Naïssam Jalal - Souffle
Naïssam Jalal
Souffle
Erscheinungstermin: 30.05.2025
Label: Les couleurs du son, 2025
Naïssam Jalal präsentiert auf Souffles acht Duette – jedes mit einem anderen Musiker, jedes einzigartig im Klang. Gemeinsam mit acht herausragenden Instrumentalisten erschafft sie eine facettenreiche Klangwelt, in der sich die Stimme und ihr Flötenspiel mit Saxofonen, Klarinetten und Posaune verbinden. Jeder Beitrag trägt die persönliche Ausdruckskraft, das musikalische Wissen und die Emotionen der beteiligten Künstler in sich. So entsteht ein eindrucksvolles musikalisches Miteinander, das sowohl konzeptuell als auch klanglich überzeugt. Eine großartige künstlerische Idee – und ein begeisterndes Album! (Jacek Brun, 31.05.2025)
Besetzung
Naïssam Jalal - Flöte, Gesang
Archie Shepp - Tenorsaxophon, Gesang
Emile Parisien - Sopransaxophon
Irving Acao - Sopransaxophon
Louis Sclavis - Bassklarinette
Robinson Khoury - Posaune
Sylvain Rifflet - Tenorsaxophon
Thomas de Pourquery - Altsaxophon
Yom - Klarinette
Vielfalt im Dialog – Naïssam Jalal und ihr Album „Souffles“
Naissam Jalal überrascht mit ihrem neuen Album Souffles, einem intimen und inspirierten Dialog zwischen verschiedenen Blasinstrumenten. Das zehnte Album der Flötistin markiert eine neue Etappe in ihrer Karriere und bestätigt ihr Talent als Komponistin, Erzählerin und Improvisatorin. Sie kombiniert ihren eigenen Stil mit dem von acht außergewöhnlichen Instrumentalisten zu ebenso vielen lebendigen Duetten. Jede ihrer Kompositionen hebt die Sensibilität und Technik ihrer Mitstreiter hervor und belebt sie.
Das Album vereint bedeutende Persönlichkeiten des Jazz und der improvisierten Musik, darunter Archie Shepp, Yom, Sylvain Rifflet, Thomas de Pourquery, Louis Sclavis und Émile Parisien. Das Projekt wird auch durch die Teilnahme von Robinson Khoury und Irving Acao bereichert, die den ursprünglichen Impuls erweiterten und erneuerten.
„Vor einigen Jahren“, so Naïssam, „wurde mir klar, dass ich wahrscheinlich nie mit diesen Bläserkollegen spielen würde – Kollegen, die mich in ihrem jeweiligen musikalischen Ausdruck tief berühren und mit denen ich seit Jahren auf Jazzfestivals zu tun habe.“
So wurde Souffles ein Ort der Begegnung, ein Ort, der die Beziehung der Musiker zu ihrem Instrument und ihr Zusammenspiel hinterfragt, aber auch dazu einlädt, anders zuzuhören und die Musik in ihrer intimsten Essenz wahrzunehmen. „Dieses Album entstand aus dem Wunsch heraus, mit meinen Kollegen einen gemeinsamen Klang zu schaffen, denn als Bläser teilen wir Themen, auf die wir alle mit unserer Sensibilität und Einzigartigkeit mehr oder weniger bewusst reagieren.“
„Wie können wir einen musikalischen Diskurs schaffen, indem wir nur eine Note nach der anderen spielen?“, fährt sie fort. „Auch wenn einige von uns versuchen, dieser Beschränkung zu entkommen, indem sie mit ihren Instrumenten Doppelklänge erzeugen oder ihre Stimme einsetzen.“ Wie können wir uns der melodischen Linearität auf horizontale Weise nähern oder versuchen, eine gewisse Vertikalität zu schaffen? Wie gehen wir damit um, dass wir etwas so Intimes wie unseren Atem, die Luft in unseren Eingeweiden, benutzen, um Schönheit zu schaffen?“
Naïssam erklärt: „Ich habe mir dieses Album auch als Komponistin vorgestellt. Es war eine ganz besondere Schreibübung. Wie schreibe ich für diese Person? Wie drücke ich mit Klängen aus, was die Persönlichkeit eines bestimmten Musikers in mir weckt? Wie hebe ich ihren Klang oder ihre Einzigartigkeit hervor? Wie kann ich mir einen gemeinsamen Raum vorstellen, in dem wir uns trotz unserer Unterschiede begegnen und verbinden können?“
Das Duo mit Thomas de Pourquery eröffnet das Album mit einem kraftvollen Einstieg. Es folgt das Tandem mit dem Klarinettisten Yom, das eine fast mystische Zartheit entfaltet. Der dritte Atemzug an der Seite von Sylvain Rifflet nimmt an Fahrt auf und zeichnet eine rhythmische Eskapade, ein Spiel von Fragen und Antworten, das mit Leichtigkeit ausgeführt wird. Für den Klarinettisten Louis Sclavis komponiert die Flötistin ein in Stein gemeißeltes Stück. Fülle und Stille halten sich wunderbar die Waage, und ganz natürlich glänzt die Formation in der Interpretation. In den wiegenden Rhythmen des Saxophonisten Irving Acao klingt ein fröhlicher, beinah schunkelnder Aufschwung an. Der Wind bläst in Richtung des Posaunisten Robinson Khoury, und dieses Duett wird mit schnell klopfendem Herzen gespielt. Das für Émile Parisien komponierte Stück besticht durch bemerkenswerte Präzision. Das Zusammenspiel der beiden Künstlerinnen trifft voll ins Schwarze.
„Souffle #1“, ein Duett mit dem legendären Archie Shepp, ist die erste Single des Albums. Naissam Jalal berührt uns hier mit ihrer ganz eigenen Kompositionsästhetik: Die Luft, die Vibration und der Gesang gehen ineinander über und prallen wieder zurück, bis eine Gänsehaut über den Rücken jagt.
„Dieses Album ist das Ergebnis vieler Fragen, gibt aber keine Antworten. Es ist eher eine konkrete Erfahrung, ein freudiger und enthusiastischer Versuch, Klang, Atem und Bedeutung zu teilen – wie Kinder oder Freunde, mit Großzügigkeit und Freundlichkeit.“
„Souffles“ ist eine Einladung zu offenen und vielfältigen Horizonten.
Titelliste
- Souffle #5 (feat. Thomas de Pourquery)
- Souffle #3 (feat. Yom)
- Souffle #4 (feat. Sylvain Rifflet)
- Souffle #7 (feat. Louis Sclavis)
- Souffle #6 (feat. Irving Acao)
- Souffle #8 (feat. Robinson Khoury)
- Souffle #9 (feat. Emile Parisien)
- Souffle #1 (feat. Archie Shepp)
jazz-fun`s recap:
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