Masabumi Kikuchi - Hanamichi - The Final Studio Recording Vol. II
Masabumi Kikuchi
Hanamichi - The Final Studio Recording Vol. II
Erscheinungstermin: 24.10.2025
Label: Red Hook Records, 2025
Masabumi Kikuchi war ein Musiker der leisen Töne, ein Philosoph des Klangs. In seinen letzten Studioaufnahmen – festgehalten kurz vor seinem Tod – verdichtet sich ein ganzes Leben an Erfahrung, Reflexion und Spiritualität zu purer Essenz.
Hanamichi – The Final Studio Recording Vol. II ist kein gewöhnliches Pianoalbum. Jeder Ton scheint aus einem inneren Schweigen geboren, jeder Akkord trägt Bedeutung. Zwischen Klang und Stille entsteht ein intensiver Dialog, ein Atemholen zwischen den Welten. Kikuchis Spiel ist von äußerster Sensibilität – frei von Eitelkeit, ganz dem Moment verpflichtet.
Diese Musik verlangt nichts. Sie ist einfach da – als intime Zwiesprache zwischen Künstler und Instrument, zwischen Mensch und Raum. Wer sich ihr öffnet, wird mit einer tiefen, fast meditativen Erfahrung belohnt.
Ein bewegendes Vermächtnis, das in seiner Schlichtheit und Tiefe zu den eindrucksvollsten Momenten der Klavierkunst zählt.
(Jacek Brun, 11.11.2025)
Besetzung
Masabumi Kikuchi - piano
Das Vermächtnis des Augenblicks – Masabumi Kikuchi am Klavier
Diese außergewöhnliche Aufnahme ist der Nachfolger des von Kritikern hochgelobten Debütalbums aus dem Jahr 2021 sowie die Fortsetzung der letzten Studioaufnahmen des im Jahr 2016 verstorbenen japanischen Pianisten Masabumi Kikuchi. Die sieben Titel stammen aus denselben Sessions im Klavierhaus in New York im Dezember 2013 und präsentieren die vielleicht intimsten und aufschlussreichsten Darbietungen einer bemerkenswerten Karriere.
Die Session, die nur zwei Jahre vor Kikuchis Tod im Jahr 2015 aufgenommen wurde, zeigt ihn von einer kontemplativen und ausdrucksstarken Seite. Sie verkörpert das, was er als seine Fähigkeit bezeichnete, sich „zurückzulehnen” und seine eigene Musikalität durch „hart erarbeitete, kritische Distanz” auszudrücken. Das Album enthält unverwechselbare Interpretationen beliebter Standards sowie ausladende Improvisationen, die seine einzigartige Fähigkeit zur Abstraktion und seine poetische Schönheit demonstrieren.
Die sieben Titel von Vol. II umfassen mehr als 43 Minuten Musik, darunter Kikuchis transformative Interpretationen von „Manhã de Carnaval“, „Alone Together“, „I Loves You Porgy“ und „My Ship“ – Songs, die eng mit seinen prägenden Jahren als Musikstudent in Tokio in den späten 1950er-Jahren verbunden sind. Dazwischen sind drei seiner charakteristischen Improvisationen eingeflochten, die der Kritiker Ben Ratliff in seinen Liner Notes als „Instant Ballads from another planet“ beschreibt. Sie demonstrieren Kikuchis bemerkenswerte Fähigkeit, Musik zu schaffen, die „nicht auf musikalische Auflösungen zusteuert, sondern nach außen drängt”.
Produziert von Sun Chung, aufgenommen von Rick Kwan und gemastert von Alex Bonney, steht diese Aufnahme beispielhaft für das Engagement von Red Hook Records für modernste Klangqualität. Jede Nuance von Kikuchis Spiel wird mit atemberaubender Detailtreue eingefangen – von seiner feinfühligen Pedaltechnik bis hin zu seiner Beherrschung der Obertöne am Rand des Klangs. Dadurch entsteht, wie Ratliff es beschreibt, ein „schwebender Klang und Harmonie“.
Während seiner gesamten Karriere widersetzte sich Kikuchi konsequent der konventionellen Jazzlogik und den gängigen Konventionen, ohne dabei „anzukämpfen oder zu provozieren“. Diese letzten Studioaufnahmen stellen den Höhepunkt seiner künstlerischen Philosophie dar. Sie präsentieren Melodien von erhabener Klarheit und Eleganz, die gleichzeitig eine suchende Qualität bewahren, als würde jede Note neu entdeckt. Seine Improvisationen sind weitreichende Erkundungen, die Kikuchis bemerkenswerte Fähigkeit offenbaren, tiefgründige Bedeutung in musikalischer Abstraktion zu finden. Gleichzeitig demonstrieren sie seine meisterhafte Beherrschung der Dynamik – vom zarten Flüstern bis hin zu kraftvollen Ausbrüchen. „Mir fehlt es an Technik“, sagte er einmal der „New York Times“. Doch wie diese Aufnahmen zeigen, besitzt Kikuchi etwas weitaus Wertvolleres: seine eigene musikalische Sprache. Sein höchst eigenwilliger Ansatz zeichnet sich durch lange Pausen und einen sowohl zarten als auch aggressiven Anschlag aus.
Kikuchi wurde 1939 in Tokio geboren. Seine musikalische Reise führte ihn von frühen Bossa-Nova-Aufnahmen mit Sadao Watanabe über Kooperationen mit Gil Evans, Elvin Jones, Joe Henderson und Paul Motian. In seinen späteren Jahren zog er sich in eine eher private Musikwelt zurück und nahm in seinem Loft in Chelsea zahlreiche Alben auf – nach eigener Zählung mehr als 50 Soloalben –, die jedoch nur selten kommerziell veröffentlicht wurden.
Diese Musik bietet den Zuhörer:innen etwas Transzendentales: eine Verbindung zu den Tiefen menschlicher Kreativität und künstlerischer Leistung. Diese Darbietungen verkörpern Kikuchis Überzeugung, dass seine Hände „mit seiner Seele verbunden“ waren und Musik schufen, die Ehrfurcht vor dem weckt, wozu menschliche Kunstfertigkeit fähig ist. „Hanamichi – The Final Studio Recording Vol. II” ist der Höhepunkt seiner musikalischen Reise und beweist, dass er sich als Künstler nie aufgehört hat, sich weiterzuentwickeln. Das Album lädt die Zuhörer:innen zu einer intimen musikalischen Reise ein, die Momente tiefgründigen Ausdrucks und eine tiefe Verbindung zu den grenzenlosen Möglichkeiten kreativer Musik verspricht.
Titelliste
- Manha de Carnaval
- Improvisation II
- Alone Together
- Improvisation III
- I Loves you Porgy
- Improvisation IV
- My Ship
jazz-fun`s recap:
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