian Night (feat. Blaine Reininger)
- Reality
- Walking Alone (feat. Pierre Corneau)
- Dark Tunnel (feat. Pierre Corneau)
- I Try Alone
- Open My Head
- Tired To Follow
- Happy Birthday (feat. Pierre Corneau and Lewis Evans)
jazz-fun`s recap:
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