Max Ionata Special Edition - Tivoli
Max Ionata Special Edition
Tivoli
Erscheinungstermin: 12.12.2025
Label: Mingus Records, 2025
Max Ionata bleibt sich treu – und genau das macht dieses Album so besonders. An seinem Spiel hat sich nichts geändert, und das ist eine gute Nachricht. Das warme, weiche Klangbild seines Saxophons, die klar an der Tradition orientierte Phrasierung und die zugleich eigenständige, nie vorhersehbare Führung der Improvisationen stehen für einen Jazz, den wir lieben: ehrlich, lyrisch und voller innerer Ruhe.
Die Stärke von Tivoli liegt auch in der Besetzung der Special Edition. Das Zusammenspiel wirkt selbstverständlich und organisch, die Musiker geben der Musik Raum zum Atmen. Neben einigen wunderschön interpretierten Standards finden sich Originalkompositionen, die stilistisch nahtlos daran anschließen. Alles bleibt dem Geist des klassischen Jazz verpflichtet – ohne nostalgisch zu wirken.
Es gibt hier keine verspielten Effekte, keine extravaganten Arrangements und keine unnötigen Umwege. Die Musik fließt frei, natürlich und ohne dekorative Überladung. Genau darin liegt ihre Kraft: schöne Melodien, lyrische Improvisationen und ein tiefes Gefühl für Form und Balance.
Tivoli ist ein Album, das entschleunigt. Es bringt Ruhe nach einem anstrengenden Tag, schafft eine positive Atmosphäre und fordert nichts vom Hörer – außer Offenheit. Eine zeitlose Jazzaufnahme, die bleibt.
(Jacek Brun, 11.01.2026)
Besetzung
Max Ionata - saxophone
Martin Sjöstedt - piano
Jesper Bodilsen - double bass
Martin Andersen - drums
Jazz in seiner schönsten Form
Mit mehr als 100 Aufnahmen, davon 17 als Bandleader, zählt der italienische Saxophonist Max Ionata seit Langem zu den markantesten Stimmen Europas. Auf seinem neuen Album „Tivoli” präsentiert er ein neues internationales Quartett, das italienische Lyrik mit der Eleganz des skandinavischen Jazz verbindet.
Die Besetzung – Martin Sjöstedt (Klavier), Jesper Bodilsen (Kontrabass) und Martin Andersen (Schlagzeug) – vereint einige der angesehensten Musiker Nordeuropas. Die Gruppe fand zunächst in Schweden und Dänemark ihren Platz auf der Bühne und das Album fängt das Vertrauen, das Zusammenspiel und den Instinkt ein, die aus diesen Konzerten hervorgegangen sind. „Tivoli” wirkt weniger wie ein Studioexperiment, sondern eher wie die Ankunft einer funktionierenden Band.
Im Mittelpunkt des Albums steht eine kulturelle Brücke. Der Titel bezieht sich sowohl auf den Tivoli-Park in Kopenhagen mit seiner magischen und verspielten Atmosphäre als auch auf die historische italienische Stadt Tivoli in der Nähe von Rom, die für ihre Villen und Gärten bekannt ist. Diese beiden Inspirationsquellen prägen die Musik: Weitläufige nordische Atmosphären sind von mediterraner Wärme und melodischer Tiefe durchdrungen.
Das Repertoire spiegelt diesen doppelten Geist wider. Ionata steuert mit Tivoli, Mr. G.T. (eine Hommage an ihren langjährigen Freund und Kollegen Gegè Telesforo) und Naru’s Waltz Originalwerke bei, während Bodilsen das zarte Det lysner beisteuert. Abgerundet wird das Set durch Hommagen an Kenny Wheeler (Consolation) und den argentinischen Komponisten Sergio Ruben Aranda (Canción para Sara) sowie Standards von Cole Porter und Johnny Griffin. Diese Mischung aus Eigenkompositionen und handverlesenen Klassikern unterstreicht die Vielseitigkeit des Ensembles sowie Ionatas Verwurzelung in der Jazztradition.
Ionatas Saxophonsound ist warm und direkt mit einem natürlichen Swing-Feeling und einer Phrasierung, die unverkennbar in der Jazztradition verwurzelt ist. Diese Eigenschaften haben ihn dazu gebracht, die Bühne mit modernen Größen wie Steve Grossman, Clarence Penn, Joe Locke, Greg Hutchinson, Enrico Pieranunzi und vielen anderen zu teilen.
Mit Tivoli schlägt er ein neues Kapitel auf: Er baut Brücken zwischen den Kulturen, leitet eine Band von Gleichgesinnten und erneuert seine Stimme, während er in der Tradition des Jazz verwurzelt bleibt. Es ist ein Album voller Chemie, Tradition und Neuerfindung von einem Saxophonisten, der auch nach zwei Jahrzehnten auf der internationalen Bühne noch immer vorwärtsdrängt.
Titelliste
- Canción para Sara (Sergio Ruben Aranda)
- Consolation (Kenny Wheeler)
- Det lysner (Jesper Bodilsen)
- Tivoli (Max Ionata)
- Everything I Love (Cole Porter)
- When We Were One (Johnny Griffin)
- Naru's Waltz (Max Ionata)
- Mr. GT (Max Ionata)
jazz-fun`s recap:
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